15.01.2020 | 14:15 Uhr Staatsanwaltschaft Leipzig prüft mögliche Polizeigewalt

Ein Polizist löscht Feuerwerk am Connewitzer Kreuz in Leipzig
Bildrechte: dpa

Nach der Eskalation der Silvesternacht in Leipzig prüft die Staatsanwaltschaft von Amts wegen auch den Verdacht von möglicher Polizeigewalt. Das Internetportal "BuzzFeed News Deutschland" hatte am Freitag Videomittschnitte zu den Ausschreitungen im Stadtteil Connewitz veröffentlicht. Aufgrund dieser Aufnahmen müsse die Behörde nun prüfen, ob es einen Anfangsverdacht für Straftaten gebe, sagte Sprecher Ricardo Schulz. Anzeigen von Betroffenen mutmaßlicher Polizeigewalt liegen allerdings weiterhin nicht vor. Bereits am 12. Januar hatte die Staatsanwaltschaft Leipzig mögliche Geschädigte aufgerufen, sich zu melden.

Vorgehen der Staatsanwaltschaft sorgt für Kritik im Netz

Auf den undeutlichen Aufnahmen ist unter anderem zu sehen, wie Polizisten an einer Person vorbeigehen, die auf dem Boden liegt. Ein Video soll auch einen blutenden Mann in Handschellen zeigen. Die Staatsanwaltschaft hatte versucht, über das Internetportal an das Original Videomaterial und die dazugehörenden Quellen heranzukommen. Das hatte zu Kritik im Netz geführt. Unter anderem erklärte "BuzzFeed News Deutschland" via Twitter, man werde als Journalisten von dem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen und seine Quellen nicht nennen. Ein gegenteilige Verhalten würde "das Vertrauen unserer Quellen" beschädigen, hieß es weiter.

Wegen verschiedener Angriffe auf Polizisten am Connewitzer Kreuz führt die Staatsanwaltschaft derzeit 13 Strafverfahren. Im Zusammenhang mit dem Angriff auf einen Polizeibeamten, der am Ohr operiert werden musste, gibt es laut Schulz keine neuen Hinweise. Es seien weder weitere Zeugenaussagen gemacht noch Videos zur Verfügung gestellt worden. Es werde nach wie vor wegen versuchten Mordes ermittelt. Die Polizei vermutet Linksextremisten hinter den Attacken.

Quelle: MDR/bb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.01.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2020, 14:15 Uhr

32 Kommentare

DER Beobachter vor 1 Wochen

Ich stelle mich sehr gern hinter eine Polizei, die Recht und Ordnung konsequent, rechtsbewusst und verhältnismäßig gegenüber jedermann ohne Ansehen von Einstellung und (politischer, sozialer...) Herkunft der Person durchsetzt. genau in dieser Kombination!

DER Beobachter vor 1 Wochen

HABEN SIE DIE VIDEOS WIRKLICH GENAU ANGESEHEN ? Ansonsten: ich möchte auch nicht unter der Putin-Polizei leben. Manche anscheinend schon. Passt schon...

DER Beobachter vor 1 Wochen

Zumindest lassen sich taktische Einheiten zuordnen, solange die Kollegen die Rückennummer tragen. Da gibt es schon auch Unterschiede... Eine individuelle Kennzeichnung durch die sichtbare Dienstnummer wäre ein Ideal, wie es einzelne Bundesländer pflegen. In manchen demokratischen Staaten gibts sogar den Namen dazu und selbst im vielbeschworenen Law-and-Order-Staat in einigen Bundesstaaten...

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