25.01.2020 | 21:20 Uhr Demo in Leipzig: Polizisten angegriffen, Journalisten bedroht

In Leipzig haben am Abend rund 1.600 Menschen gegen das Verbot der Online-Plattform "linksunten.indymedia.org" demonstriert. Nach mehreren Stein- und Böllerwürfen wurde die Demo zwischenzeitlich abgebrochen, später aber fortgeführt. Böller und Steine flogen, Journalisten wurden bedroht. Die Polizei ist auch zur Stunde noch mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Polizisten begleiten eine Demonstration
Bildrechte: dpa

21:20 Uhr | Ticker beendet

An dieser Stelle beenden wir unseren Liveticker von der Demo in Leipzig.

Zusammenfassung

Verletzte und Sachschäden nach Demonstration in Leipzig

25.01.2020, Sachsen, Leipzig: Teilnehmer einer linken Demonstration tragen ein Transparent mit der Aufschrift «wir sind alle linksunten.indymedia.org».
Für "linksunten.indymedia.org" sind 1.600 Demonstraten am Samstagabend durch den Leipziger Süden gezogen. Bildrechte: dpa
25.01.2020, Sachsen, Leipzig: Teilnehmer einer linken Demonstration tragen ein Transparent mit der Aufschrift «wir sind alle linksunten.indymedia.org».
Für "linksunten.indymedia.org" sind 1.600 Demonstraten am Samstagabend durch den Leipziger Süden gezogen. Bildrechte: dpa
Polizisten begleiten die Demonstration gegen das Verbot der Plattform «Linksunten.Indymedia»
Mehrere Demonstrationen waren in der Stadt angemeldet. Die Polizei war mit Beamten aus sechs Bundesländern und der Bundespolizei vor Ort. Bildrechte: dpa
Teilnehmer einer Demonstration in Leipzig zünden Pyrotechnik
Demonstrationsteilnehmer zündeten Pyrotechnik, Raketen und Böller. Sie attackierten Polizisten und Journalisten. Bildrechte: dpa
25.01.2020, Sachsen, Leipzig: Polizisten sperren eine Straߟe bei einer linken Demonstration.
Die Polizei nahm eine Person in Gewahrsam. Sechs Beamte wurden verletzt. Bildrechte: dpa
25.01.2020, Sachsen, Leipzig: Polizisten stehen am Konnewitzer Kreuz.
Noch bevor der Demonstrationszug das Connewitzer Kreuz passierte, eskalierte die Lage. Bildrechte: dpa
25.01.2020, Sachsen, Leipzig: Reste einer eingeschlagenen Scheibe liegen neben einer Straßenbahnhaltestelle, an der Polizisten vorbei gehen.
Sachschadens-Bilanz: Entlang der Karl-Liebknecht-Straße wurden Autos beschädigt, Einsatzfahrzeuge der Polizei attackiert, Scheiben gingen zu Bruch. Eine Straßenbahnhaltestelle wurde zerstört. Bildrechte: dpa
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21:15 Uhr | Reporter geschubst, bedroht, beschimpft

MDR-Reporter berichten mehrheitlich von einer sehr pressefeindlichen Haltung vieler Demo-Teilnehmer. Sie seien geschubst, bedroht, beschimpft und in ihrer Arbeit behindert worden. Eine Reporterin berichtet, sie sei sogar von einer Familie mit Kleinkind massiv bepöbelt worden.

Die Demonstranten sind in Leipzig für die Pressefreiheit auf die Straße gegangen, erklärte ein anderer Reporter, aber nur für ein Medium - indymedia.

So eine pressefeindliche linke Demo habe ich 20 Jahre nicht erlebt.

MDR-Reporter vor Ort

21:00 Uhr | Mehrere Sachbeschädigungen, eine Person in Gewahrsam

Die Demo ist beendet. Wie die Polizei mitteilte, ist im Verlauf des Einsatzes eine Person in Polizeigewahrsam genommen worden. Bislang seien zudem Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und an einer Haltestelle bekannt.

20:53 Uhr | Sechs Polizisten verletzt

Nach aktuellem Stand sind laut Polizei sechs Einsatzkräfte verletzt worden, unter anderem durch Steinwürfe.

20:30 Uhr | Polizisten verletzt

Nach Angaben der Polizei sind während des Einsatz bei der Demo Polizisten verletzt worden. Wie viele konnte der Polizeisprecher noch nicht sagen.

20:18 Uhr | Abschlusskundgebung am Herderplatz

Am Herderplatz in Connewitz findet die Abschlusskundgebung mit rund 300 Teilnehmern statt. Auch während der "neuen" Demo wurde Reportern zufolge immer wieder Pyrotechnik gezündet.

