22.06.2019 | 17:50 Uhr Schüler diskutieren in Leipzig über Klimaschutz

In Leipzig haben am Sonnabend hunderte Schüler aus ganz Sachsen an einer Klimakonferenz teilgenommen. Diskutiert wurde unter anderem darüber, wie Mobilität und Schulen klimafreundlich gestaltet werden kann. Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte die Konferenz als Antwort auf die Bewegung "Fridays for Future" ins Leben gerufen.

Klimakonferenz Leipzig - zu sehen ein Hörsaal voller Menschen
Bildrechte: MDR / Barbara Brähler

Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler sind der Einladung der sächsischen Landesregierung gefolgt und kamen zur ersten Klimakonferenz nach Leipzig. Angereist waren die Jugendlichen aus ganz Sachsen. Für Noah Wehn, Sprecher des Landesschülerrates, war dieser Zuspruch ein starkes Zeichen.

Schülerinnen und Schüler dürfen nicht nur politisch sein - sie müssen sogar politisch sein.

Noah Wehn Landesschülerrat

Im Open Space zur Themenfindung

Fünf Oberthemen gab es - sogenannte Open Spaces. Darunter wie Mobilität der Zukunft aussehen kann, wie die Energiewende gelingt, wie klimabewusstes Konsumieren geht oder wie Schule klimafreundlich werden kann oder sogar schon ist. Innerhalb dieser Themen konnten die Schüler dann in kleinen Gruppen gut eine Stunde intensiv diskutieren. Es ging von klimafreundlicher Frauenmonatshygiene, über Brennstoffzellen als Antriebsform, bis hin zum schlechten Angebot des Nahverkehrs im ländlichen Raum. Dabei standen ihnen die unterschiedliche Experten aus Politik und Wissenschaft als Gesprächspartner zur Verfügung.

Die meisten Teilnehmer fanden die Konferenz gut. Viel Wissenswertes und Neues sei durch die Experten vermittelt worden. Andere bemängelten, dass es zu wenig Zeit, zu wenig Aufklärung und Information gab. Zudem bezweifelten sie, dass die Forderungen wirklich Gehör bei der Landesregierung finden.

Wir. Machen. Klima.

Menschen auf der Bühne
Kurz nach zehn Uhr ging es los. Von links nach rechts: Moderatorin, Noah Wehn vom Landesschülerrat, Dr. Hartmut Mangold, Staatssekretaär im Wirtschaftsministerium, Thomas Schmidt, Umweltminister, Kultusminister Christian Piwarz und Beate Schücking, Rektorin der Uni Leipzig. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Menschen auf der Bühne
Kurz nach zehn Uhr ging es los. Von links nach rechts: Moderatorin, Noah Wehn vom Landesschülerrat, Dr. Hartmut Mangold, Staatssekretaär im Wirtschaftsministerium, Thomas Schmidt, Umweltminister, Kultusminister Christian Piwarz und Beate Schücking, Rektorin der Uni Leipzig. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler diskutieren über Kimathemen
Im Open Space wurde in mehreren kleinen Gruppen diskutiert. Insgesamt gab es fünf große Runden, über 54 Unternehmen wurden dabei besprochen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler Klimakonferenz in Leipzig
Noah Wehn, Landesschülersprecher, freute sich über den enormen Zuspruch. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ministerpräsident Kretschmar im Gespräch mit Schülern
Am frühen Nachmittag kam Ministerpräsident Michael Kretschmer. Er wurde von Vertretern des Landesschülerrates empfangen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Infotafeln
Gut eine Stunde Zeit hatten die jungen Menschen, um sich über ein spezielles Thema Gedanken zu machen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Infotafeln
Die Tafel der Mobilität in zwei Farben. Grün ist positiv, rot negativ. Der Wunsch der Schüler, mehr bezahlbare Mobilität auf dem Land. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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Viele Forderungen an Kretschmer

Ganz umsonst waren die Gespräche der jungen Menschen nicht. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nahm sich knapp zwei Stunden Zeit, um mit den Schülern die Ergebnisse zu besprechen. Gefordert wurde von der Landesregierung unter anderem, dass Schulen dazu verpflichtet werden, Müll zu trennen, dass Unternehmen von der Politik gezwungen werden, weniger Plastik zu verwenden, dass Mobilität im ländlichen Raum dringend verbessert werden muss und dass Klimaschutz und Klimawandel als Unterrichtsfach in den Lehrplan aufgenommen wird. Konkrete Zusagen machte Kretschmer zwar nicht, versprach aber zum Beispiel mit Kultusminister Christian Piwarz über die Forderung "Klima als Fach im Lehrplan" zu sprechen.
Der Landesschülerrat will nun die Ergebnisse der ersten Schülerkonferenz zum Thema Klima dokumentieren. Die darin entahltenden Forderungen sollen dann auf dem Schreibtisch des Ministerpräsidenten in der Staatskanzlei landen.

Dann liegt der Ball bei ihm. Dann geht es darum, dass der Ministerpräsident handelt.

