Feuerwehr steht vor einem Haus, aus den Fenstern quillt Qualm.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 31-Jährige im November 2018 in diesem Wohnhaus in der Leipziger Eisenbahnstraße ein Feuer gelegt hat. Bildrechte: News5

08.10.2019 | 09:50 Uhr 13 Jahre Haft für Brandstifterin in Leipzig

Feuerwehr steht vor einem Haus, aus den Fenstern quillt Qualm.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 31-Jährige im November 2018 in diesem Wohnhaus in der Leipziger Eisenbahnstraße ein Feuer gelegt hat. Bildrechte: News5

Das Landgericht Leipzig hat am Montag eine 31 Jahre alte Brandstifterin wegen versuchten Mordes in 21 Fällen sowie besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Die Angeklagte hatte im Prozess gestanden, das Feuer in der Eisenbahnstraße im November 2018 gelegt zu haben. Sie wohnte selbst als Mieterin dort.

Geständnis am 9. Prozesstag

Die Frau hatte die Brandstiftung erst bestritten, dann aber als "Lebensbeichte" doch eingeräumt. Laut Geständnis hatte sie das Feuer gelegt, um auf diesem Weg eine neue Wohnung zu bekommen. Sie wollte vor allem weg von ihrem Onkel und dessen Frau, von denen sie sich ausgenutzt und als billige Arbeitskraft in deren Imbiss missbraucht fühlte.

Ein Haus in der Leipziger Eisenbahnstraße
Das Haus, in dem mehrere Feuer gewütet haben, war zwischenzeitlich unbewohnbar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch wenn sie zur Tatzeit viele Probleme gehabt habe, so der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf, rechtfertige das nicht, den Tod von 21 Menschen billigend in Kauf zu nehmen. "Für die 21 Bewohner, die sich zu dem Zeitpunkt im Haus aufhielten, bestand eine hohe Gefahr." Ohne das Geständnis hätte die Strafe auch lebenslang heißen können, sagte Jagenlauf. Die 31-Jährige habe aus Frust und Wut gehandelt.

Keine Beweise für weitere Brandstiftung

Bei dem Brand im November 2018 war das Haus in der Leipziger Eisenbahnstraße 115 unbewohnbar geworden. Ursprünglich war die Prospektverteilerin auch wegen eines zweiten Brandes in dem Haus ein Jahr zuvor angeklagt worden. Es spreche Vieles dafür, dass sie auch dafür verantwortlich sei, sagte der Vorsitzende Richter. Allerdings bestritt sie diese Brandstiftung, und dem Gericht fehlten letztlich die Beweise für die Tat.

Quelle: MDR/dpa/ms/

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.10.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 09:50 Uhr

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