Haupteingang_ Uniklinik
Bildrechte: ukl/ Stefan Straube

04.09.2019 | 05:00 Uhr Fachkongress an der Uniklinik Leipzig: Lächeln für mehr Krankenhaushygiene

Fegen und feucht durchwischen reicht im Krankenhaus nicht aus. Um die Ausbreitung von Keimen zu verhindern, müssen sich Ärzte und Personal immer strengere Regeln auferlegen. An der Uniklinik Leipzig bringt sich die Branche auf den aktuellen Stand.

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Multiresistente Keime sind eine unsichtbare Bedrohung im Krankenhaus. Deshalb ist der Kampf gegen diese Bakterien und Keime auch so schwer. Ganze Abteilungen und nicht zuletzt jeder Mitarbeiter und sogar die Besucher eines Krankenhauses müssen sich deshalb intensiv mit dem Thema Hygiene beschäftigen. Das werden ab Mittwoch auch 400 Mediziner, Krankenpfleger und Fachkräfte in Leipzig tun. Auf Einladung des Universitätsklinikums beraten sie zwei Tage lang über den neuesten Stand und aktuelle Themen ihres Faches.

Üben an der künstlichen Wunde

"Die Krankenhaushygienetage gibt es inzwischen zum fünften Mal", sagt Prof. Iris Chaberny, Direktorin des Hygieneinstituts der Uniklinik Leipzig. "Wir werden mit Experten aktuelle Fragen diskutieren und üben auch die praktische Anwendung." Dazu hat sich das Klinikum beispielsweise eine künstliche Wunde angeschafft, an der Auszubildende, Ärzte und Fachpersonal nicht nur während des Kongresses, sondern auch darüber hinaus üben können.

Besonders erfreut zeigt sich die Medizinerin, dass Kollegen aus fast ganz Deutschland zur Fachtagung nach Leipzig kommen. "Wir haben Anmeldungen aus 13 von 16 Bundesländern", so Chaberny. "Ich glaube, wir stellen damit hier schon etwas Größeres auf die Beine."

Eine digital gefärbte Rasterelektronenmikroskopie zeigt senffarbene, kugelförmige Methicillin-resistente Staphylococcus aureus Bakterien, die von orangefarbenen Zellresten umgeben sind
Eingefärbte MRSA-Keime unter dem Mikroskop. Bildrechte: National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID)/dpa

Bedrohung durch multiresistente Keime und Bakterien Allein im vergangenen Jahr haben sich in Sachsen 180 Patienten mit MRSA infiziert - einer der Erreger sogenannter Krankenhausinfektionen. Die Infektionszahlen mit diesem Bakterium sinken schon seit ein paar Jahren. "Allerdings ist MRSA nur einer von bis zu 20 verschiedenen Bakterien und Keimen im Krankenhaus", erklärt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Während die Infektionen mit bestimmten Erregern nachlassen, würden die Zahlen bei anderen hingegen steigen.

Lachende Smileys für bessere Handhygiene

Wichtigstes Thema neben den multiresistenten Erregern ist auch in diesem Jahr die Händehygiene. Nicht, dass es nicht genug Desinfektionsspender in den Krankenhäusern gibt. Sie müssen auch genutzt werden. Während eines Fachvortrages wird dazu eine ziemlich simple Lösung präsentiert. "Wir werden etwas hören, wie man die Handhygiene mit Emoticons verbessern kann", sagt Professor Chaberny. Heißt: nach der Desinfektion leuchtet ein lachendes Smiley auf und erfreut so den Nutzer.

Daneben geht es auch um Themen wie den kooperativen Austausch mit dem Gesundheitsamt, Hygiene im OP oder etwa falsche Annahmen in der Krankenhaushygiene. Zu letzterem wird ein Dresdner Kollege Irrtümer aufklären, die beispielsweise durch Fehler in Studien entstanden sind.

UKL aktuell ohne Probleme mit multiresistenten Erregern

Probleme mit multiresistenten Krankenhauskeimen gibt es am Universitätsklinikum Leipzig derzeit übrigens nicht. Seitdem Prof. Chaberny im Oktober 2014 an das UKL gekommen ist, sei alles in Ordnung gewesen, so die Medizinerin. Im Jahr 2012 sorgten am Leipziger Uniklinikum 30 Todesfälle für Aufsehen, die auf einen multiresistenten Krankenhauskeim zurückgeführt wurden. Mehr als 60 Patienten infizierten sich mit dem Erreger, der eine schwere Lungenentzündung auslöst.

Quelle: MDR/cg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2019, 05:00 Uhr

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