Forschungsstudie Mit Sport gegen Krebs: Uniklinik und Sportinstitut in Leipzig entwickeln Trainingsplan

Leipziger Uni-Klinik und das Institut für Sportmedizin arbeiten gemeinsamen in der Krebsforschung
Voll verkabelt trainiert ein Proband auf dem Ergometer. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In einer neuen Studie untersucht die Leipziger Uniklinik gemeinsam mit dem Institut für Sportmedizin, wie Sport helfen kann, die Rückfallquote bei Krebspatienten zu senken. 300 Patienten aus Leipzig und Umgebung, die eine Krebsoperation hinter sich haben, nehmen an der Studie teil. Der Freistaat Sachsen fördert sie mit 1,1 Millionen Euro.

Mit Belastungstests zum Trainingsprogramm

Die Patienten durchlaufen zunächst eine Serie von Untersuchungen, Kraft- und Ausdauertests. Ein individuelles Sport-und Trainingsprogramm soll dann dabei helfen, einer erneuten Krebserkrankung vorzubeugen. Über eine App erhalten die Teilnehmer Anleitungsvideos. Die Gesundheitsdaten liefert eine Fitnessuhr an die Mediziner.

Eine Frau
Prof. Dr. Ines Gockel leitet die Studie. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beim Dickdarmkrebs wissen wir, dass das Wiederauftreten des Krebses nach der OP bei 25-30 Prozent liegt. Das können wir mit Sport drastisch senken.

Prof. Dr. Ines Gockel Leiterin Viszeralchirurgie Uniklinik Leipzig

Tumore bekämpfen, bevor sie entstehen

In einem Forschungsbegleitprogramm wird das Blut der Patienten regelmäßig auf neue Krebszellen untersucht. "Im Blut der Patienten nach der Operation und während dieses Sportprogramms können wir mit modernsten molekularen Markern das Erbgut des Tumors, also die zirkulierende freie DNA, nachweisen", sagt Gockel. Auf diese Weise können die Mediziner eingreifen, bevor ein neuer Tumor entsteht.

Leipziger Uni-Klinik und das Institut für Sportmedizin arbeiten gemeinsamen in der Krebsforschung
Mit einer Reihe von Belastungstest wird der individuelle Trainingsplan des Patienten erstellt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Studie könnte Standard werden

Geleitet wird die Studie vom Institut für Viszeral- und Gefäßchirurgie. Die Daten sollen auch für den Hausarzt zugänglich sein, der den Patienten betreut. Ist die Studie erfolgreich, so könnte die Therapie bald zum Standard werden, sagt Dr. Martin Busse, Leiter des Instituts für Sportmedizin, da sie einfach von Zuhause aus durchführbar sei. Die Studie läuft bis Ende 2021.

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.09.2020 | 16:20 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 21.09.2020 | 19:00 Uhr

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