Großer Müll-Container im Leipziger Park
Bildrechte: Sina Meißgeier

22.05.2019 | 15:30 Uhr Update: Stadtreinigung kämpft gegen Müll in Leipziger Parks

Bei gutem Wetter treibt es Viele in die zahlreichen Parks und Grünanlagen in Leipzig und nicht selten bleiben Grillreste und anderer Müll liegen. MDR SACHSEN hat die Stadtreinigung zu ihren Strategien für ein sauberes Leipzig befragt.

Großer Müll-Container im Leipziger Park
Bildrechte: Sina Meißgeier

In Leipzig Parks fällt in den warmen Monaten mehr Müll an, denn mehr Menschen verbringen Zeit im Grünen. Ob Hundekot, Grillreste, Plastik oder Fast-Food-Verpackungen - der Müll kommt in vielfältigen Formen. Die Stadtreinigung Leipzig hat einige Strategien gegen das Mehr an Müll, das jährlich im Sommer anfällt, entwickelt. Für Unterwegsabfälle hat der Betrieb zum Beispiel zusätzlich 32 große Parkcontainer aufgestellt, mit einem Fassungsvermögen bis zu 1,1 Kubikmeter Müll. Bis zu zwei Mal wöchentlich werden diese geleert und sind ausschließlich für Parkabfälle gedacht, Haus- und Gartenabfälle gehören nicht in diese Tonnen.

"Ohne Meckern, nicht daneben kleckern"

Aufgestellt sind die Container unter anderem im Clara-Zetkin-Park und im Johannapark. Gekennzeichnet wurden sie mit der Aufschrift "Unser Park". Im Lene-Voigt-Park, Friedenspark, Richard-Wagner-Hain, Rabet, Mariannenpark und auf der Großen Rosentalwiese sollen pfiffige Sprüche, wie "Ohne Meckern, nicht daneben kleckern", "Tu es mit Wonne, rein in die Tonne" und "Ohne Gebrüll ab in den Müll" die Parkbesucher zum umweltbewussten Verhalten animieren. Damit der Abfall in den Behältern landet und nicht in der Natur.

Auch für die Grillfreunde, die nicht wissen wohin mit der verbleibenden heißen Asche, hat die Stadtreinigung eine Lösung. Diesen Monat stellt sie Grillaschebehälter für die sichere Glutentsorgung an folgenden Orten auf:

  • Sachsenbrücke
  • Anton-Bruckner-Allee
  • Musikpavillon im Clara-Zetkin-Park
  • Paul-Gerhardt-Weg im Johannapark
  • Leibnizweg im Rosental

Müllsammel-Projekt im Clara-Zetkin-Park

In diesem Jahr gibt es außerdem noch etwas Neues in Sachen Müllsammeln: Die Stadtreinigung unterstützt ein Projekt der Leipziger Initiative "Die Quernetzer". Diese politisch unabhängige und ehrenamtlich arbeitende Gruppe hat in Zusammenarbeit mit Leipziger Künstlern und Startups einen nachhaltigen Stoffbeutel, den sogenannten "Abfall-to-go"-Beutel, entwickelt. 15 Stück wurden Mitte Mai an Parkbänken im Clara-Zetkin-Park und im Palmengarten ausgelegt, um Menschen zu motivieren, herumliegenden Müll aufzulesen. Die erste Testphase des Projekts soll bis Mitte Juni laufen und innerhalb dieses Zeitraums sollen noch 20 weitere Beutel dazukommen.

Statt sich nur über den Müll aufzuregen, wollen wir mit dem Abfall-to-go-Beutel den Leuten etwas an die Hand geben, damit die Parks sauberer werden.

Andreas Mattern Quernetzer

Ursprünglich stammt die Idee aus Schweden. Unter dem Begriff "Plogging" sammeln dort seit mehreren Jahren sportlich ambitionierte Menschen beim Joggen Müll ein.

Plogging Plogging ist ein Kofferwort und besteht aus dem schwedischen Wort "plocka" (aufheben) und Jogging. Seit ca. 2016 steht der Begriff für eine Natursportart, bei der, zumeist organisiert und mit Handschuhen sowie Abfallbehältnissen, die Vermüllung der Landschaft bekämpft wird. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es entsprechende Initiativen. Neben dem sportlichen und dem umweltbewussten Aspekt bietet Plogging auch etwas für die Gesundheit. Durch das regelmäßige Bücken, Aufheben, Aufrichten und Weiterlaufen ist Plogging ein abwechslungsreicheres Training als das normale Jogging, bei dem nur bestimmte Muskelgruppen benutzt werden.

Wenn der Hundehaufen zum Problem wird

Großes Ärgernis für Parkbesucher sind auch die Hinterlassenschaften von Dackel & Co. Wird das Häufchen nicht von den Besitzern mitgenommen, verunstaltet es nicht nur die Parkanlagen und ist ein Ärgernis für viele andere Nutzer. Laut Stadtreinigung kann der Hundekot auch zu Schäden in der Natur führen, denn er stellt eine umweltgefährdende Infektionsquelle dar. Das gilt besonders für Spielplätze oder Parkflächen, auf denen sich viele Menschen aufhalten. Grundsätzlich seien die Hundehalter/-besitzer verpflichtet, die Hinterlassenschaften der Vierbeiner unverzüglich aufzunehmen und in den nächsten Abfallbehälter zu geben, teilte die Stadtreinigung Leipzig mit und beruft sich auf die geltende Polizeiverordnung der Stadt.

Hier hilft derzeit vor allem, die Hundebesitzer zu sensibilisieren sowie die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren.