20:05 Uhr | Kritik an Ausschreitungen

Die Linken-Politikerin Juliane Nagel verurteilt in einem Tweet die Ausschreitungen bei der Demo in Leipzig. So ein Verhalten habe nichts mit den inhaltlichen Zielen, die sie durchaus teile, zu tun.

19:44 Uhr | Demo geht als neue Demo weiter

Es wurde eine neue Versammlung angemeldet, die die ursprüngliche Demonstrationsstrecke zum Herderpark fortsetzen möchte. Diese wurde laut Polizei durch die Versammlungsbehörde genehmigt. 20 Uhr soll der Demo-Zug laut Polizei starten.

19:13 Uhr | Demo vorzeitig beendet

Die Polizei erklärt, dass die Versammlungsleitung die Demo aufgrund der Vorkommnisse vorzeitig beendet hat. Die Lage vor Ort ist Reportern zufolge angespannt.

19:07 Uhr | Steine und Böller auf Polizisten

Laut Polizei gab es auch Übergriffe auf Einsatzkräfte. Es flogen Steine und Pyrotechnik. Wie eine dpa-Reporterin berichtet, wurden zudem Polizeifahrzeuge mit Flaschen beworfen.

19:00 Uhr | Angriffe auf Journalisten

Mehrere Reporter des MDR berichten darüber, von Teilnehmern des Demo-Zuges attackiert worden zu sein. Sie wurden bedroht, einem Team wurden Schläge angedroht, einem Kameramann gegen die Kamera getreten.

18:56 Uhr | Pyrotechnik gezündet

Nachdem erste Pyrotechnik von Seiten der Demonstrationsteilnehmer gezündet wurde, appelliert die Polizei, die Verwendung zu unterlassen. Rund um den Demo-Zug ist es mittlerweile stark verraucht. Reporter berichten von "ohne Ende Böllern". Die Polizei erklärt via Twitter, die Demo ab sofort "zur Beweissicherung" zu filmen.

Pyrotechnik bei Demonstrationszug auf der Karl-Liebknecht-Straße Leipzig
Bildrechte: MDR/Sven Knobloch

18:40 Uhr | Das Verbot von "linksunten.indymedia.org"

Hier nochmal Hintergründe zum Verbot von "linksunten.indymedia.org" und zum Ablauf eines solchen Vereinsverbotes.

18:23 Uhr | Demo startet

Die mittlerweile rund 1.300 Demonstranten haben sich laut Polizei in Bewegung gesetzt. Zurzeit ist vor Ort alles ruhig.

18:07 Uhr | Aktuell rund 1.000 Menschen auf Simsonplatz

Die Polizei schätzt die Zahl der Demo-Teilnehmer auf dem Simsonplatz derzeit auf 1.000.

18:00 Uhr | Keine Straßenbahnlinien 10 und 11 mehr ab 18 Uhr

17:50 Uhr | 150 Menschen bei Gegenprotesten

Etwa 150 Menschen haben friedlich gegen die "Aufbruch Deutschland"-Kundgebung von André Poggenburg demonstriert. MDR-Reporter beschreiben die Lage vor Ort als ruhig. Die Kundgebung ist mittlerweile beendet. Verabschiedet werden die Poggenburg-Anhänger von Seiten der Gegendemonstranten mit dem Titel "Time to say goodbye".

17:25 Uhr | Appell an Zivilpolizisten

Der Versammlungsleiter der linksunten-Demo vor dem Bundesverwaltungsgericht fordert die Zivilbeamten der Polizei auf, sich zu erkennen zu geben.

Demo-Banner bei Indymedia-Protest auf Leipziger Simsonplatz
Bildrechte: MDR/Ines Adam

17:12 Uhr | Glascontainer werden abtransportiert

Vor einem Supermarkt am Connewitzer Kreuz in Leipzig transportieren zwei Mitarbeiter – offenbar von der Leipziger Stadtreinigung – Altglas-Container ab.

Altglas-Container am Connewitzer Kreuz werden mit Lkw weggebracht - Indymedia-Demo Leipzig
Bildrechte: MDR/Anja Neubert

17:07 Uhr | Rechte Kundgebung startet

In der Brandstraße beginnt die Kundgebung, an der unter anderem Ex-AfD-Mann André Poggenburg teilnimmt. Sie steht unter dem Motto "Für Meinungsfreiheit und Rechtsstaat. Gegen gewaltbereiten Linksextremismus". Insgesamt zählt die Veranstaltung zur Stunde zehn Teilnehmer.

