Carsten Rentzing
Landesbischof Carsten Rentzing Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

07.10.2019 | 11:40 Uhr Interview: Rentzing steht zu Studentenverbindung und distanziert sich von Auftritt

Carsten Rentzing
Landesbischof Carsten Rentzing Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing begründet seine weitere Mitgliedschaft in der schlagenden Studentenverbindung "Alte Prager Landsmannschaft Hercynia" mit Freundschaften. Diese seien ihm bis heute sehr wichtig, sagte der Kirchenmann in einem Interview mit der "Leipziger Internet Zeitung". Allerdings ruhten seit mehr als 25 Jahren alle seine Aktivitäten in der Studentenverbindung. Er halte aber Kontakt "zu den alten Freunden" und zahle die "geforderten Beiträge".

700 Unterzeichner einer Petition

Sächsische Christen, darunter mehrere Pfarrer, hatten am 27. September eine Online-Petition an Rentzing gerichtet. Darin forderten sie den Bischof auf, sich von dem Vortrag von 2013 in der Berliner "Bibliothek des Konservatismus" zu distanzieren, die der Neuen Rechten zuzuordnen sei. Zugleich verlangten die Autoren eine Stellungnahme, warum er bis heute Mitglied in der schlagenden Studentenverbindung sei. Auch forderten sie von Rentzing "eine öffentliche und deutliche Distanzierung von allen nationalen, antidemokratischen und menschenfeindlichen Ideologien". Die Petition hat bislang gut 700 Unterzeichner.

Rentzing distanziert sich von Auftritt in Berlin

Im Interview mit der Internetzeitung hat sich Rentzing von einem Auftritt in der "Bibliothek des Konservatismus" distanziert. Es sei offensichtlich, dass die Einrichtung zum rechten Spektrum gehöre, sagte er. Dies sei ihm damals "nicht so deutlich bewusst gewesen wie es sich heute darstellt". Nationalistisches, antidemokratisches und extremistisches Denken sei ihm sein ganzes Leben lang "immer fremd geblieben", so der Bischof. Er lehne "jede Form von Extremismus, Nationalismus, Rassismus und Menschendfeindlichkeit ab".

Zur Petition selbst äußere er sich nicht, nehme aber "schmerzhaft zur Kenntnis, dass die Spaltung der Gesellschaft auch vor der Kirche nicht haltmacht". Die Erstunterzeichner habe er zu einem Gespräch eingeladen.

Quelle: MDR/lam/epd/LIZ

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.09.2019 | 17:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 11:40 Uhr

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