Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Fridays for Future Schüler in Leipzig streiken für den Klimaschutz

Was mit einem Mädchen in Schweden begann, ist mittlerweile zu einer globalen Bewegung geworden. Weltweit gehen Schüler freitags auf die Straße, um gegen die aktuelle Klimapolitik zu demonstrieren. An diesem Freitag waren in über 50 deutschen Städten die Jugendlichen zu den "Fridays for Future"- Streiks aufgerufen, auch in Leipzig und Dresden.

Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Bundesweit sind am Freitag mehr als 25.000 Schüler in Deutschland auf die Straße gegangen. Auch in Leipzig protestierten rund 750 Schülerinnen und Schüler für eine bessere Klimapolitik. Dazu aufgerufen hatte das weltweite Bündnis "Fridays for Future". Das Ziel der jungen Leute ist, die Politiker auf klimapolitische Missstände aufmerksam zu machen und sie aufzufordern, schnelle und konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz einzuleiten.

"Es ist 5 vor 12"

"Wir sind viele, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut", skandierten die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Streikkundgebung in Leipzig. Dass dafür zum Teil der Unterricht geschwänzt wurde, störte die wenigsten Schüler. Eine Schülerin sagte MDR SACHSEN, sie wolle ein Zeichen setzen und trage mögliche Konsequenzen gerne.

Durch den Schulstreik bekommt das Thema Klimaschutz mehr Aufmerksamkeit. Und wir zeigen, dass auch Minderjährige was zu sagen haben.

Schülerin

Fridays for future Schüler in Leipzig streiken für Klimaschutz

Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Rund 750 Schüler versammelten sich auf dem Willy-Brandt-Platz in Leipzig. Ihr Anliegen: Weltweit eine besser Klimapolitik. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Rund 750 Schüler versammelten sich auf dem Willy-Brandt-Platz in Leipzig. Ihr Anliegen: Weltweit eine besser Klimapolitik. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Die Schüler kritisierten vor allem die laxe Umsetzung von Kimaschutzzielen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Auf zahlreichen Plakaten waren Statements der Schüler zu lesen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Die Jugendlichen wollen, dass die Politiker schneller und konkreter für den Klimaschutz einstehen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Mögliche Konsequenzen, weil der Unterricht bestreikt wurde, nehmen die Schüler gerne in Kauf. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Vom Willy-Brandt-Platz ging es zum Augustusplatz und danach Richtung Wilhelm-Leuschner-Platz. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Auf dem Augustusplatz gab es von einzelnen Schülern Ansprachen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Die nächste Kundgebung der weltweiten "Fridays for future"-Bewegung ist für den 25. Januar in Berlin angekündigt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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Der Protest gegen die aktuelle Klimapolitik sei viel wichtiger als Schule, so eine andere Teilnehmerin. Der Klimawandel betreffe alle, hier gehe es um ihre Zukunft und die ihrer Kinder. Eine andere fügt hinzu, dass es ja schön sei, dass die Regierungen Klimaschutzabkommen aushandeln.

Doch irgendwie kann ich die Bemühungen nicht ernst nehmen, weil ich das Gefühl habe, dass die Maßnahmen nicht umgesetzt werden. Ich möchte später in einer Welt leben, in der meine Kinder noch Eisbären kennen.

Schülerin

Sophia Salzberger, Schülerin und Mitorganisatorin der Demonstration, sieht das ähnlich. Sie fordert von der Regierung eine enkeltaugliche Politik. Es könne nicht sein, so die 18-jährige, dass immer nur darüber nachgedacht wird, was bis 2025 oder bis zur nächsten Wahl gemacht werden könnte.

