Den Ernstfall proben Rettungshunde trainieren auf ehemaligem Kasernengelände in Leipzig

Wacklige Steine, eingestürzte Decke, schlechte Sicht - wenn Menschen aus Trümmern geborgen werden müssen, sind gut geschulte Hunde oft die einzige Rettung. Seit diesem Jahr trainiert die Rettungshundestaffel der Johanniter in den Trümmern einer ehemaligen Kaserne in Leipzig-Gohlis.

Rettungshunde Johnniter Leipzig
Retter auf vier Beinen: Die Rettungshundestaffel der Johanniter trainiert auf einem ehemaligen Kasernengelände in Leipzig. Bildrechte: MDR/Ines Adam

Auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Leipzig-Gohlis trainieren Vierbeiner für den Ernstfall. Die Rettungshundestaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe darf hier in den Trümmern die Suche nach Verschütteten proben.  

Einer der angehenden Trümmerhunde ist der dreijährige Rüde Biggs. Seine Besitzerin ist Maria Balke von den Johannitern. Seit sechs Jahren ist sie schon als Ehrenamtliche in der Rettungshundearbeit tätig. "Die Arbeit ist für mich und die Hunde sehr abwechslungsreich", erklärt sie im Gespräch mit MDR SACHSEN. Zudem sind die Hunde durch ihr geringes Gewicht und ihren guten Geruchssinn besonders gut für die Rettungsarbeit geeignet. "Sie belasten Trümmerstruktur nicht so sehr und können auch große Geländeabschnitte ohne Menschen absuchen", betont Balke.

Zwei Jahre Ausbildung

Und damit Biggs später genau weiß, was er im Ernstfall machen muss, trainieren er und Besitzerin Balke auf dem Gelände. Mindestens zwei Jahre Ausbildung braucht ein geeigneter Hund, bevor er für den Notfall einsatzbereit ist. In den Trümmern lernt Biggs aus diesem Grund nach sogenannten Dummies zu suchen. Wenn er etwas findet, gibt es eine Belohnung. "So verstärken wir das Verhalten der Hunde", erklärt Balke. "Hier kann er auch lernen, wie er geschickt über die losen Steine laufen und sich auf instabilem Untergrund bewegen und reagieren kann."

Rettungshunde Johnniter Leipzig
Biggs will Trümmerhund werden: Zusammen mit Maria Balke von den Johannitern trainiert er den Ernstfall. Bildrechte: MDR/Ines Adam

Auch wenn hier der Einsatz in eingestürzten Gebäuden geprobt wird, kommen die Rettungshunde eher bei der Flächensuche zum Einsatz, erklärt der Leiter der Hundestaffel Sebastian Kupke. "Die meisten Einsätze haben wir bei der Suche nach vermissten Personen in Wäldern." Derzeit hat die Hundestaffel 27 Tiere, um die sich 24 Menschen kümmern. Trainiert wird laut Kupke zwei Mal die Woche.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.12.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2018, 16:04 Uhr

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1 Kommentar

16.12.2018 10:42 André 1

Meine große Anerkennung, mein Dank und Respekt an all die freiwilligen Helfer, die jeden Tag rund um die Uhr und bei jedem Wetter zur Verfügung stehen und sich aufopfern. Dankeschön und eine friedvolle, gesegnete Weihnachtszeit.

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