Streikende Mitarbeiter des St. Georg Klinikums vor dem Leipziger Rathaus.
Am Donnerstag streiken am St. Georg Klinikum in Leipzig die Beschäftigten des nichtärtzlichen Dienstes. Grund sind schleppende Tarifverhandlungen. Bildrechte: MDR SACHSEN

Tarifkonflikt Warnstreik am St. Georg Klinikum in Leipzig

Weil die Tarifverhandlungen zwischen dem Leipziger St. Georg Klinikum und Verdi ins Stocken geraten sind, sind Krankenschwestern und Pfleger am Donnerstag in den Warnstreik getreten. Eine Notversorgung gibt es dennoch.

Streikende Mitarbeiter des St. Georg Klinikums vor dem Leipziger Rathaus.
Am Donnerstag streiken am St. Georg Klinikum in Leipzig die Beschäftigten des nichtärtzlichen Dienstes. Grund sind schleppende Tarifverhandlungen. Bildrechte: MDR SACHSEN

Im Leipziger Klinikum St. Georg müssen Patienten am Donnerstag mit längeren Wartezeiten rechnen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des nichtärztlichen Dienstes bis 21:30 Uhr zu einem Warnstreik aufgerufen. Wie Verdi MDR SACHSEN mitteilte, beteiligen sich rund 500 Mitarbeiter an dem Streik. Grund für den Austand sind die seit Anfang des Jahres laufenden Tarifverhandlungen. Auch nach der dritten Verhandlungsrunde liege kein akzeptables Angebot vor, so Verdi. 1.700 Beschäftigte sind von den Verhandlungen betroffen.

Notdienstvereinbarung

Um die Versorgung der Patienten nicht zu gefährden, haben Klinik und Verdi eine Notdienstvereinbarung getroffen. Presssesprecherin Manuela Powollik sagte MDR SACHSEN, dass der Klinikbetrieb im Rahmen der Möglichkeiten weiterlaufe. "Einige Behandlungen und Operationen mussten verschoben werden. Aber die Situation ist handhabbar. Es wird keiner abgewiesen." Verdi-Sprecher Bernd Becker ergänzt: "Wir haben 60 Mitarbeiter wieder in die Klinik geschickt, um die Notdienstversorgung nicht zu gefährden."

Streiktafel vor dem Eingang des St. Georg Klinikums in Leipzig.
Verdi fordert eine deutliche Lohnerhöhung für die Beschäftigten des St. Georg Klinikums in Leipzig. Bildrechte: MDR SACHSEN

Streikgrund

Grund für den Warnstreik sind laut Gewerkschaft die stockenden Tarfiverhandlungen. "Mit dem Austritt des Klinikums aus dem kommunalen Arbeitgeberverband 2010 sind die Beschäftigten von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt", sagte Becker. "Die Kolleginnen und Kollegen brauchen eine spürbare Lohnerhöhung." In dem Tarifkonflikt fordert Verdi sechs Prozent mehr Lohn, das letzte Arbeitgeberangebot lag bei drei Prozent. Am 2. Juli will das Klinikum ein neues Angebot unterbreiten.

Streikende Mitarbeiter des St. Georg Klinikums in Leipzig.
Mit dem Austritt des Klinikums aus dem kommunalen Arbeitgeberverband 2010 sind die Beschäftigten von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt. Bildrechte: MDR SACHSEN

Wirtschaftliche Realitäten beachten

Für das Klinikum sind die Arbeitskampfmaßnahmen nicht nachvollziehbar. Das Zwischenergebnis eines Gutachtens komme zu der Einschätzung, dass die letzte Arbeitnehmerforderung derzeit wirtschaftlich nicht umgesetzt werden könne, ohne das Klinikum erheblich zu gefährden, heißt es in einer Pressemitteilung. Aus diesem Grund sei es wichtig, "dass die Gewerkschaft die wirtschaftlichen Realitäten beachtet und konstruktive Verhandlungen nicht durch Arbeitskampfmaßnahmen bereits vorab gestört werden."

Die Stadt Leipzig konnte als Gesellschafterin des Klinikums bis jetzt noch keine Stellungnahme abgeben.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.06.2018 | ab 8:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2018, 15:54 Uhr

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