Urteil am Amtsgericht Mehrjährige Haftstrafe für Glockendieb in Leipzig

Das Amtsgericht Leipzig hat einen Metalldieb zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt. Seine Freundin und Komplizin erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Die beiden waren im September 2016 in die leerstehende zweite Propsteikirche am Rosental eingebrochen und hatten dort eine historische Glocke, mehrere Orgelpfeifen und weitere Metallgegenstände gestohlen. Ihr Diebesgut verkauften sie an einen Schrotthändler.

Geklaut und zersägt

Nach Medienberichten über den Diebstahl meldete sich der Schrotthändler bei der Polizei. Die 240 Kilogramm schwere Bronze-Glocke konnte allerdings nicht gerettet werden - sie war bereits in mehrere Teile zersägt worden. Die Glocke war die einzige Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg zerstörte erste Propsteikirche und sollte als Stundenglocke vom Turm des 2015 geweihten Neubaus am Leipziger Innenstadtring ertönen.

Bei dem Urteil gegen das Diebespaar berücksichtigte das Amtsgericht zwar die Geständnisse und wies dem Schrotthändler eine Mitschuld zu. Weil der Angeklagte aber schon zahlreiche Vorstrafen hatte, kam er diesmal um einen mehrjährigen Gefängnisaufenthalt nicht herum.

Glocke der Probsteikirche
Bildrechte: Propsteigemeinde St. Trinitatis Leipzig/ Beate Müller
Glocke der Probsteikirche
Bildrechte: Propsteigemeinde St. Trinitatis Leipzig/ Beate Müller
Gestohlene Glocke aus der Propsteikirche.
Bildrechte: Polizei Leipzig
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Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.03.2019 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 12. März 2019, 20:58 Uhr

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