Beschäftigte bei Halberg Guss in Leipzig streiken
Bildrechte: MDR/Cathleen Prüfer

Keine Einigung Schlichtung bei Neue Halberg Guss gescheitert

Sechs Wochen lang hatten die Mitarbeiter bei Halberg Guss gestreikt, dann wurde ein Schlichtungsverfahren eröffnet. Das ist jetzt gescheitert, erklärte das Unternehmen. Die Gewerkschaft hält das für "unverantwortlich".

Beschäftigte bei Halberg Guss in Leipzig streiken
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Die Geschäftsführung der Neue Halberg Guss hat die Schlichtungsverhandlungen für gescheitert erklärt. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen am Stammsitz in Saarbrücken einen Stellenabbau in deutlich größerem Umfang als noch im Juni an. Im Stammwerk Saarbrücken ging es zuletzt um 300 der 1.500 Jobs. Die Leipziger Gießerei mit 700 Beschäftigten soll Ende kommenden Jahres geschlossen werden.

Unternehmen will Betriebsumbau

Zur Begründung hieß es, die Nachwirkungen des langen und intensiven Streiks hätten dazu geführt, dass eine zukunftsorientierte Lösung nahezu unmöglich geworden ist. Auch Gespräche mit möglichen Investoren hätten nicht die erhoffte Zukunftsperspektive eröffnet. "Wir müssen uns nunmehr mit Nachdruck dem Betriebsumbau der NHG zuwenden." Sechs Wochen lang hatten die Arbeiter in beiden Werken wegen des drohenden Verlusts ihrer Jobs gestreikt. Seit Ende Juli lief eine Schlichtung zwischen Unternehmensleitung und der IG Metall, um Lösungen für einen Sozialtarifvertrag auszuloten.

Gewerkschaft kritisiert "Zockerei" um Arbeitsplätze

Die Gewerkschaft erklärte, der Ausstieg aus den Verhandlungen sei "unverantwortlich". Zumal nach Angaben der IG Metall "erfolgversprechende Verhandlungen" mit einem Kaufinteressenten laufen. "Streit gibt es dabei vor allem über den Kaufpreis, den die Eigentümer der NHG erwarten", sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. Er forderte, die Verhandlungen erfolgreich zu Ende zu führen, anstatt "durch Zockerei Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen".

Streit mit VW

Autoteilezulieferer Neue Halberg Guss gehört seit Beginn des Jahres zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe. Prevent streitet sich seit Jahren mit dem Volkswagen-Konzern über Lieferbedingungen. Dabei geht es auch um mehr Geld für Prevent-Produkte. Bei Prevent-Tochter ES Automobilguss aus Schönheide mündete der Streit vor zwei Jahren in einen Lieferboykott, der die Produktion bei VW zeitweise lahmlegte. In Schönheide sollen 165 von 385 Beschäftigten ihre Stelle verlieren.

Quelle: MDR/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.09.2018 | 17:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 13. September 2018, 13:17 Uhr

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