Polizeiwagen.
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13.11.2019 | 15:33 Uhr | Update Abrechnungsbetrug - Razzia bei Ärzten im Leipziger Südraum

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In Rötha und weiteren Orten südlich von Leipzig hat es am Mittwoch eine großangelegte Razzia in insgesamt 18 Arztpraxen und Wohnungen gegeben. Grund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Leipzig wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug. Wie die Behörde und die Polizei mitteilten, waren insgesamt 160 Beamte und vier Staatsanwälte vor Ort. Sie stellten Geschäftsunterlagen, Handys, Computer und andere Beweise sicher. Das Material ist demnach so umfangreich, dass die Sichtung und Auswertung viel Zeit in Anspruch nehmen wird.

Rechnungen im Namen pensionierter Ärzte

Der Staatsanwaltschaft zufolge richten sich die Ermittlungen gegen acht Ärzte. Vier von ihnen praktizieren nicht mehr, verfügen aber als ehemalige Vertragsärzte noch über eine Zulassung und eine Abrechnungsnummer. Letztere sollen sie den vier noch aktiven Medizinern für Abrechnungszwecke zur Verfügung gestellt haben. Die Ermittler gehen bisher davon aus, dass dabei fünf Jahre lang bei den gesetzlichen Krankenkassen Leistungen abgerechnet haben, die von den pensionierten Ärzten gar nicht erbracht worden. Dadurch soll ein Schaden von mehr als 2,5 Millionen Euro entstanden sein. Unklar ist den Behörden zufolge noch, ob es sich um reine Luftrechnungen handelt oder Assistenzärzte zwar Patienten versorgten, aber ohne die vorgeschriebene Aufsicht durch Fachärzte.

Quelle: MDR/ma/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.11.2019 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2019, 15:33 Uhr

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