Verschiedene Fahrkarten des MDV
Tarifänderungen gibt es beim MDV im ländlichen Raum um Leipzig. Bildrechte: MDR/André Plaul

31.07.2019 | 07:40 Uhr Bus- und Bahnfahren wird in Teilen Sachsens wieder teurer

Verschiedene Fahrkarten des MDV
Tarifänderungen gibt es beim MDV im ländlichen Raum um Leipzig. Bildrechte: MDR/André Plaul

Die Fahrt mit Bus und Bahn wird ab 1. August in der Oberlausitz und Niederschlesien sowie in der Region um Leipzig teurer. Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) und der Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) heben die Preise für einzelne Tickets an.

ZVON: Durchschnittliche Preiserhöhung um vier Prozent

Im Bereich des ZVON steigen die Tarife um durchschnittlich vier Prozent. Der Verkehrsverbund teilte mit, die Preise für Einzelfahrten und Zeitkarten würden je nach gewählter Relation steigen. Fahrgäste können die Preise über einen Tarifrechner online ermitteln. Die Einzelfahrt in den Stadtverkehren steigt von 1,50 Euro auf 1,60 Euro. Anpassungen gibt es auch bei Tageskarten. Neu gibt es Tageskarten für bestimmte Strecken mit festem Start- und Zielort und nicht mehr nur für ganze Regionen.

Die Preise für Senioren-Monatskarten steigen um jeweils zwei Euro, zudem wird eine Partnermonatskarte für Senioren eingeführt. "Flexibler wird künftig das Abo im ZVON. Die Abo-Mindestlaufzeit wird von derzeit zwölf auf dann sechs Monate verkürzt", teilte der Verbund mit. Wer ausgewählte Zeitkarten mit dem Handy kauft, erhält darauf Rabatt bis acht Prozent.

Ein Desiro-Triebwagen des Betreiber Trilex fährt in einen Bahnhof ein
Wer mit dem "Trilex" in Ostsachsen unterwegs ist, braucht ab 1. August neue Tickets. Bildrechte: MDR/L. Müller

MDV: Fahrpreisänderungen rund um Leipzig

Triebwagen vom Typ-RegioShuttle der Mitteldeutschen Regiobahn
Im ländlichen Raum um Leipzig gelten neue Fahrpreise. Bildrechte: MDR/WSB Werbeagentur

Die Preise in den Landkreisen und Stadtverkehren rund um Leipzig steigen im Schnitt um 2,1 Prozent. Dabei bleiben Einzel-, Vier-Fahrten- und Tageskarten für eine Tarifzone preislich konstant, betont der MDV. In den übrigen Preisstufen erfolgt eine differenzierte Preisanpassung, die nach Einschätzung des Verbundes "in der Regel moderater ausfällt". In Grimma wird für Senioren ab 65 Jahren ein Abo-Aktiv-Ticket angeboten. In Leipzig bleiben die Fahrpreise unverändert, da die Stadt eine kurzfristige Erhöhung der Mittelbereitstellung für den ÖPNV in Leipzig für zwei Jahre beschlossen hat. Wer aus der Leipziger Tarifzone 110 hinausfährt, muss allerdings die Fahrpreisänderungen außerhalb der Messestadt beachten.

Beim ZVON und beim MDV können Fahrgäste ihre zum alten Preis gekauften Tickets noch bis Jahresende nutzen. Die Verkehrsverbünde Oberelbe, Mittelsachsen und Vogtland verzichten in diesem Jahr auf Fahrpreiserhöhungen.

VVO/MDV: Einfacher zwischen Riesa und Oschatz pendeln

Talent-Triebwagen der DB Regio bei Dresden
Wer mit dem "Saxonia"-Express zwischen Riesa und Oschatz pendelt, kann ein neues Ticket nutzen. Bildrechte: MDR/L. Müller

Wer zwischen Riesa und Oschatz pendelt, muss demnächst nicht mehr zwei Tickets lösen. Für die von zwei Verkehrsgesellschaften bediente Strecke gibt es jetzt ein gemeinsames Ticket - den sogenannten RiO-Tarif des Verkehrsverbundes Oberelbe und des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Er gilt ab 1. August.

Fahrgäste können ab dann mit nur einem Ticket zum Beispiel die Busse der Verkehrsgesellschaft Meißen in der Tarifzone Riesa, den Regionalexpress zwischen Nünchritz, Glaubitz, Riesa und Oschatz, die Regionalbahn zwischen Stauchitz und Zeithain und auch die Döllnitzbahn nutzen. Angeboten wird dieser Tarif für Einzelfahrten, für Wochen- und Monatskarten sowie für Monatsabos.

Sachsenweit: Schüler und Azubis kommen billiger weg

Ab 1. August können Schüler und Azubis landesweit die neuen Ticketangebote nutzen, die teilweise vom Freistaat finanziell gefördert werden. Das Azubiticket Sachsen ermöglicht den Angaben zufolge Mobilität ab 48 Euro pro Monat, das Schüler-Freizeitticket bringt junge Fahrgäste für zehn Euro je Monat verbundweit zu ihren Freizeitzielen. Beide Tickets sind im Abo für mindestens zwölf Monate erhältlich, personengebunden und gelten nur in Verbindung mit einer gültigen Kundenkarte.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.07.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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16 Kommentare

31.07.2019 18:42 Wo geht es hin? 16

@ Holger Spieler: Also soll "der kleine Mann" nur "schrittweise" ausgeplündert werden? Wie nobel...

