21.01.2020 | 14:21 Uhr Gemälde von Maler Oskar Moll kehrt nach Leipzig zurück

Oskar Moll: Stillleben mit Mohn und schwarzer Kanne, 1916, Öl auf Leinwand100 x 120 cm
Bildrechte: Bayer AG/Dirk Hansen

83 Jahre nach seiner Beschlagnahmung kehrt am Dienstag ein wichtiges Gemälde des Malers Oskar Moll nach Leipzig zurück. Das Gemälde "Stillleben mit Mohn und schwarzer Kanne" war 1937 von den Nazis als "entartete Kunst" aus dem Museum der Bildenden Künste in Leipzig entfernt worden. Danach gelangte es auf Umwegen in den 1950er-Jahren in den Besitz der Bayer AG, erklärt Museumsdirektor Alfred Weidinger MDR SACHSEN.

Rückgabe mit großer Bedeutung

Die Rückgabe des Gemäldes habe für das Museum eine "ganz große Bedeutung", so Weidinger. Dass ein Eigentümer ein Kunstwerk aus eigenem Antrieb zurückgebe, komme fast nie vor, betont er. "Das Unternehmen fühlt sich moralisch verpflichtet, das Bild zurückzugeben." Aber auch die Herkunftsforschung des Museums habe einen großen Anteil an der Rückkehr des Gemäldes, ergänzt Weidinger. Für das Kunstwerk wurde bereits ein Platz in der Dauerausstellung reserviert.

Opfer "entarteter Kunst"

Das Museum hatte das Bild 1920 erworben. Es gilt als ein hochwertiges Beispiel für den deutschen Expressionismus. Diese Stilrichtung wurde dem Gemälde in der Nazizeit zum Verhängnis. 1937 wurde es zusammen mit fast 400 weiteren Kunstwerken aus Leipzig im Rahmen der Propagandaaktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt. Deutschlandweit verschwanden 21.000 Kunstwerke aus deutschen Museen.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.01.2020 | 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2020, 14:23 Uhr

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