Ein Verhandlungstisch steht an der Zufahrt zur Neuen Halberg-Guss in Leipzig.
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Arbeitskampf IG Metall will Streik bei Halberg Guss mit Schlichtung beenden

Der Streik bei der Neuen Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken könnte am Montag ausgesetzt werden. Nach sechs erfolglosen Verhandlungen hat die Gewerkschaft nun erneut eine Schlichtung vorgeschlagen.

Ein Verhandlungstisch steht an der Zufahrt zur Neuen Halberg-Guss in Leipzig.
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Die IG Metall will den Arbeitskampf beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) durch eine Schlichtung beenden. Das teilte die Gewerkschaft am Mittwoch mit. Zugleich schlug sie den früheren Arbeitsrichter Lothar Jordan als Schlichter vor.

Laut IG Metall hat die Arbeitgeberseite bis Donnerstag 24 Uhr Zeit, sich zu dem Vorschlag zu positionieren. Sollten Schlichter und Schlichtung angenommen werden, könne der seit sechs Wochen währende Streik ab Montag ausgesetzt werden. Der Eigentümer der NHG begrüßte den Vorschlag der Schlichtung, äußerte sich bis zum Mittwochabend aber noch nicht zur vorgeschlagenen Person.

Schaden minimieren

Mit dem Vorschlag der Schlichtung will die Gewerkschaft auch verhindern, dass die Kunden der NHG weiter mit Lieferengpässen zu kämpfen haben. In der vergangen Woche hatten sich 26 Unternehmen der Maschinenbaubranche, die von der NHG beliefert werden, öffentlich für ein Ende des Streiks ausgesprochen. "Die Fernwirkungen zeigen, welch große Bedeutung die Neue Halberg Guss für die Industrie hat und auch künftig haben könnte, würde sie gut und verantwortlich gemanagt", so die IG Metall. "Nun liegt es an der Geschäftsführung, sich zu entscheiden: weitere Eskalation des Arbeitskampfes mit unabsehbaren Folgen für die Industrie oder das Eingehen auf unseren verantwortungsvollen Vorschlag."

Hintergrund Die Neue Halberg Guss gehört seit Beginn des Jahres zur Prevent-Gruppe. Prevent streitet sich seit Jahren immer wieder mit dem Volkswagen-Konzern über Lieferbedingungen. Dabei geht es auch um Kurbelgehäuse, Zylinderköpfe und Kurbelwellen, die in Leipzig hergestellt werden. Prevent will für diese Produkte mehr Geld - zum Teil wurden die Preise um das Zehnfache hochgesetzt. VW will die Teile nun selbst produzieren. Prevent geht deswegen davon aus, dass das Werk in Leipzig nicht mehr ausgelastet werden kann.

Die Geschäftsführung der NHG will den Standort mit 700 Beschäftigten deshalb Ende kommenden Jahres schließen. Im Stammwerk in Saarbrücken sollen 300 von 1.500 Arbeitsplätzen abgebaut werden. Seit sechs Wochen wird in beiden Werken gestreikt. Die Konflikparteien konnten in Verhandlungen bis jetzt keine Einigung erzielen.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.07.2018 | seit 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten.
Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten. Bildrechte: Kulturfabrik Hoyerswerda/Gernot Menzel

Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2018, 17:31 Uhr

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