Für schnellere Diagnosen Uniklinik Leipzig nimmt neues Laborsystem in Betrieb

Uniklinik Leipzig nimmt hochmodernes Laborsystem in Betrieb
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Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat am Donnerstag ein hochmodernes Laborsystem eingeweiht. Damit verfügt das UKL nach eigenen Angaben über eines der modernsten Zentrallabore in Deutschland. Die neue Anlage bearbeite rund um die Uhr alle Schritte der Probenuntersuchung vollautomatisiert - von der Annahme bis zum Befund. Auf diese Weise könnten täglich mehr als 2.800 Blut- und Urinproben aus dem UKL und dem Medizinischen Versorgungszentrum schneller und präziser bearbeitet und ausgewertet werden.

Erleichterung für Mitarbeiter

Prof. Berend Isermann, Direktor des UKL-Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik erklärt MDR SACHSEN: "Für die Arbeitenden bedeutet das auf der einen Seite eine Erleichterung der Abläufe. Es ist weniger Zeit, die die Mitarbeiter an den Proben verbringen für Routinehandgriffe. Damit bleibt mehr Zeit, innovative Diagnostik durchzuführen." Somit könnten die vorhandenen Experten neue Aufgaben und Bereiche abdecken.

Blutbild gehört zum Standard in der Diagnostik

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Laut Isermann gibt es aber vor allem für Patienten einen großen Vorteil: "Es bedeutet, eine schnellere Abarbeitung der Proben, also eine schnellere Diagnosestellung. Das ist vor allem im Notfallbereich wichtig." Die neue Anlage soll rege genutzt werden, denn fast jedem stationär oder ambulant am UKL behandelten Patienten wird Blut für ein sogenanntes Blutbild abgenommen. Die Befunde entscheiden über die Diagnose und die anschließende Therapie.

Per Rohrpost ins Labor

Damit die Blutproben schnell vom Patienten zur Analyse ins Labor gelangen, gibt es eine Art Mini-Rohrpost-System, erklärt Isermann: "Da werden einzelne Blutproben oder das Abnahmeröhrchen transportiert. Das geht schneller und vor allem auch schonender. Wir können davon ausgehen, dass die Blutprobe in besserer Qualität und dazu schneller aus der Notambulanz ankommt. Beispiel: Wir schaffen tatsächlich Blutbildbefunde in acht Minuten - das waren vorher 20 Minuten. Das kann bei kritisch Kranken wirklich wichtig sein."

Investitionen: rund 3,7 Millionen

Der Bau der rund 200 Quadratmeter große Anlage mit einer sogenannten Laborstraße hat fünf Monate gedauert. Sie ist angesiedelt in Räumen des Zentrallabors. Nach Angaben der Uniklinik nutzen europaweit lediglich vier weitere universitäre Standorte das hochmoderne System. Finanziert worden sei der Umbau mit 2,34 Millionen Euro Gerätekosten sowie 1,4 Millionen Euro Baukosten. Das Geld stammt vom Freistaat Sachsen sowie aus Eigenmitteln des UKL und der Medizinischen Fakultät.

Quelle: MDR/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.08.2020 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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