Als Redner tritt dort unter anderem Rechtspopulist Nicos Chawales auf. Leipzig habe einen Wandel vollzogen – von der Stadt der Friedlichen Revolution hin zu "einem Leipzig, das von Gewalt geprägt wird". Leipzig habe Stadtviertel, "die No-Go-Areas sind, die von linksextremer Gewalt geschüttelt werden", so Chawales.

Chawales war in der Vergangenheit unter anderem bei den fremdenfeindlichen Protesten in Freital und Heidenau 2015 in Erscheinung getreten.

16:45 Uhr | Deniz Yücel als Reporter vor Ort

In Leipzig als Reporter der Tageszeitung "Die Welt" vor Ort: Deniz Yücel. Yücel ist ein deutsch-türkischer Journalist. Er war langjähriger Redakteur der taz und ist seit 2015 Türkei-Korrespondent der Welt.

Ende 2016 geriet Yücel ins Visier der türkischen Justizbehörden und saß ohne Anklage fast ein Jahr in Untersuchungshaft. Im Februar 2018 kam er nach einem Jahr Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß.

Deniz Yücel am Simsonplatz in Leipzig
Bildrechte: MDR/Ines Adam

16:14 Uhr | Heiße Getränke bei Minusgraden

Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt verteilt die Deutsche Polizeigewerkschaft am Simsonplatz vor dem Bundesverwaltungsgericht heiße Getränke an ihre Einsatzkräfte.

16:00 Uhr | Polizisten der Bundespolizei und aus fünf Bundesländern zur Unterstützung vor Ort

Unterstützt wird die Polizei in Leipzig unter anderem von der Bundespolizei. Außerdem sind Polizisten aus Bayern, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vor Ort.

Mannschaftswagen der Bundespolizei vor dem Neuen Rathaus in Leipzig
Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

15:21 Uhr | Indymedia: Warum die Journalistenvereinigung "Reporter ohne Grenzen" das Verbot für überzogen hält

15:10 Uhr | Verkehrseinschränkungen und Straßensperrungen

In den Stadtteilen Zentrum-Süd, Connewitz und Südvorstadt ist ab dem frühen Nachmittag mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Die Polizei bittet darum, den Bereich möglichst weiträumig zu umfahren.

15:00 Uhr | Kontrollbereich bis Sonntagmorgen eingerichtet

Das Sächsische Innenministerium hat auf Antrag der Polizeidirektion Leipzig einen Kontrollbereich angeordnet. Dieser gilt bereits seit Freitagabend 22 Uhr und wird bis Sonntag, 6 Uhr morgens, aufrechterhalten.

In diesem Kontrollbereich ist laut Polizei "das Mitführen von Waffen, Schutzbewaffnung oder sonstigen Gegenständen, die ihrer Art nach zur Verletzung von Personen oder zur Beschädigung von Sachen geeignet und bestimmt sind", verboten. Ebenso steht das Mitführen von Utensilien zur Vermummung dort im Fokus.

13:50 Uhr | Fahrplanänderungen bei der LVB

Wegen der Demonstrationen am Connewitzer Kreuz haben die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) auf Änderungen im Nahverkehr aufmerksam gemacht: So fahren Busse der Linie 89 bis voraussichtlich Sonntag 2 Uhr nur bis und ab Haltestelle August-Bebel-Str. / Richard-Lehmann-Straße.

Auch die Buslinie 107 ist von den Demonstrationen betroffen: Bis Mitternacht fahren die Busse den Angaben zufolge nur zwischen Zwenkauer See und S-Bahnhof Markkleeberg.

Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.01.2020 | ab 10:00 Uhr in den Nachrichten

13 Kommentare

Lutz B vor 22 Wochen

Hier kann schon deshalb keine sachliche Diskussion entstehen weil ihr keine sachlichen Kommentare frei schaltet. Mal abgesehen davon das ein mitlesen bei Twitter mehr Infos verschafft wie ein Ticker welcher nichts berichtet wie irgendwelche unbedeutende Meldungen.

MDR-Team vor 22 Wochen

Hallo Karl Gustav,
bitte bleiben Sie sachlich. Mit Verallgemeinerungen und Unterstellungen kann keinen vernünftige Diskussion entstehen.
Beste Grüße die MDR.de-Redaktion.

Karl Gustav2 vor 22 Wochen

Daß Kleingeistige steht doch schon im Namen. Diese ganze Antifabande sollte umgehend verboten werden und die Bezahlung aufgedeckt werden. Ohne Moos, nix los und arbeiten geht von den Zivilversagern keiner!

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