Schlägerei und Eskalation Volles Programm: Bereitschaftspolizei Sachsen übt Ernstfall

Zimperlich dürfen Sachsens Bereitschaftspolizisten nicht sein, wenn sie dahin geschickt werden, wo es eskalieren könnte. Damit sie im Ernstfall ihre Arbeit in Fußballstadien, bei Demos, Barrikaden-Kämpfen oder Gewaltaktionen erledigen können, müssen sie die Szenarien üben. So geschehen am Donnerstag im Leipziger Norden.

80 Beamte der Bereitschaftspolizei stellten am 21.2.2019 brenzlige Einsatzlagen nach, um die Abläufe zu trainieren.
Hooligans gegen Polizeibeamte: Was Bereitschaftspolizisten im Ernstfall zu tun haben, wurde am Donnerstag in Leipzig geübt. Bildrechte: MDR/Susann Blum

Sie stehen da, wo es brenzlig wird und Gefahr droht: zwischen rivalisierenden Fans, Demonstranten oder bei gewaltbereiten Gruppen. Für Sachsens Bereitschaftspolizisten sind Einsätze mit unübersichtlicher Lage Berufsalltag. Am Donnerstag haben die Polizisten Einsätze geübt, die auch schon "live" vorgekommen sind. So wie zuletzt vor drei Wochen in Leipzig, als eine Gruppe Jugendlicher überfallen wurde: Die Täter schlugen auf ihre Opfer ein, verletzten einen Jungen mit einem Messer und flüchteten. Den Fall haben die Beamten in Leipzig nochmals nachgestellt. Polizeihunde und Beamte mimten die Angreifer und Opfer. Geübt wurde das koordinierte Eingreifen von insgesamt 80 Polizisten, Beamten der Beweis- und Festnahmeeinheit, Polizeihunden und dem Wasserwerfer.

Üben für den realen Einsatz

80 Beamte der Bereitschaftspolizei stellten am 21.2.2019 brenzlige Einsatzlagen nach, um die Abläufe zu trainieren.
Auch der Wasserwerfer kam zu Einsatz, als es um Demonstranten ging, die Steine gegen Polizisten warfen. Bildrechte: MDR/Susann Blum

Die Polizisten trainierten verschiedene Szenarien, bei denen Rauchbomben, Schlägereien von Hooligans gegen friedliche Fußballfans und gewaltbereite Demonstranten mit Wurfgeschossen die Lage unübersichtlich werden ließen. Nach den Übungen gab es Einsatz-Kritik: Mal waren die Beamten in den Augen der Einsatzleitung zu langsam oder hätten schneller die Verfolgung der Täter aufnehmen können. "Dafür war die Versorgung der Verletzten vorbildlich", meinte Übungsleiter und Hundertschaftführer bei der Bereitschaftspolizei, Ronny Golze. Die Übungen wurden gefilmt und sollen noch weiter ausgewertet werden.

"Wichtig ist bei der Übung das Zusammenspiel der einzelnen Kräfte zu koordinieren, damit der echte Einsatz richtig funktioniert", sagte die Sprecherin der Bereitschaftspolizei, Silvaine Reiche. Die Anforderungen an die Kollegen änderten sich zwar immer wieder und jeder Einsatz sei anders. Aber: "Je mehr wir üben, desto eher kommen wir an die Realität", betonte Reiche.

Im vergangenen Jahr wurden die rund 1.600 Bereitschaftspolizisten mehr als 2.800 Mal zu Einsätzen gerufen.

80 Beamte der Bereitschaftspolizei stellten am 21.2.2019 brenzlige Einsatzlagen nach, um die Abläufe zu trainieren.
Festnehmen, sichern, Identitäten feststellen gehörten zur Einsatzübung dazu. Bildrechte: MDR/Susann Blum

Quelle: MDR/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 21.02.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 20:28 Uhr

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