01.07.2020 | 15:19 Uhr | Update Illegal Beschäftigte auf Leipziger Baustelle aufgegriffen

Beamte des Zoll kontrollieren Bauarbeiter während eines Einsatzes auf einer Großbaustelle im Stadtteil Niederrad.
Zollbeamte auf einer Baustelle (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Mit einem Großeinsatz sind Zoll und Polizei in Leipzig-Möckern am Mittwoch auf einer Baustelle gegen mutmaßliche Schleuser vorgegangen. Dabei wurden acht illegal Beschäftigte entdeckt. Das sagte der Sprecher der zuständigen Bundespolizeidirektion in Halle, Maik Fischer, MDR SACHSEN. Darüber hinaus hätten die Beamten noch 20.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Auch ein Fluchtversuch während der Razzia sei verhindert worden.

Die Ermittlungen begannen bereits im Mai 2019. Damals war nach Angaben des Bundespolizeisprechers in Berggießhübel unweit der tschechischen Grenze ein Dokumentenkurier aufgegriffen worden, der gefälschte Papiere aus Osteuropa nach Leipzig bringen sollte.

Durchsuchungen in Bad Dürrenberg

Am Mittwoch gab es im rund 30 Kilometer von Leipzig entfernten Bad Dürrenberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt Durchsuchungen, hieß es von der Sprecherin der Bundespolizei. Dort sollen Arbeiter möglicherweise illegal untergebracht worden sein.

In einem anderen Fall haben Bundespolizisten am Mittwochmorgen vier Wohnungen in Wurzen durchsucht. Vier Personen wurden dabei vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, sich mit gefälschten Papieren illegal in Deutschland aufzuhalten.

Zoll kontrolliert auch die Landwirtschaft

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass bei Kontrollen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit in der Landwirtschaft durch den Zoll in Thüringen und Südwestsachsen in 38 Fällen Unregelmäßigkeiten festgestellt worden waren. Bei insgesamt 63 Betrieben seien bereits Mitte Juni die Unterlagen von 682 Erntehelfern geprüft worden, teilte das Hauptzollamt Erfurt am Dienstag mit. In Thüringen wurden dabei 36 Verstöße gegen die Arbeitsbedingungen festgestellt, zwei in Südwestsachsen.

Unter anderem ergaben sich demnach in 14 Fällen in Thüringen und zwei in Südwestsachsen Anhaltspunkte dafür, dass Arbeitnehmer nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn bekamen. In elf weiteren Fällen habe es Hinweise gegeben, dass Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge für ihre Beschäftigten entweder nicht oder nicht in richtiger Höhe abführten.

Quelle: MDR/dpa/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio |01.07.2020 | 12:00 Uhr |in den Nachrichten

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