Weinreben reihen sich auf dem Weinberg am Störmthaler See bei Leipzig.
Insgesamt hat der Weinberg am Störmthaler See eine Fläche von reichlich 3.000 Quadratmetern. Diese wurde auf die Vereinsmitglieder verteilt. Jedes hat eine Fläche von 99 Quadratmetern gepachtet. Bildrechte: dpa

04.07.2019 | 10:50 Uhr Bundesverwaltungsgericht verhandelt Streit um Weinanbau am Störmthaler See

Weinreben reihen sich auf dem Weinberg am Störmthaler See bei Leipzig.
Insgesamt hat der Weinberg am Störmthaler See eine Fläche von reichlich 3.000 Quadratmetern. Diese wurde auf die Vereinsmitglieder verteilt. Jedes hat eine Fläche von 99 Quadratmetern gepachtet. Bildrechte: dpa

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt am Donnerstag über den seit langem schwelenden Streit um Weinanbau am Störmthaler See. Die Kläger sind Hobbywinzer, die sich in einem Verein zusammengeschlossen haben. Sie wollen durchsetzen, dass sie auf jeweils 99 Quadratmeter genehmigungsfrei Wein anbauen dürfen. Der Freistaat Sachsen will das unterbinden.

Ungewöhnliche Idee für karge Ufer

Die Weinreben am Böschungsufer des Störmthaler Sees hatte die Gemeinde Großpösna 2008 gepflanzt. Zwei Jahre später verpachtete die Gemeinde das Gebiet einem Weinverein. Hauptzweck dieses Vereins ist, den Weinberg zu pflegen und damit auch die Attraktivität des Störmthaler Sees zu erhöhen. In dem Pachtvertrag ist ausdrücklich vereinbart, dass der Verein nicht gewerblich handeln darf und auch den gekelterten Wein nicht verkaufen darf.

Wir sind alle keine Weinbauern, sondern mussten uns das aneignen. Wenn man dann sieht, dass die Trauben gedeihen, ist es einfach ein schönes Gefühl.

Horst Rummel Hobbywinzer

Verstoß gegen Vorschriften

Der Freistaat Sachsen hat 2009 und 2010 gegen die Gemeinde Großpösna Sanktionsbescheide erlassen, weil sie einst ohne Genehmigung Weinreben gepflanzt hatte. Der Freistaat betrachtet dabei die Weinanbaufläche in ihrer Gesamtheit von 3.000 Quadtratmetern. Großpösna hatte gegen die Sanktionsbescheide geklagt. Das Verwaltungsgericht wies die Klage ab. In der Folge wurde die Fläche gerodet.

Fünf, sechs Flaschen Wein

Es ist ein Hobby. Andere haben eine Modelleisenbahn.

Horst Rummel Hobbywinzer

Der Weinverein möchte nun, dass auf den 99 Quadratmeter großen Parzellen die wieder angepflanzen Reben auch dort bleiben dürfen. Er argumentiert, dass der Anbau auf einer so geringen Größe genehmigungsfrei sei und setzt darauf, dass die 3.000 Quadratmeter als 30 Einzelanbaugebiete angesehen werden.

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio| 04.07.2019 | 07:30 Uhr

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