12.02.2020 | 20:46 Uhr Präpariertes Walross kommt nach 40 Jahren zurück nach Leipzig

Ein großes, lebensecht wirkendes Walross steht in einer Glasvitrine im Meeresmuseum Stralsund. Mitte März 2020 zieht es zurück in seine alte Heimat Leipzig und kommt ins Naturkundemuseum.
Walrösser gehören zu den größten Robben auf der Nordhalbkugel. Die Männchen können mehr als eine Tonne wiegen. So wie das Walross, das jetzt aus Stralsund zurück nach Leipzig kommt. Bildrechte: Deutsches Meeresmuseum/Johannes-Maria Schlorke

Nach mehr als 40 Jahren kehrt das berühmte Walross-Präparat aus Stralsund zurück ins Naturkundemuseum Leipzig. Am 20. Februar können sich die Besucher im Meeresmuseum Stralsund bei einem Familien-Aktionstag unter dem Motto "Tschüss Walross" verabschieden. Geplant sind Führungen, ein Quiz, eine Foto-Aktion und eine Lesung.

Das im Deutschen Meeresmuseum beliebte Exponat ist 2,50 Meter lang und 1,40 Meter hoch. Es war seit den 1970er Jahren in Stralsund zu sehen, teilte das Meeresmuseum mit. Mitte März zieht der Koloss zurück nach Leipzig. Das Naturkundemuseum plant eine Ausstellung mit Objekten des revolutionären Präparators Hermann H. ter Meer, der das Walross einst geschaffen hat.

Experte revolutionierte von Leipzig aus sein Fachgebiet

Der niederländische Präparator Herman H. ter Meer (1871-1934 ) hatte das Walross auf eine damals ungewöhnliche Weise präpariert. Er nutzte die dermoplastische Methode, bei der größere Tiere möglichst lebensgetreu dargestellt werden. Damit löste er das "Ausstopfen" von Tierhäuten ab, was zuvor jahrhundertelang üblich war.

Ter Meer gilt als Revolutionär der zoologischen Präparation. Er arbeitete ab 1907 insgesamt 26 Jahre lang am Zoologischen Institut der Universität Leipzig. Von ihm finden sich in der Sammlung des Naturkundemuseums Leipzig heute 232 Präparate und 67 Kleinplastiken. Das ist laut Naturkundemuseum der weltweit größte zusammenhängende Fundus, der ter Meers Schaffen zeigt.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte das Naturkundemuseum wertvolle Präparate zurückerhalten. Nach 50 Jahren waren die Hauptwerke ter Meers - eine Gorilla- und eine Orang-Utan-Gruppe - wieder nach Leipzig gebracht worden. Die Sammlung des Zoologischen Museums der Universität Leipzig war im Zuge der Hochschulreform 1968 zerschlagen worden. Ein Teil der Sammlung ging an das Museum für Naturkunde in Berlin.

Quelle: MDR/kk/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.02.2020 | ab 05:30 Uhr mit weiteren Nachrichten aus dem Raum Leipzig in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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