neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Auch Transportrollen für Pläne werden im Archiv aufbewahrt und ziehen jetzt ebenfalls ins neue Domizil. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Mammutaufgabe Stadtarchiv Leipzig zieht um

Wer schon einmal umgezogen ist, weiß, wie stressig das ist. Richtig knifflig wird es, wenn das ganze historische Gedächtnis einer Stadt umziehen muss, so wie jetzt in Leipzig das Stadtarchiv. Über 12.000 Aktenmeter und viele andere wichtige historische Unterlagen werden dabei umgelagert - eine Mammutaufgabe.

neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Auch Transportrollen für Pläne werden im Archiv aufbewahrt und ziehen jetzt ebenfalls ins neue Domizil. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

In Leipzig hat der Umzug des Stadtarchivs auf die Alte Messe begonnen. In den kommenden sechs Monaten wird das historische Gedächtnis der Stadt mit mehr als 4.000 Urkunden, 12.500 laufenden Metern Akten, 90.000 Karten und Plänen sowie weiterem sensiblen Archivgut erfasst und transportsicher verpackt. Von der Torgauer Straße 74 geht es zum neuen Standort, dem Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe.

Logistische Herausforderung

1.000 Jahre Stadtgeschichte zu transportieren sei eine logistische Herausforderung, erklärt Archivdirektor Michael Ruprecht. Angst habe er dennoch nicht vor der Mammutaufgabe. In der langen Planungsphase sei alles gut durchdacht worden, so dass jede Akte, jede Urkunde ihren Platz auf der Alten Messe finden werde.

neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Gelassen sieht Dr. Michael Ruprecht den Umzug. Planung sei die halbe Miete, erklärt der Historiker. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Leipzig hat jetzt im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Geschichte!

Michael Ruprecht Direktor Stadtarchiv Leipzig

Bildergalerie Wenn Geschichte umzieht

neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Im Planmagazin des alten Archivs lagern zahlreiche Stadtpläne. Der älteste stammt aus dem 16. Jahrhundert und zeigt Teile der Befestigungsanlage der Stadt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Im Planmagazin des alten Archivs lagern zahlreiche Stadtpläne. Der älteste stammt aus dem 16. Jahrhundert und zeigt Teile der Befestigungsanlage der Stadt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Auch Entwürfe von Architekturwettbewerben sind im Planmagazin zu finden. Dieser Entwurf (2. Platz / Büro der Chefarchitekten) stammt aus dem Jahr 1968 und zeigt die geplante Neugestaltung des Bayerischen Platzes (damals Karl-Liebknecht-Platz). Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Im neuen Archiv stehen 20 Regalkilometer bereit, um das historische Gedächtnis der Stadt aufzunehmen. Über 3.000 Paletten mit Archivgut werden es am Ende sein, die vom Osten der Stadt auf das alte Messegelände transportiert werden. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
In der künftigen Empfangshalle des neuen Stadtarchivs wird noch gearbeitet. Bis zum Sommer soll alles fertig sein. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Der Lesesaal im historischen Teil des Sowjetischen Pavillons. 30 Arbeitsplätze werden hier für Nutzer entstehen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
neues stadtarchiv auf der alten Messe / Umzugsarbeiten
Der Portikus mit seiner markanten goldenen Spitze mit rotem Stern steht unter Denkmalschutz. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Alle (6) Bilder anzeigen

Der Umzug erfolgt in mehreren Phasen und mit rund 700 Lkw-Ladungen. Bis Ende Juni sollen alle Archivgüter dann im neuen Depot angekommen sein. Die Bestände umfassen den Zeitraum von der Stadtrechtsverleihung um 1165 bis in die jüngste Vergangenheit.

Warum der Umzug in den Sowjetischen Pavillon?

Da das alte Archiv im Osten der Stadt zu klein wurde, ist seit 2016 der Sowjetische Pavillon auf der Alten Messe für gut 16 Millionen Euro zu einem der modernsten kommunalen Archive Deutschlands umgebaut worden. Etwa 8.200 Quadratmeter bieten künftig Platz für rund 20 Regalkilometer, 186.000 Archivkartons und 468 Planschränke mit 7.020 Schüben. Mit dem Umzug will die Stadt das Archiv als offenes Haus wieder stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern. Daher informiert das Stadtarchiv ab sofort auch auf Facebook über Aktuelles aus der Arbeit und das Schleppen der Umzugskisten.

Der Sowjetische Pavillon 1923 bis 1924 wurde die Messehalle von Oskar Pusch und Carl Krämer entworfen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt. Nach dem Krieg wurde es als Ausstellungshalle der Sowjetunion wiedereröffnet. Seitdem ist die Halle als Sowjetischer Pavillon bekannt. Der Portikus mit seiner markanten goldenen Spitze mit rotem Sowjetstern steht unter Denkmalschutz.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 06.03.2019 | 19:00 Uhr

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.03.2019 | 18:00 Uhr im Radioreport

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2019, 11:55 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen