Baustellenbrand Leipzig
Die Polizei hat den Brandort abgesperrt. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay

26.10.2019 | 15:42 Uhr | Update Polizisten und Feuerwehrleute in Leipzig-Connewitz angegriffen

Baustellenbrand Leipzig
Die Polizei hat den Brandort abgesperrt. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay

Im Leipziger Stadtteil Connewitz haben Unbekannte in der Nacht zum Sonnabend Polizisten und Feuerwehrleute angegriffen. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt im Gespräch mit MDR SACHSEN erklärte, wurden die Einsatzkräfte zunächst an die Bornaische Straße/Ecke Stockartstraße gerufen, weil eine Baustellenabsicherung in Brand gesteckt worden war.

Bildergalerie Nächtliche Auseinandersetzungen in Connewitz

In der Nacht zum 26. Oktober 2019 wurden in Leipzig-Connewitz Polizisten und Feuerwehrleute angegriffen. Sie waren vor Ort, um eine wiederholt in Brand gesteckte Baustelleneinrichtung zu löschen.

Ausschreitungen Connewitz
Bildrechte: Silvio Bürger
Ausschreitungen Connewitz
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Ausschreitungen Connewitz
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Nachdem das Feuer gelöscht war und sich Feuerwehr und Polizei zurückzogen, sei das Feuer erneut entfacht worden, so Voigt. "Die Kameraden der Feuerwehr und der Polizei kehrten zurück an den Brandort und wurden dabei aus einer Gruppe von etwa 50 Personen heraus mit Feuerwerkskörpern, Steinen und Flaschen beworfen." Dabei seien zwei Beamte verletzt worden. Ein Beamter habe ein Knalltrauma erlitten, ein anderer wurde durch einen Flaschenwurf verletzt. Auch mehrere Streifenwagen seien angegriffen und beschädigt worden. Eine Schadenssumme sei derzeit noch nicht abzuschätzen.

Mehrere Personen vorläufig festgenommen

Die Polizei ermittelt wegen des schweren Landfriedensbruchs. Das Polizeiliche Terrorismus- und Abwehrzentrum wird die Ermittlungen übernehmen. Ein 32-Jähriger wurde vorläufig festgenommen, weil er aus der Menge heraus mit Flaschen geworfen hatte. "Weiterhin wurden Personen festgenommen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigungen und dem unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln. Im Laufe der frühen Morgenstunden wurden alle Personen wieder entlassen", heißt es in einer Mitteilung vom Sonnabend. Im näheren Umfeld der Baustelle auf der Bornaischen Straße/Stockartstraße hätten nach dem Einsatz immer wieder Mülltonnen gebrannt, so die Polizei. Sie sucht nach Zeugenhinweisen. Angaben, aus welchem politischen Lager die Angreifer stammen, machte sie nicht.

Baustellenbrand Leipzig
Der Brand auf der Baustelle Bornaische/Stockartstraße ist der vierte dieser Art in diesem Monat. Die Bornaische Straße soll auf einer Länge von 550 Meteren für eine "nachhaltige Mobilität" ausgebaut werden. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay

Vierter Baustellenbrand in einem Monat

In Leipzig hat es in den vergangenen Wochen wiederholt auf Baustellen gebrannt. So gingen etwa in der Nacht zum 3. Oktober drei Kräne in der Nähe des ehemaligen technischen Rathauses in Flammen auf. Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigte sich damals entsetzt und sprach von einem Terroranschlag, auf den der Staat mit ganzer Konsequenz antworten müsse. Bauherr Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe, bezifferte den Versicherungsschaden auf 15 bis 20 Millionen Euro. In der Nacht zum 11. Oktober wurden durch einen Brand auf einer Baustelle in der Käthe-Kollwitz-Straße zwei Bagger zerstört. Drei Tage später brannte - ebenfalls in Connewitz - ein Bagger aus. Einen Zusammenhang zwischen diesen drei Bränden und dem jüngsten Fall sieht Uwe Voigt nicht. Dennoch werde auch das überprüft.

Linke: Gewalt ist kein Mittel

Nach den neuerlichen Ausschreitungen in Leipzig zeigt sich der Stadtverband der Linken entsetzt. Der Sprecher für Ordnung und Sicherheit, Oliver Gebhardt, teilte am Sonnabend, es erschrecke ihn, welche Stufe der Gewalt in Connewitz erreicht sei. "Jegliche Form von Gewalt kann und darf nicht ein Mittel des politischen Prozesses sein. Attacken auf Polizistinnen und Polizisten sowie Feuerwehrleuten sind ein völlig inakzeptables Lösungsmittel der gesellschaftlichen Probleme", so Gebhardt. Gleichzeitig warnte er die Landesregierung davor, "staatlich aufzurüsten". "Die durch die Große Koalition im Freistaat vorangetriebene Kriminalisierung eines jeden Einwohners im Stadtteil als potentielle Straftäter und die weiter wachsenden Verdrängungsprozesse müssen endlich beendet werden."

Grünen-Politikerin Monika Lazar fehlt "jedes Verständnis"

Die Leipziger Grünen-Bundestagsabgeordnete Monika Lazar, die in Connewitz ihr Parteibüro hat, twitterte, ihr fehle "jedes Verständnis" für solche Aktionen. Daraufhin forderte sie ein anderer Twitterer auf, den Stadtteil zu verlassen. Wörtlich schreibt @donut161afa: "Dann hau ab aus connewitz!". Lazar erwiderte: "Na super, das ist doch mal ne Ansage. #Connewitz gehört aber niemandem, erst recht nicht irgendwelchen selbsternannten Möchtegernkrawallos..."

Quelle: MDR/dk/dpa

Brandanschläge auf Baustellen in Leipzig

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.10.2019 | ab 08:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2019, 15:42 Uhr

71 Kommentare

Cargo vor 3 Wochen

Sprechen Sie von der Fähigkeit oder der Fertigkeit?

Ich kann übrigens darüber hinwegsehen, dass Sie nachschlagen wollen, um antworten zu können ... :)

Rennstaedter vor 3 Wochen

Werter Cargo
Könnten sie sich einer Sprache bedienen die man auch ohne Übersetzung mit den Schriften der kommunistischen Säulenheiligen Marx, Engel und Lenin versteht! Auf Indimedia mag man diese Sprache verstehen, ich hätte zwar vor über 40 Jahren, im Ingenieurstudium, mal ML (und das mit mangelnder Begeisterung) trotzdem kann ich den Kauderwelsch den sie hier schreiben nicht verstehen.

Rennstaedter vor 3 Wochen

Es wundert das hier kein Losungen auftauchen wie „ganz Connewitz haßt die Polizei“. Aber wenn man auf die linke Hetzplattform Indimedia sieht kann man nach lesen das die Polizei die Ursachen für die Ausschreitungen gelegt hat. Für die sogenannten Aktivisten in Connewitz ist die Polizei ja an allen Schuld.

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