31.07.2019 16:21 Maxmoritz 15

Das sind sie also, die Klimamaßnahmen unserer Regierenden und das ist nur der Anfang. Für so etwas haben die Kinder Freitags die Schule geschwänzt. Vorwärts, zu neuen Erfolgen! Weiter so... mich ekelt es an!

31.07.2019 14:18 Wo geht es hin? 14

Eigentlich muss man nur aufmerksam lesen, um zu erkennen, was angekündigt (wir müssen, wir werden, wir sollten) und was wirklich GETAN wird. Und schon weiss man ganz genau, wer hier wen verarscht.

31.07.2019 13:56 Holger Spieler 13

Herr Dulig ist weder Fürst noch Diktator. Der ZVON ist gegen seine Auflösung gewesen. Da kann auch ein Herr Dulig nichts machen. Die Landräte,für Was auch immer es solche bedarf,können sich mit solchen Verbünden sehr wichtig erscheinen lassen. Also,nicht die Politiker anprangern,Die wollen,sondern sachlich die wahren Gründe benennen.
Die Preiserhöhungen finde ich falsch. Um den Nahverkehr zu finanzieren,sollten umweltschädliche Dinge,Benzin,Diesel,Kohle,
verteuert werden. Das aber Schrittweise,sonst bezahlt wieder nur der “Kleine Mann“.

31.07.2019 13:35 Bann 12

Wenn die DB eines Tages der große Player im Verkehr wird,
dann kann es wirklich teuer werden! Die Bahnpreise werden schneller steigen, als die Inflationsrate oder die Löhne. Mancher Bahnreisende wird ein Auge zudrücken, was macht man nicht alles für den Klimawandel.

31.07.2019 13:07 Olaf N 11

Allen die hier meckern und schimpfen sei gesagt: Das Land Sachsen wird seit 30 Jahre von der CDU regiert und die hat den SPNV und ÖPNV massiv zusammen gespart. Das Ergebnis sehen wir jetzt. Dass das nicht nur ökologisch unsinnig, sondern auch sozial unverträglich ist sollte jedem klar sein und die Straßen entlastet man so auch nicht.
Der Dulig hat in den letzten paar Jahren einige richtige Dinge angestoßen, aber gegen die konservativen Bremser in Dresden und den Landkreisen ist es schwierig.
Also wird es vom Ergebnis am 1.9. abhängen, ob wir eine Landesverkehrsgesellschaft, einen Sachsen-Tarif, Ausbau der Infrastruktur mit zum Beispiel Reaktivierung der Verbindungen Döbeln-Meißen, Leipzig-Merseburg bekommen.

31.07.2019 13:06 S.Pflicke 10

Genau deswegen werden wir weiter Autofahren.Diese ganze unverständliche Preisgestaltung gepaart mit ungünstigen Fahrplänen zieht uns unverhältnismäßig Geld aus der Tasche.So wird der Umstieg auf ÖPNV nie funktionieren.
Das Umdenken für den Klimaschutz sollen wieder nur die Verbrauer erbringen und bitte auch bezahlen.Wir haben dafür kein Verständnis und kein Geld.

31.07.2019 12:50 Chemiker 9

Kommentar zum Eintrag von "Reiselust" :
Vor der Gründung einer LVG müssen alle Beteiligten bei dem jetzigen Nahverkehrssystem zustimmen. Vor allem die zuständigen Landräte die in ihren jeweiligen Verkehrsverbünden das Sagen haben. Herr Dulig war der erste Landespolitiker im Freistaat der das jetzige System mit seinen sage und schreibe 5 Verkehrsverbünden in Frage stellte und zu der richtigen Erkenntnis gekommen ist, dass nur eine zentrale Stelle das derzeitige Chaos mit all seinen Unwägbarkeiten beseitigen kann. Aber leider ist bei dem "schwarzen Filz" der seit 1990 in Sachsen herrscht noch keine Einsicht zur Verbesserung gekommen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, welche Verwaltungsmaschinerie hinter jedem einzelnen Verkehrsverbund steckt und wer darin arbeitet und durch wen diese berufen wurde.
Ein Herr Dulig kann auch ohne den Koalitionspartner sowas nicht im Alleingang durchdrücken.

31.07.2019 12:37 Wachtmeister Dimpfelmoser 8

Fügt sich ja nahtlos ein in das neue Bespaßungsprogramm unserer Staats- und Parteiführung, nach dem Bahnfahren bald so billig werden soll, dass wir frohgemut alle Autos und Flugzeuge links liegen lassen.

31.07.2019 12:35 Anton 7

Auch ohne CO2-Steuer weren die Fahrkarten immer teurer. Und was wird mit diesem Steuer...

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