18.06.2019 | 17:20 Uhr Nahverkehr in Leipzig soll schneller und attraktiver werden

Die Stadt Leipzig hat am Dienstag die vorläufige Endfassung des Nahverkehrsplans vorgestellt. Darin wird auf Nachhaltigkeit und Schnelligkeit gesetzt. Der ÖPNV soll für Bürger und Touristen attraktiver und generell in seinem Anteil gestärkt werden.

Straßenbahnen in Leipzig.
Bildrechte: imago/Stefan Noebel-Heise

Die Stadt Leipzig wächst immer weiter. Um dieser Entwicklung auch im Verkehrskonzept Rechnung zu tragen, hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren den Nahverkehrsplan fortgeschrieben und weiterentwickelt. Am Dienstag hat Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau zusammen mit Vertretern vom Verkehrsamt die vorläufige Endfassung vorgestellt.

Nahverkehrsplan fußt auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein

Die Grundlage für den Nahverkehrsplan war das vom Stadtrat einstimmig beschlossene Nachhaltigkeits-Szenario für die Mobilitätsstrategie Leipzig 2030. Konkret bedeutet das, dass der Schwerpunkt bei den Zielsetzungen auf den umweltfreundlichen Verkehrsarten, wie Fahrrad, Straßenbahn und Bus, liegen soll. Die Stadtverwaltung will die Fahrgastzahlen des städtischen ÖPNV in den nächsten fünf Jahren von 156 Millionen pro Jahr auf 185 Millionen steigern. Außerdem sollen die Taktung von Tram und Bussen erhöht und der Nachtverkehr verbessert werden. Um all das umzusetzen, sollen jährlich zwischen 70 und 80 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert werden.

Wir sind an einigen Stellen an der Grenze und es geht nicht nur darum, die Gleisanlagen und die Wagen auf den neuesten Stand zu bringen, sondern es geht auch um Erweiterungen in der Anzahl der Fahrzeuge und im Streckennetz, ob bei Straßenbahn, Bus oder anderen Verkehrsmitteln, die es vielleicht in der Zukunft geben wird.

Dorothee Dubrau Baubürgermeisterin Stadt Leipzig

Grundsätzlich sieht der Nahverkehrsplan Maßnahmen für alle Verkehrsarten, vom Fußgänger bis zum Autofahrer, vor. Im Zentrum steht allerdings die Stärkung des ÖPNV:

  • 10-Minuten-Taktung auf allen Straßenbahnlinien und auf den Hauptbuslinien während gängiger Verkehrszeiten sowie sonnabends tagsüber
  • 20-Minuten-Taktung oder zweimal stündliche Verbindung in Stadtrandlage
  • Begrenzung von gleiszustandsbedingten Langsamfahrstellen auf maximal acht Kilometer
  • verbesserte Netzverknüpfung
  • barrierefreier Umbau von mindestens zehn Straßenbahn- und 20 Bushaltestellen pro Jahr

Der Leiter des Verkehrsamtes, Michael Jana, beruhigt die, die aufgrund von Beruf oder Mobilitätseinschränkungen auf das Auto angewiesen sind: "Wir unterstützen natürlich weiterhin auch die Entwicklung im Autoverkehr und verlangen nicht von einem Handwerker, nun mit dem Lastenfahrrad zum Kundentermin zu fahren. Auch in das Parkmanagement soll investiert werden."

Nahverkehrsmobilität geht alle an

Die Stadtverwaltung ist äußerst zufrieden mit der Beteiligung der Bevölkerung an der Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Nach eigenen Angaben erhielt das Verkehrsamt 450 Anregungen aus der Bevölkerung, von denen ein Viertel konkrete Aufnahme in den Plan erfuhr.

Mobilität soll sicher, zuverlässig, sauber, bezahlbar sein und eine Teilhabemöglichkeit für alle Menschen und Bevölkerungsgruppen in dieser Stadt bieten.

Michael Jana Leiter Verkehrsamt Stadt Leipzig

Im Herbst wird der Nahverkehrsplan dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt.

Fünf Fahrradstraßen bereits am Montag eingeweiht

Die Stadtverwaltung hat bereits zu Beginn der Woche ein Zeichen für den umweltbewussten Verkehr gesetzt. Im Musikerviertel sind fünf Straßen zu Fahrradstraßen erklärt worden, darunter die Beethovenstraße, die Straße des 17. Juni und die Härtelstraße. Sie stehen künftig ausschließlich dem Radverkehr zur Verfügung. Ausnahmen gelten nur für Anlieger und den Lieferverkehr.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.06.2019 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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1 Kommentar

20.06.2019 11:42 Reinhard Sch 1

Meine Frau wäre schon froh, wenn die Bimmel pünktlich fährt und ausfallende Bahnen angezeigt würden. Das ist ja schon zuviel Service.

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