Zukunftssorgen | Update Lehramtsstudenten besetzen Rektorat der Uni Leipzig

Uni Leipzig
Lehramtsstudenten haben an der Uni Leipzig das Rektorat besetzt. Bildrechte: IMAGO

Eine Gruppe von Lehramtsstudierenden hat am Mittwoch das Rektoratsgebäude der Universität Leipzig besetzt. Sie fordern eine Verlängerung aller bestehenden Arbeitsverträge in der Lehramtsausbildung bis September 2021. Sprecher Felix Fink sagte: "Wir fordern, dass die Uni Leipzig mit ihrer aktuellen Stellenpolitik Schluss macht. Sie hat nämlich das Lehrdeputat für die Dozenten von 16 auf 20 Stunden pro Woche erhöht und gleichzeitig Dozenten entlassen, das führt zu einer enormen Verschlechterung der Qualität des Lehramtsstudiums."

Studenten klagen über schlechte Betreuung

Die Studierenden könnten nicht ausreichend gut betreut werden, hieß es. Das bedeute zum Beispiel, dass die Studentenschaft nicht wisse, wer sie am Ende des Semesters prüfen wird und bei wem sie ihre Examensarbeit anmelden können. Zugleich müssten bei fehlender Finanzierung weniger Lehrende künftig mehr Stunden geben. Die Besetzer und Besetzerinnen hätten dem Rektorat angekündigt, solange im Gebäude auszuharren, bis alle laufenden Verträge in der Lehrerbildung bis zum September 2021 verlängert werden. Am Donnerstag um 10 Uhr haben sie zu einer Pressekonferenz eingeladen.

Die Studierenden hatten in den vergangenen Wochen bereits mehrfach gemeinsam vor dem Rektorat und vor dem Landtag in Dresden demonstriert, bisher ohne Ergebnis.

Uni-Leitung widerspricht Studenten

Die Uni-Leitung widerspricht den Darstellungen der protestierenden Studenten. Prorektor Thomas Lenk sagte MDR SACHSEN, er könne Sorgen von Studenten verstehen, man müsse aber bei den Fakten bleiben. So gebe es keine Entlassungen. Vielmehr liefen befristete Verträge für 182 Lehrkräfte zum Jahresende aus, da zahlreiche Bildungspakete des Landes seit 2012 endeten. Die Uni habe allerdings mit Verhandlungen beim Wissenschaftsministerium erreicht, dass zugleich 169 Stellen neu und unbefristet ausgeschrieben werden können. Dazu gehörten fünf Didaktik-Professuren, womit die Qualität der Lehre weiter gesteigert werden könne, sagte Lenk. Können alle Stellen wie geplant besetzt werden, drohten keinerlei Einschränkungen bei der Lehre für die Lehramtsstudenten. Das liege auch daran, dass die neuen Stellen eine höhere Zahl von Semesterwochenstunden in der Lehre vorsähen.

Der Uni sei ferner wichtig, Doktoranden eine Möglichkeit zum Abschluss ihrer Promotion zu ermöglichen. Hierfür gebe es ebenfalls Finanzierungsmodelle, bei denen die Wissenschaftler neben Forschung auch in der Lehre eingesetzt würden.

Quelle: MDR/epd/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.07.2020 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

MDR SACHSENSPIEGEL | 30.07.2020 | 19:00 Uhr

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