Noah Wehn Landesschülerrat

Michael Kretschmer will sich in einem halben Jahr wieder mit den Schülern treffen, um zu sehen, welche der Forderungen erfüllt werden konnten oder noch erfüllt werden müssen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 22.06.2019 | 19:00 Uhr

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21 Kommentare

23.06.2019 20:30 Atze 21

@SGD Harzer:
... rosarote Teddyland... "

Ja, gerade deyhalb, weil wir wissen, was auf diese Generation zukommt...
Ihr Ausdruck bezüglich der derzeitigen Generation ist nicht fair. MfG

23.06.2019 19:28 Atze 20

Ich finde es richtig, dass die Jugend über die Zukunft berät. Es ist ein grosser Hoffnungsschimmer für mich. Es gilt alles, aber auch alles in Zunkunft auf den Prüfstand zu legen. Auch als Grosseltern animieren ich meine Enkel vor Ort zu prüfen, welche Insekten fehlen oder welche wir noch vorfinden. Das sollten die Älteren doch tun können! Das ist nicht zu viel verlangt.
Wir müssen die Kinder doch bestärken.
Es geht keiner Meinung nach jetzt ans Eingemachte.
MfG

23.06.2019 19:16 Wolle1 19

@18...." sie muessen doch nicht mitmachen "... find ich echt gut. Und das im Land der Gesetze und Verbote. Echt selten so gelacht

23.06.2019 18:59 Jan 18

@ Anja. Ich finde es nicht schön, wenn man anderen Menschen, die man nicht kennt Schwachsinn unterstellen. Gerade, wenn sie zu den älteren Menschen gehören, sollten Sie mehr Weisheit an den Tag legen.... :-)
Ich bin der Meinung, dass die Menschheit in rasenden Tempo die Erde drangsalieren. Was schadet es, sich Gedanken darüber zu machen, weniger Müll zu produzieren, den Energieverbrauch zu senken, saubere Luft zu haben. Sie müssen doch nicht mitmachen. Aber verteufeln sie doch nicht die, die nach umweltfreundlichen Aspekten leben wollen.

23.06.2019 18:30 Fakt 17

>>Atheist aus Mangel an Beweisen, #7:
"Aber die Frage ist nicht das Klima sondern ob diese Generation, die eh bald zur Minderheit gehören wird und deshalb keine Zukunft mehr hat."<<
--------
Gäbe es für Sie eigentlich etwas Schlimmeres, als wenn Sie einmal bei einem Thema egal welcher Couleur nicht irgendwie Ihre Fremdenfeindlichkeit nach außen kehren könnten?

23.06.2019 18:25 Fakt 16

>>Anja, #9:
"..es gab immer stets schlechtes Wetter"<<
--------
Hallo, die Rede ist vom Klima, nicht vom Wetter. Ich hatte Ihnen m. W. schon einmal den Rat gegeben, sich über den Unterschied schlau zu machen. Ist offenbar sinnlos.

23.06.2019 17:47 Kolibri 15

"Klima" als Fach im Lehrplan?!
Und darüber will man ernsthaft nachdenken?
Dann nennt es aber auch das, was es sein soll: "Staatsbürgerkunde"!!!

23.06.2019 17:38 aus Dresden 14

"Konkrete Zusagen machte Kretschmer zwar nicht, versprach aber zum Beispiel mit Kultusminister Christian Piwarz über die Forderung "Klima als Fach im Lehrplan" zu sprechen."
Es gibt doch schon den Religionsunterricht, da kann man die Klimareligion doch mit einbauen.

@7 Atheist aus Mangel aus Beweisen
"Aber die Frage ist nicht das Klima sondern ob diese Generation, die eh bald zur Minderheit gehören wird und deshalb keine Zukunft mehr hat."
... tw. gehören sie ja schon zur Minderheit in den westdeutschen Metropolen. Aber man kann sich ja ablenken von dem Blick in die Zukunft - Klima ist da immer gut zur Ablenkung geeignet.

23.06.2019 17:14 wolle1 13

@1 Ich kann Sie voll verstehen. Besonders der Punkt " klimafreundliche" Monatsfrauenhygiene. Langsam fragt man sich in diesem Land wer noch Normaldenkender ist. Die einen protestieren gegen die Kabeltrasse und wuenschen sich deutsche Kleinstaaterei zurueck, andere kriegen nicht mal ein gerechtes Mautsystem auf die Reihe. Und ( fast ) jeder deutsche denkt er ( sie ) kann die Welt retten. Schon mal auf einen Atlas geschaut wie " gross " dies Nation ist? Man kann sich auch selbst was vor machen

23.06.2019 17:06 ach so 12

wie wäre es mit dem Verzicht auf Klassenfahrten, statt dessen Wandern in die nähere Umgebung mit selbstgeschmierten Stullen und Tee aus der Thermosflasche? Keine Klassenfahrten ins Ausland dafür eine Paddeltour im Spreewald(dort kann man über das Insektensterben nachdenken). Nichts mit "work&travel" sondern Erntehelfer beim Bauern. und wenn dann der Rücken weh tut, lernen sie auch noch den Ärztemangel auf dem Land kennen.
@ Jan; ich stimme Bürgerin zu

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