Stadtreinigung Leipzig

Vermehrt finden sich in den Grünanlagen auch sogenannte "kompostierbare Hundekotbeutel". Das Problem, diese speziellen Beutel brauchen sehr lange bis sie vollständig verrottet sind. Nach der Europäischen Norm darf sich ein Kotbeutel kompostierbar nennen, wenn er innerhalb von 90 Tagen zu 90 Prozent abgebaut werden kann. Der übliche kompostierbare Hundekotbeutel braucht rund 12 bis 25 Wochen, um in einer industriellen Kompostieranlage mehr oder weniger vollständig zu zerfallen. Die Stadtreinigung Leipzig empfiehlt daher, als sinnvollste Maßnahme, den Beutel mit dem Hundekot in die eigene oder öffentliche Mülltonne zu entsorgen.

Quelle: MDR/sm/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.05.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

AKTUELLES AUS SACHSEN

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

23.05.2019 13:45 Paola Manfreda 6

Es ist im Grunde ganz einfach: Ich nehme eine Verpackung mit in den Park und dann wieder zurück nach Hause. Ich grille im Park und nehme den ganzen Verpackungsmüll wieder mit und entsorge es daheim. Was daran schwierig sein soll, ist mir schleierhaft. Wir sind die Stadt. Wir können dazu beitragen, dass der Ort, in dem wir leben, sauber bleibt.
Leipzig braucht nicht zwingend mehr Mülleimer. Aber die Leipziger könnten ihre To-Go-Mentalität überdenken. So sehe ich das.

20.05.2019 20:32 ute 5

das aufstellen von mülltonnen ist ein versuch.
aber: sieht nicht gerade umweltfreundlich aus in den so wunderschönen parkanlagen.
vielleicht könnte eine farbenfreundliche bemalung
etwas helfen; der scbönen natur zur liebe.

eure ute
aus dem schönen zittau

20.05.2019 14:37 Max W. - Ich fasse es nicht! 4

@20.05.2019 13:21 Jale (Und dass mehr Menschen in den Parks sind, liegt auch daran, weil es zu wenig Parks für zu viele Menschen gibt. Hauptsache jedes noch grüne Eckchen wird mit einem modernen Mietshaus bebaut.)

Taj, dann wählen sie weiter SPD: Deren Berliner Bausenator unternimmt im Auftrag der Immobilienlobby allerlei Versuche, das Tempelhofer Feld in Berlin, entgegen einem klaren Volksentscheid, doch noch seiner Klientel in den Rachen zu werfen. Parks bringen keinen zählbaren Mehrwert und anders zählt im Land "unserer Werte" nur noch, wenn man damit Profit generieren kann.
Um das mal ganz klar zu den Hintergründen zu sagen.

[Liebe User,
bitte bleiben Sie beim Thema.
Kommentare ohne Bezug zum Thema des Beitrags werden entsprechend unserer Kommentarrichtlinien (http://www.mdr.de/service/kommentarrichtlinien100.html) nicht freigegeben.
Ihre MDR.de-Redaktion]

20.05.2019 14:14 Max W. - Ich fasse es nicht! 3

Ich empfehle JEDEM, sich in Berlin auf dem Tempelhofer Feld, am Landwehrkanal, im Tiergarten, in Halle auf der Ziegelwiese und neuerdings am Saaleufer, Nähe Holzplatz genau anzusehen, welche Klientel in erster Linie für die Müllberge verantwortlich und zu faul ist, sie selbst zu entsorgen.

Die tabuisierten Rückschlüsse auf gewisse politische Grossentscheidungen der letzten Jahre ergeben sich dann ganz von allein. Die Frechheit, mit der ganz selbstverständlich der Müll liegengelassen wird, passt exakt in den Werte-Kontext dieser politischen Entscheidungen. Die Stadtverwaltungen "kämpfen", wenn überhaupt, mit dieser Tabuisierung der Ursachen und Verursacher.

20.05.2019 13:21 Jale 2

Der Müll liegt AUCH herum, weil einfach nicht genügend Mülleimer gibt (oder warum ist es nötig, 30 große Parkcontainer extra aufzustellen?). Diese hat die Stadt nach der Wende immer weiter reduziert, so dass man teilweise durch den halben Park irrt, bis man mal so ein seltenes Exemplar findet. Und dass mehr Menschen in den Parks sind, liegt auch daran, weil es zu wenig Parks für zu viele Menschen gibt. Hauptsache jedes noch grüne Eckchen wird mit einem modernen Mietshaus bebaut. Früher haben die Leute im Hof oder im Garagenhof oder im Garten gegrillt. Heute darf man nicht mehr im Hof, der Garagenhof ist längst Luxushäusern zum Opfer gefallen und auf die strengen (völlig veralteten) Vorgaben der Kleingartenvereine hat auch keiner Lust. Also ab in den Park, mit hunderten anderen Leuten, die auch Dreck machen...

20.05.2019 12:35 Morchelchen 1

Eigentlich nur ein weiterer Ausdruck für die zugenommene moralische Verwahrlosung. Wenn man sich geistig mal 15 Jahre zurück begibt - da herrschte noch bedeutend mehr Selbstdisziplin. Auch konnte man damals Menschen um mehr Ordnung bitten bis zurecht weisen, die einfach so ihren Plastik- oder Papiermüll fallen ließen. Heutzutage ist das eine riskante Sache. Denn es soll unliebsame Zeitgenossen geben, die darauf nicht nur verbal bösartig reagieren. Letztes Jahr wurde sogar ein Mann in einer Straßenbahn zusammen geschlagen, der einen Jugendlichen merhmals aufgefordert hatte, seine Musik leiser zu stellen.

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen