Fall Sophia L. Vermisste Studentin aus Leipzig identifiziert

Sie wollte von Leipzig nach Bayern trampen - und wurde vermutlich unterwegs an der A9 umbracht. Das Schicksal der Studentin Sophia L. bewegt seit zwei Wochen viele Menschen. Nun ist geklärt, dass es sich bei einer in Spanien gefundenen Leiche um Sophia handelt.

Bei der in Spanien gefundenen Frauenleiche handelt es sich um die vermisste Tramperin Sophia L. Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in Bayreuth mit. Mit einem genetischen Fingerabdruck gelang es den Ermittlern des Bayrischen Landeskriminalamtes, den in der Nähe einer Tankstelle in Nordspanien aufgefundenen Leichnam zu identifizieren. Doch mit weiteren Informationen halten sich die Ermittler am Freitag zurück. "Angaben zu den Todesumständen können derzeit nicht gemacht werden", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth mit. So bleibt zunächst offen, auf welche Weise die junge Frau umkam.

Fernfahrer unter Tatverdacht

Sophia L. wollte vor zwei Wochen von Leipzig aus per Anhalter in ihre bayrische Heimatstadt Amberg fahren. Die junge Frau wurde zuletzt an einer Tankstelle in Schkeuditz bei Leipzig gesehen, wo sie in einen Lastwagen mit marokkanischer Zulassung stieg. Danach verlor sich ihre Spur. Der 41 Jahre alte Fahrer des Lkw steht unter Verdacht, die junge Frau getötet zu haben. Der Fernfahrer war bereits zwei Tage nach dem Verschwinden Sophias verhaftet worden und sitzt derzeit in Spanien in Untersuchungshaft. Er soll nach dem Willen der bayerischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert werden. Vier Beamte aus Deutschland - zwei aus Bayreuth, zwei aus Leipzig - waren in Spanien, um eigene Informationen zu sammeln. Inzwischen sind sie von dort wieder abgereist.

Ermittlungen laufen in Bayern

Die Ermittlungen werden von den Behörden in Oberfranken geleitet - weil die bisherigen Untersuchungsergebnisse nahelegen, dass diese Region der Tatort war. GPS-Daten des Lastwagens weisen darauf hin. Von Nord nach Süd zieht sich die A9 Richtung Nürnberg durch den Regierungsbezirk. Einige Tage nach dem Verschwinden der 28-Jährigen durchkämmten Polizisten die Gegend um den Rastplatz Sperbes am südlichen Rand des Landkreises Bayreuth.

Familie kritisiert die Polizei

Auf Twitter und Facebook hatte der Bruder von Sophias L. bereits am Montagabend einen Nachruf veröffentlicht: "Rest in Peace, my wonderful sister, Rest in Peace! You made this world a better place..." - auf Deutsch: "Ruhe in Frieden, meine wundervolle Schwester, Ruhe in Frieden. Du hast diese Welt zu einem besseren Ort gemacht..."

Der Bruder hatte sich seit dem Verschwinden seiner Schwester immer wieder über die sozialen Netzwerke an die Öffentlichkeit gewandt. Am Freitag nun veröffentlichten er und weitere Familienmitglieder einen Brief, in dem sie die Polizei kritisierten. "Mach deine Sache das nächste Mal besser, viel besser, liebe Polizei", heißt es darin. An Polizisten gerichtet schrieben sie: "Wenn das nächste Mal verzweifelte Menschen zu Ihnen kommen, dann sprechen Sie mit ihnen, informieren Sie sie und verschweigen Sie ihnen nichts. Sie vergrößern und verlängern ihr Leid nur unnötig."

Die Familie habe sich zunächst nicht ernst genommen gefühlt, als sie sich an die Polizei gewandt hatte. Zudem sei bei der Polizei über Zuständigkeiten gestritten worden. Seitdem das Verschwinden von Sophia L. öffentlich geworden war, erhielt die Familie zudem Hassmails und Morddrohungen mit fremdenfeindlichem Hintergrund. Man erwäge juristische Schritte, hatte der Bruder dazu gesagt.

Quelle: MDR/mar/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.06.2018 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig
MDR SACHSENSPIEGEL | 29.06.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2018, 18:44 Uhr

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