Tag des Friedhofs Südfriedhof Leipzig ist immaterielles Weltkulturerbe

Er ist 134 Jahre alt, 78 Hektar groß und gilt als einer der schönsten Parkfriedhöfe Deutschlands: der Leipziger Südfriedhof. Im Rahmen des "Tag des Friedhofs" am Sonntag ist der Südfriedhof als einer von 300 Friedhöfen geehrt worden. Um die Bedeutung der Friedhofskultur hervorzugeben, ziert nun auch das Schild "Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur" den berühmten Parkfriedhof im Leipziger Osten.

Das Schild "Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur" ziert seit 18.09.2020 den berühmten Parkfriedhof im Leipziger Osten
Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Im Rahmen des "Tag des Friedhofs", der am Sonntag begangen wird, ist der berühmte Südfriedhof im Leipziger Osten als immaterielles Weltkulturerbe geehrt worden. Deutschlandweit haben an diesem Wochenende über 300 Friedhöfe die ersten Schilder mit dem Titel "Immaterielles Kulturerbe Friedhofskultur" erhalten. Die Anerkennung hatte die Kultusministerkonferenz bereits Mitte März auf Empfehlung der Deutschen Unesco-Kommission vergeben. Corona-bedingt konnte die Würdigung noch nicht entsprechend stattfinden. Mit der Aktion "Friedhöfe auszeichnen" ist dies nun nachgeholt worden.

Mehr als nur Grabstätten und Orte der Trauer

Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal sagte anlässlich der Ehrung des Südfriedhofes als Immaterielles Kulturerbe: "Mit dieser Ernennung wird die Schutzwürdigkeit und der besondere gesellschaftliche und kulturelle Wert unserer Friedhofskultur gewürdigt". Deutsche Friedhöfe seien nicht nur Orte der Trauer und des Gedenkens, sondern auch Orte der Begegnung, sagte Rosenthal weiter.

Unsere Friedhöfe sind wertvolle Erholungs- und Naturräume in unserer Stadt, aber auch Kulturräume, die von Menschen gestaltet, gepflegt und bewahrt werden.

Heiko Rosenthal Umweltbürgermeister der Stadt Leipzig

Spaziergang durch die Jahrhunderte

Auch der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, hat die Aufnahme der deutschen Friedhofskultur als immaterielles Weltkulturerbe gewürdigt. In seiner Kolumne beim Berliner Hörfunksender RBB 88,8 sagte er: "Die Kultur um Sterben, Erinnern und Hoffen macht uns zu Menschen. Wo wir uns beerdigen lassen, da haben wir Bleibe und Zukunft." Wer über deutsche Friedhöfe gehe, der gehe durch die Jahrhunderte, sagte der Bischof weiter.

125 Städte beteiligten sich bisher an der Aktion "Friedhöfe auszeichnen". In Sachsen sind neben Leipzig auch die Städte Görlitz, Stollberg, Riesa und Plauen dabei.

Impressionen vom Leipziger Südfriedhof
Bildrechte: Janos Krueger/MDR

Der Südfriedhof Leipzig Der Südfriedhof ist weit über die Stadtgrenzen Leipzigs hinaus bekannt. Auf ihm befinden sich denkmalgeschützte Grabmale vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Den Mittelpunkt bildet das zwischen 1907 und 1909 durch Otto Wilhelm Scharenberg errichtete Krematorium. In der baulichen Konzeption ist die Gesamtheit der Anlage dem bekannten Benediktinerkloster Maria Laach in Rheinland-Pfalz nachempfunden. Seit Jahrzehnten pilgern auch jährlich an Pfingsten die Besucherinnen und Besucher des Wave-Gotik-Treffens zum Südfriedhof. Regelmäßig werden Führungen zu Sepulkralkultur angeboten.

Quelle: MDR/bb/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.09.2020 | 16:30 Uhr

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