06.02.2020 | 11:22 Uhr Riekewald tritt bei Leipziger OB-Wahl nicht mehr an

Im Rennen um das Oberbürgermeister-Amt in Leipzig wollen Linke, Grüne und AfD heute festlegen, ob ihre Kandidaten beim zweiten Wahlgang antreten. Die Linke-Kandidatin hat sich bereits zum Rückzug entschieden - zugunsten des SPD-Kandidaten Burkhard Jung.

Plakate auf den Straßen in Leipzig
Ist dies das der Beginn einer "wunderbaren Freundschaft"? Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Linken-Bewerberin für das Oberbürgermeister-Amt in Leipzig, Franziska Riekewald, tritt im zweiten Wahlgang nicht mehr an. Die Politikerin erklärte auf einer Pressekonferenz, dass sie diese Entscheidung mit den Gremien ihrer Partei beraten habe und sie sich für eine Unterstützung von Amtsinhaber Burkhard Jung ausspreche.

Das ist nicht bloß ein Rückzug, sondern eine ganz klare Wahlempfehlung für den 1. März.

Franziska Riekewald OB-Kandidatin der Linken in Leipzig

Die Linken haben sich nach eigenen Angaben mit Jung auf eine Reihe von Inhalten verständigt, die er im Wahlkampf und als Oberbürgermeister vertreten solle. Dazu gehören bezahlbare Mieten, ein 365-Euro-Ticket im Nahverkehr und keine Privatisierungen kommunaler Unternehmen.

Grüne und AfD entscheiden noch heute über weitere Kandidatur

Auch Grüne und die AfD wollen heute festlegen, ob ihre Kandidaten beim zweiten Wahlgang am 1. März antreten. Davon hängt ab, ob und wie sich Mehrheiten zugunsten der beiden Bewerber verschieben, die im ersten Wahlgang am Sonntag vorn gelegen hatten. Grüne, Linke und SPD erhielten in der Summe gut 55 Prozent der Stimmen. Sollten sie sich zusammentun, würde es eng für die CDU und Sebastian Gemkow.

Die Grünen entscheiden um 18 Uhr in einer Mitgliederversammlung, ob Katharina Krefft dabei bleibt. Sie war auf 12,0 Prozent gekommen. Bei der AfD wird ein Parteitag beschließen, ob Christoph Neumann noch einmal antritt, er erhielt 8,7 Prozent im ersten Wahlgang. Diese Entscheidung soll laut AfD aber erst am Freitag verkündet werden.

Erste Runde ging an CDU-Kandidaten

Im ersten Wahlgang hatte der CDU-Bewerber Sebastian Gemkow mit 31,6 Prozent knapp vor dem langjährigen SPD-Amtsinhaber Burkhard Jung gelegen, der 29,8 Prozent bekam. Das galt als Überraschung. Die absolute Mehrheit verfehlten beide aber weit, so dass eine zweite Runde die Entscheidung bringen muss. Das drittbeste Ergebnis hatte mit 13,5 Prozent Franziska Riekewald von den Linken erzielt.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 06.02.2020 | 19:00 Uhr

29 Kommentare

Freiheit vor 37 Wochen

In Görlitz war es für die GrünInnen noch ok, die CDU zu wählen? Ach, da ging es ja darum den AFD-BM zu verhindern. Hier muss die CDU verhindert werden. Das sind mir schon Demokraten...

Denkschnecke vor 37 Wochen

Wenn das so ist, stimmt die AfD offenbar für jeden, bloß weil es Unruhe stiftet. In Thüringen haben sie ja jemanden gewählt, der laut Wahlprogramm für ein "weltoffenes Thüringen", "Asylrecht ist Menschenrecht" und "sich dem Klimawandel stellen" eintreten wollte. Einen Mangel an inhaltlicher Flexibilität kann man ihnen dann kaum noch vorwerfen... :-))

Peter vor 37 Wochen

nasowasaberauch, die Forderungen der Linken an Herrn Jung stehen heute in der LVZ: 365-Euro-Jahresticket im ÖPNV, schrittweise kostenfreier ÖPNV für Kinder und Jugendliche, mehr sozialer Wohnungsbau bei der LWB, jährliche Anpassung der Wohn- und Heizkostenzuschüsse für Geringverdiener, Bekämpfung der Kinderarmut, 3 neue Gemeinschaftsschulen in städtischer Trägerschaft.
Ich als Leipziger habe damit kein Problem. Sie?

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