Der Innnenstadtring in Leipzig
Bildrechte: MDR/Raja Kraus

Nach OVG-Urteil zum Radfahrverbot "Die Angst fährt mit"

Nachdem das Oberverwaltungsgericht in Bautzen das Radfahrverbot auf dem Innenstadtring in Leipzig gekippt hat, fällt die Reaktion der Bürger gemischt aus. Die meisten sehen das Radfahren auf dem Ring skeptisch. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub freut sich dagegen künftig auf Rad-Runden über den Promenadenring.

Der Innnenstadtring in Leipzig
Bildrechte: MDR/Raja Kraus

Noch fahren nur motorisierte Verkehrsmittel über den Leipziger Innenstadtring. Doch schon in wenigen Wochen könnten dort auch Radfahrer anzutreffen sein. Am Mittwoch hatte das Oberverwaltungsgericht in Bautzen das gut 40 Jahre währende Radfahrverbot gekippt. Zur Begründung hieß es, es habe Ermessensfehler bei der Ausweisung von Radfahrverboten und benutzungspflichtigen Radwegen bei der Stadt gegeben. Nun muss Leipzig seinen Radverkehr neu planen. Die gerichtliche Entscheidung kommt weder bei Auto- noch bei Radfahrern gut an.

Umfrage: Angst fährt mit

Ein Mann bittet einen Radfahrer um eine Unterschrift.
Immer mehr Radfahrer gibt es in Leipzig. Das derzeitige Radwegenetz ist in manchen Teilen für soviel Radler nicht konzipiert. Bildrechte: MDR/Grit Grimmer

In einer Umfrage von MDR SACHSEN erklärten die meisten Radfahrer, dass sie das Fahren auf dem Ring als zu gefährlich einstufen. Es gebe zu viel Verkehr, zu oft schon habe es tödliche Verkehrsunfälle gegeben. Zudem sei die derzeitige Verkehrsführung nicht für alle Verkehrsteilnehmer ausgelegt. Und auch die Autofahrer können über die stattgegebene Klage eines Leipzigers nur den Kopf schütteln. Schon als Autofahrer sei es auf dem Ring sehr unübersichtlich, für Rad und Auto sei es zu gefährlich. Ein Bürger beklagte sich, dass damit der Autoverkehr für den abstrusen Fahrradkult geopfert würde. Ein anderer gab zu bedenken, dass Fahrradfahrer gerne rücksichtslos unterwegs seien, dadurch die Unfallgefahr steige.

Freude beim ADFC - Kummer bei der Stadt

Alexander John vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Leipzig ist froh über das Urteil. Er hofft, dass die Stadt jetzt gezwungen ist, sich ein besseres Radwegekonzept auszudenken.

Wir erwarten von der Verwaltung, dass sie ein Konzept erarbeitet und an alle Radfahrenden denkt am Promenadenring und sich dafür nicht wieder 20 Jahre Zeit lässt, sondern sofort loslegt und wir im nächsten Jahr dort Resultate sehen.

Alexander John ADFC Leipzig

Doch Matthias Hasberg, Sprecher der Stadt Leipzig, macht deutlich: Änderungen gehen nicht von heute auf morgen. Fahrräder am Ring mit einzubinden, sei eine große Herausforderung, vor allem am Hauptbahnhof. Deshalb appellierte er bei MDR SACHSEN an alle Radfahrer:

Auch in dem Moment wo Radfahren erlaubt ist: Bitte auf den Radwegen bleiben, die entlang des Ringes führen. Die sind sicher, die sind für Radfahrer gemacht und da passiert einem dann auch nichts.

Matthias Hasberg Sprecher der Stadt Leipzig

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.09.2018 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 19:54 Uhr

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