Stolpersteine werden in eine Fußweg in Leipzig eingelassen.
Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

13.05.2019 | 20:27 Uhr Stolpersteine in Leipzig gegen das Vergessen von Gräueltaten

Stolpersteine werden in eine Fußweg in Leipzig eingelassen.
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Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat am Montag in Leipzig weitere 32 Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt. So etwa an der Pfaffendorfer Straße 52. Hier erinnern nun im Gehweg Inschriften auf goldschimmernden Steinen an Angehörige der jüdischen Familie Kalter, die in Konzentrationslagern litten und den Tod fanden. Von den einst 26 in Leipzig ansässigen Familienmitgliedern haben nur sieben den Holocaust überlebt. Zur Verlegung der Gedenksteine war ein Nachkomme aus dem US-amerikanischen Florida angereist.

Auch am Dorotheenplatz 1 gibt es jetzt Stolpersteine: Dort wohnte die jüdische Familie Bleiweiss, die in Leipzig am Brühl ein Rauchwarengeschäft betrieben hatte. Die fünfköpfige Familie verließ Deutschland 1937 nach antisemitischen Übergriffen. In Frankreich wurde sie 1942 festgenommen. Drei Familienmitglieder wurden während der NS-Diktatur in Auschwitz ermordet, einem Sohn und der Mutter gelang die Flucht.

Insgesamt sind seit 2006 schon über 500 Stolpersteine in Leipzig verlegt worden.

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Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.05.2019 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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14 Kommentare

15.05.2019 12:05 Kirchenmitglied 14

Kritiker, was die in der DDR unschuldig Hingerichteten und die in den Gefängnissen elend zugerichteten Gefangenen betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Ja, für diese Menschen sollten auch endlich Stolpersteine zur Erinnerung verlegt werden.

15.05.2019 07:34 Kritiker 13

Wo sind die Stolpersteine für die verschleppten Kinder und Regimegegner nach 1945? Wo sind die Stolpersteine für die fast ausnahmslos unschuldig Hingerichteten der DDR, die erschossenen Flüchtlinge? Es geht immer nur um Juden, auch wenn an ihnen zahllose Verbrechen begangen wurden was man nicht vergessen darf, aber das ist mir zu einseitig und politisch motiviert.

15.05.2019 01:19 Kirchenmitglied 12

wisdom (10), Stolpersteine werden nicht nur für Juden, sondern auch für andere von den Nazis Ermorderte ausgelegt, z.B. für geistig Behinderte. Wie ist nun Ihre Frage 'Wieso werden diese Menschen in der ganzen Welt geächtet?' im Falle eines Behinderten zu verstehen?

15.05.2019 00:15 Marcel 11

Ich bin bei diesen steinen geteilter Meinung.
Klar ist es gut das man an Opfer von vor über 60 Jahren erinnert, aber wer erinnert an die massenhaft vergewaltigen und ermordeten Frauen unserer verlogen willkommenspolitik? Und wenn ich die beiden Sachen im Kontext betrachte obliegt die frage ob wir uns ewig als tätterrasse sehen wollen... Ich denke nicht denn sonst wiederholt sich die ganze geschichte. Wir begrüßen jeden einzelnen illegalen, sehen zu wie er unsere Kinder vergewaltigt und ermordet. Bis die Stimmung kippt und wir sie da hin jagen wo sie hingehören :nicht hierher. Wir müssen aus die tätter Rolle rauskommen uns selber entscheiden was gut für unser Land ist, sonst beginnt die ganze Geschichte von vorn.

14.05.2019 13:06 Wisdom 10

Immer, wenn ich von einem Stolperstein höre oder einen sehe, frage ich mich: wieso werden diese Menschen in der ganzen Welt geächtet.? Und das schon v o r dem Dritten Reich. Woran liegt es?

14.05.2019 13:05 Udo K 9

Wer Stolpersteine braucht, um Geschichte erlebbar zu machen, beweist einen Mangel an Beschäftigung mit der unrühmlichen und verbrecherischen Vergangenheit.
Ich empfinde auch ohne diese ganze politische Aktivität Abscheu vor den Gräueltaten.
Man darf gespannt sein, welcher Art die Stolpersteine in weiter Zukunft sein werden.

14.05.2019 12:50 Kirchenmitglied 8

@Kritiker, ich habe überhaupt nichts dagegen, Stolpersteine für die im Mittelalter von deutschen Mitbürgern ermordeten Juden zu verlegen.

14.05.2019 11:43 Nachdenker 7

Gerade in Hinsicht auf die Gesellschaftlichen Entwicklungen der jüngsten Zeit. Ist es wichtig darauf aufmerksam zu machen zu welch perversen Taten Menschen fähig sind. Und vor dem vergessen zu bewahren. In Anbetracht der hohen Zahl an Menschen die dieser Zeit zum Opfer gefallen sind kann es nicht genug Erinnerungs Punkte geben. Der Anfang vom Ende ist es wenn ein Mensch der Meinung ist "mehr" wert zu sein als ein anderer. P.s. kann man auch auf Gruppen beziehen.

14.05.2019 11:25 Kritiker an Mediator & Co. 6

Da sieht man mal wieder wie leicht sich die Masse beeinflussen lässt und in bestimmte Richtungen dazu. Es gibt genug Verbrechen in der Geschichte aber nur die Zeit des dritten Reichs wird herausgestellt. natürlich sind die damals verübten Morde nicht zu rechtfertigen, aber das gilt ebenso für zahlreiche andere Straftaten. Wie blind muss man sein um das nicht zu bemerken???

14.05.2019 10:27 Mediator an Kritiker (1) 5

Belegen sie doch einmal, dass der Erinnerungswert minimal ist. Jeder der mit offenen Augen durchs Leben geht sieht diese Steine, wird evtl. neugierig und versucht sie in einen Kontext zu bringen.

PS: Welche Politiker erbringen hier einen Tätigkeitsnachweis? Ihr Beitrag klingt sehr vorurteilsbehaftet!

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