Schüler demonstrieren für einen besseren Klimaschutz
Sophia Salzberger hat den Streik und die Demonstration in Leipzig mitorganisiert. Die Protestform wurde gewählt, weil sie polarisiert und das Thema Klimaschutz besser in die Öffentlichkeit rückt. Mögliche Strafen seitens der Schule nehme sie dabei gern in Kauf. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Sondern es geht darum, was macht man, damit wir Kinder und Jugendliche der Gesellschaft nicht die Fehler die heute gemacht werden, später noch ausbaden müssen.

Sophia Salzberger Schülerin und Mitorganisatorin von "Fridays for future"

Inhalt gut, Weg falsch

Der Leipziger Schülerrat hatte sich im Vorfeld kritisch zur Streikaktion geäußert. Die Art des Protestes sei falsch, sagte Johannes Gosch vom Stadtschülerrat Leipzig MDR SACHSEN. Zum einen sei ein Streik für Schüler rechtlich nicht abgesichert, zum anderen betreffe das Thema nicht bildungspolitische Interessen, was wiederum einen Streik rechtfertigen könnte. Dennoch unterstützt der Stadtschülerrat die Anliegen von "Fridays for future".

Es ist gut und wichtig, dass die Jugendlichen, welche ja die Zukunft darstellen, sich für den Klimaschutz einsetzen. Sie müssen auch frühzeitig darüber aufgeklärt werden. Aber eine Demonstration ist besser als ein Streik.

Johannes Gosch Vorstand Stadtschülerrat Leipzig

Zumal die Schüler durch den Streik mit schulischen Konsequenzen zu rechnen hätten, so Gosch weiter.
Das könnte einige Schüler treffen. Denn manche Schulen lehnten den Streikaufruf ab. Andere Bildungseinrichtungen wiederum hatten ihren Schülern die Teilnahme erlaubt. Allerdings nur mit einem Antrag auf Freistellung, unterschrieben von den Eltern.

Fridays for Future Ist eine weltweite Bewegung von Schülern und Studenten, welche sich für den Klimaschutz einsetzt. Die Bewegung organisiert dafür weltweit jeden Freitag Schulstreiks. Erstmals hatte am 20. August 2018 die damals 15-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ihre Schule bestreikt und vor dem schwedischen Reichstagsgebäude in Stockholm demonstriert. Sie erlangte daraufhin nationale und internationale Aufmerksamkeit, unter anderem war sie auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz im Dezember 2018 zu Gast. In Deutschland wurde das erste Mal im September 2018 in Berlin gestreikt.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.01.2019 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2019, 09:29 Uhr

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34 Kommentare

20.01.2019 10:23 Sachse43 34

Nehmt den Kindern das Telefon weg, erklärt ihnen warum und dann werdet ihr sehen, wie weit deren Engagement tatsächlich geht. Alles in diesem Staat ist nur noch verlogen.

20.01.2019 09:04 Freiheit 33

19.01.2019 21:50 Eulenspiegel----Na dann öffne mal einen Waggon von deinem Güterzug und lass uns teilhaben ab den "Beweisen"!

19.01.2019 23:21 Dresdener Bürger 32

Das Ganze ähnelt den Kinderkreuzzügen, aber noch in der Wohlfühloase der Annehmlichkeiten unserer Wohlstandsgesellschaft.
Den Kindern kann man keinen Vorwurf machen, sondern denjenigen, welche die Kinder für ihre politischen Ziele instrumentalisieren, die über den natürlich wichtigen und notwendigen Umweltschutz, zu dem jeder beitragen sollte, hinausgehen.

@12: sehr guter Kommentar

19.01.2019 21:50 Eulenspiegel 31

Hallo Udo K
„Unabhängig jeglicher Ideologie wäre es begrüßenswert, sich mal nur an nachweisbaren Fakten zu orientieren.“
Dann legen sie doch mal Beweise vor das der Klimawandel nicht von den Menschen verursacht ist. Beweise das der Klimawandel von Menschen verursacht ist gibt es mindestens im Detail eine ganze Güterzugladung.

19.01.2019 20:42 Udo K 30

@ Eulenspiegel 26
Klar, wer nicht Ihre Ansichten teilt, ist ein "Betonkopf".
Wer sagt denn, dass es nicht umgekehrt sein könnte?
Sie legen also fest, wer Ahnung hat?
Unabhängig jeglicher Ideologie wäre es begrüßenswert, sich mal nur an nachweisbaren Fakten zu orientieren.
Dieser Wahn um das Thema Klimawandel dient lediglich einer gewissen Lobby, die daran verdient.

19.01.2019 19:02 ach so 29

Das schwedische Fernsehen war ehrlicher; die kleine Greta sprach vor einem leeren Saal. Nur die erste Reihe war besetzt! Es herrschte keine betretenes Schweigen, es war keiner mehr da!

19.01.2019 18:22 Theophanu 28

Ein guter Lehrer mit soliden Kenntnissen in Ökonomie hätte den Schülern sicher erklärt, dass ein Hightech-Land wie Deutschland, dessen Wohlstand auf der Stärke seiner Exportindustrie beruht, nicht gleichzeitig aus Atomenergie UND Kohleenergie aussteigen kann, und dass der Kohleausstieg Deutschlands de facto nichts bewirken wird in Sachen Klima. Schade, dass es anscheinend zu wenig solcher guter Lehrer gibt.
Das zeigt: Investieren in Bildung ist enorm wichtig.

19.01.2019 18:20 Udo K 27

Ein Schulstreik bewirkt also mehr Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz?
Eine Demo am schulfreien Wochenende würde das nicht tun?
Interessant wäre zu erfahren, wie viele von den Streikenden selbst auf etwas verzichten, was angeblich den Klimawandel stoppen könnte.
Es gibt keinen besseren Beweis für die Indoktrinierung der Schüler in den Bildungseinrichtungen.
Mögliche Strafen nehmen sie gerne in Kauf, na dann weiter so, gern könnt Ihr auch wegen eines billigeren Fluges in den Urlaub ein paar Tage vor den Ferien die Schule schwänzen, macht ja nichts!

19.01.2019 18:15 Eulenspiegel 26

Also ich denke die Kinder machen das schon richtig. Sie haben verstanden das sie es sind die das ganze ausbaden müssen. Wenn hier einige Betonköpfe es als so toll finden fleißig an dem Ast zu sägen auf den sie sitzen sagen die Kinder und Jugendlichen das sie noch ein bisschen leben wollen und das sie eine lebenswerte Erde ihren Kindern übergeben wollen. Besonders lustig finde ich hier das genau dies Betonköpfe die im Grunde keine Ahnung haben und auch keine Bereitschaft zeigen sich differenziert mit dem Problem auseinander zu setzen hier so tun als wenn sie die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten. Geht zu den Kindern und Jugendlichen und diskutiert mit denen. Die werden euch sehr schelle klar machen das ihr im Grunde keine Ahnung vom tuten und blasen habt.

19.01.2019 16:37 Dr. Wolfgang Rathe 25

Natur- und Klimaschutz sind uns allen wichtig. Es lohnt dafür zu arbeiten (ich stimme dem Kommentar Ralf Petermanns gern zu). Allerdings frage ich mich auch, was in den Köpfen jener Eltern vorgeht, die ihre Kinder vor der Selbstbeschädigung durch Lernverweigerung hindern. Eltern, die auf diese Weise die Zukunftschancen ihrer Kinder vermindern beschweren sich möglicherweise später über Chancenungleichheit beim Zugang zu Hochschulen oder begehrten Berufen. So sollte das Interesse der Kinder am Natur- und Klimaschutz zwar gefördert werden, aber nicht unter verantwortungsloser Inkaufnahme von Schäden für Kinder. In diesem Sinne hat die populistische Aktion in Kattowitz einen völlig unsinniges Weg gewiesen und dem vernünftigen Engagement vieler Anderer geschadet.

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