Swapfiets Leipzig
Man erkennt sie an dem blauen Reifen: Swapfiets rollen nun auch öfter durch Leipzig. Bildrechte: Lars Tunçay

12.07.2019 | 09:32 Uhr Neues Mietrad-Angebot für Leipzig

Mieten statt kaufen: Mit Swapfiets ist ein neuer Mitbewerber auf dem Leipziger Markt für Mieträder. Das Besondere: Das niederländische Unternehmen bietet einen Rundum-Sorglos-Service.

Swapfiets Leipzig
Man erkennt sie an dem blauen Reifen: Swapfiets rollen nun auch öfter durch Leipzig. Bildrechte: Lars Tunçay

Nach der Aufwärmphase geht es nun richtig los: Der niederländische Anbieter Swapfiets hat das erste feste Ladengeschäft in der Leipziger Innenstadt eröffnet. Seit März war das Unternehmen, das Filialen in 21 deutschen Städten unterhält, in einem Pop-Up-Store in der Petersstraße ansässig. Mit dem Ladengeschäft will man den Vor-Ort-Service nun ausweiten und bis zum Jahresende mehrere tausend Fahrräder unter die Leipziger bringen.

Reparatur oder Tauschrad

"Bicycle as a service" nennt das Unternehmen sein Konzept. Die Idee dahinter ist einfach: Man mietet sich ein Fahrrad bei Swapfiets und der Anbieter sorgt dafür, dass es fahrtüchtig bleibt. Bei Pannen kontaktiert man den Service per WhatsApp, Facebook, der eigenen Swapfiets-App oder mit einem Anruf. Innerhalb von 24 Stunden kommt der Fahrradmonteur zum vereinbarten Termin und Treffpunkt und repariert das Swapfiets innerhalb von 10 Minuten. Ist das nicht möglich, tauscht er es gegen ein neues aus. Daher der Name Swapfiets, der sich aus "swap" (dem englischen Wort für 'Austauschen') und "fiets" (niederländisch für 'Fahrrad') zusammensetzt.

Wenn mal irgendwas schleift, wenn die Kette zu locker sitzt, wenn man einen Platten hat, oder das Licht nicht funktioniert, wenn Teile geklaut werden – man hat einen festen Service, und der ist inklusive.

Andreas Geiger Regionalmanager von Swapfiets in Leipzig

Swapfiets Leipzig
Andreas Geiger in der neuen Leipziger Filiale Bildrechte: Lars Tunçay

Weltweit mehr als 100.000 Kunden

Über 130.000 Kunden in Deutschland, Dänemark, Belgien und der Niederlande hat das Unternehmen bereits. In Leipzig sollen nun einige Tausend hinzukommen. André Illmer, Country Manager von Swapfiets in Deutschland, sieht keine Konkurrenz zu bestehenden Mieträder-Konzepten: "Wir richten uns an die Menschen, die öfter Fahrrad fahren und sich nicht von Minutenpreisen hetzen lassen wollen. Mit unserem Konzept wollen wir dafür sorgen, dass sich mehr Menschen fürs tägliche Fahrradfahren begeistern lassen."

Günstige Startphase

Aktuell liefert das Start-up das persönliche Swapfiets frei Haus zum Preis von monatlich 17,50 Euro. Studenten zahlen 15 Euro pro Monat, also umgerechnet gerade mal 50 Cent am Tag. Nach der Startphase wird sich der Abo-Preis auf 19,50 EUR (17,50 EUR für Studenten) erhöhen. Pressesprecher Sebastian Hesse erklärt: "Beim Einstiegspreis geht es uns nicht um Rentabilität. Uns geht es vielmehr darum, die Leipziger vom Konzept zu überzeugen. Die 19,50 EUR Standard-Abo-Preis sind durchaus rentabel kalkuliert und wir hoffen, an diesem günstigen Preis festhalten zu können."

Der Preis rentiert sich über die Masse. Wir wollten einfach sehr faire Konditionen haben, von denen wir am Ende des Tages auch leben können. Hinzu kommt eine sehr gute Versorgungskette mit einem Lager direkt außerhalb von Leipzig.

Andreas Geiger Regionalmanager von Swapfiets in Leipzig

Swapfiets Leipzig
Der persönliche Kontakt kommt bei den Leipzigern besonders gut an Bildrechte: Lars Tunçay

E-Bike bis 2020

Das monatlich kündbare Abo enthält den persönlichen Reparatur-Service. Der Kunde hat die Wahl zwischen drei Rahmengrößen. Derzeit ist bundesweit nur die Standard-Variante mit sieben Gängen erhältlich. Ein zweites Modell wird getestet. Es handelt sich um "Union Räder", selbst entwickelt, den klassischen Hollandrädern nachempfunden. Das E-Bike für 75 Euro pro Monat soll bis 2020 bundesweit verfügbar sein.

Sächsische Hauptstadt des Fahrraddiebstahls

Swapfiets Leipzig
Doppelt gesichert mit Speichen- und Kettenschloss Bildrechte: Lars Tunçay

Eine besondere Herausforderung in Leipzig stellt der Fahrraddiebstahl dar. Die Messestadt liegt bundesweit auf Platz drei der Fahrradklau-Statistik. Dem steht das Unternehmen laut Pressesprecher Hesse allerdings gelassen gegenüber: "Fahrräder werden in den meisten Fällen gestohlen, um sie auf dem Schwarzmarkt günstig weiterzuverkaufen. Das macht bei Swapfiets wenig Sinn, da unsere Räder gut erkennbar sind. Ein Swapfiets zu stehlen und verkaufen zu wollen, wäre doch recht dämlich. Unabhängig davon sind aber alle Swapfiets mit einem Speichen- und Kettenschloss zweifach abgesichert." Sollte das Rad doch mal gekaut werden, erhalten die Kunden unkompliziert Ersatz. Der Nutzer trägt einen Eigenanteil von 60 Euro.

Wir sind der Schulterschluss zwischen dem Bike-Sharing und dem eigenen Rad. Wir bewegen uns genau dazwischen.

Andreas Geiger Regionalmanager von Swapfiets in Leipzig

Konzept kommt an

In Leipzig wurde das Konzept schon mit dem Soft Launch im März dieses Jahres sehr gut angenommen, sagt Hesse. Vor allem der inklusive Reparaturservice stoße auf sehr viel Zuspruch. Die Kunden schätzen den persönlichen Ansprechpartner vor Ort. Andreas Geiger ergänzt: "Wir spüren, dass die Leipziger Spaß an diesem Konzept haben. Leipzig ist eine Fahrradstadt, eine Stadt der kurzen Wege, es gibt keine Berge. Deswegen fährt der Leipziger gerne Rad."

Zwei Männer fahren Rad in einer Stadt. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 11.07.2019 | 19:00 Uhr

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen

Justizia arbeitet immer langsamer. Zu wenig Richter. Zu wenig Staatsanwälte. Wegen Personalmangels steigt die Verfahrensdauer seit Jahren an. In Ostdeutschland ist sie besonders hoch.
Justizia arbeitet immer langsamer. Zu wenig Richter. Zu wenig Staatsanwälte. Wegen Personalmangels steigt die Verfahrensdauer seit Jahren an. In Ostdeutschland ist sie besonders hoch. Bildrechte: MDR/Enrico Chodor, honorarfrei