Impfung
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19.09.2019 | 16:30 Uhr Nicht nur Mädchensache: Impfung gegen krebsauslösende HP-Viren

Gebärmutterhalskrebs kann durch humane Papillomviren ausgelöst werden. Was viele nicht wissen: Gegen die Viren kann man sich impfen lassen. Neuerdings gilt das auch für Jungs. Das Uniklinikum Leipzig hat mit einem Patiententag auf die wichtige Schutzimpfung aufmerksam gemacht.

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Wer sich vor humanen Papillomviren schützt, schützt sich gleichzeitig vor Krebs, sagt Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der HNO-Klinik am Uniklinikum Leipzig. Zwar heilen die meisten Infektionen mit dem Papillomvirus von selbst, allerdings kann die Krankheit auch chronisch verlaufen und zu Krebs führen.

Jugendliche sollen sich impfen lassen

Der Virus wird vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Daher ist es sinnvoll, Kinder und Jugendliche zu schützen, bevor sie sexuell aktiv werden. Meistens zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr, erklärt Dietz. Die Impfung wird für Mädchen schon länger von der Kasse bezahlt, meint der HNO-Direktor. "Neuerdings gilt das auch für Jungs."

Obwohl die Impfung von der Kasse bezahlt wird und obwohl es eine Impfung gegen Krebs ist, ist die Impftreue unter 50 Prozent. Das verstehe wer will.

Prof. Dr. Andreas Dietz Direktor HNO-Klinik Uniklinikum Leipzig

Jungen ebenso gefährdet

Die HP-Viren gelten nicht nur als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs. Sie zählen auch zu den Risikofaktoren, die Tumore im Kopf-Hals-Bereich begünstigen. Dabei ähneln die Symptome oft denen einer Erkältung, weshalb viele Menschen die Erkrankung oft gar nicht bemerken. Vor zwei Jahren erhielt Andreas Ullrich die Diagnose Mandelkrebs. Am Anfang vermutete er nur eine Erkältung. "Gemerkt habe ich es nicht", berichtet Ullrich. "Ich habe immer Ohren- und Halsschmerzen gehabt und da bin ich dann zu meiner Ärztin. Die meinte, es sieht komisch aus im Hals und hat mich dann zu einer HNO-Ärztin überwiesen."

Nach einer OP und der anschließenden Strahlen-Therapie ist Andreas Ullrich inzwischen tumorfrei. Nur das Schlucken und Sprechen fällt ihm noch schwer. Demnächst steht eine Operation am Gaumen an. Danach wird er mit einem Logopäden wieder Sprechen üben.

Quelle: MDR/fg/ia

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 16:30 Uhr

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