Herrnhuter Sterne leuchten an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Leipzig vor dem Alten Rathaus
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21.11.2019 | 15:45 Uhr Wie umweltfreundlich ist der Leipziger Weihnachtsmarkt?

Der Duft von Zimt und Glühwein lockt wieder Tausende Menschen auf den Weihnachtsmarkt. Doch der traditionelle Markt in der Adventszeit hat – nicht nur in Leipzig – auch Schattenseiten: Jahr für Jahr fällt jede Menge Abfall an und die stimmungsvolle Beleuchtung verbraucht viel Strom. Dass das ist nicht mehr zeitgemäß ist und sich ändern muss, haben zahlreiche Kommunen mittlerweile erkannt. Deshalb haben sie für die Weihnachtsmärkte teils umfangreiche Umweltauflagen auf den Weg gebracht für weniger Müll und mehr Nachhaltigkeit.

Herrnhuter Sterne leuchten an einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Leipzig vor dem Alten Rathaus
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Leipzig hat auf seinem Weihnachtsmarkt Plastikmüll und Stromfressern den Kampf angesagt. Marktamtsleiter Walter Ebert erklärt: "Da gibt es einen Trend, den wir selber auch setzen. In unseren Teilnahmebedingungen ist schon seit vielen Jahren gefordert, wiederverwendbares, recyclebares Material einzusetzen. Plastikbesteck gibt es bei uns nicht." Viele Gastronomen auf dem Weihnachtsmarkt geben deshalb Holzbesteck aus und servieren ihr Essen auf Papp- oder Bambustellern. Das vermeidet zwar nicht generell Müll, dafür aber Plastik.

Zwei Tassen des Leipziger Weihnachtsmarkts 2019. Die Glühweintasse in petrolfarben, auf der Kindertasse ist der Hund Moppi abgebildet.
Auch bei Sammlern beliebt: die jährlich wechselnden Weihnachtsmarkttassen in Leipzig. Bildrechte: Stadt Leipzig

Außerdem setzt Leipzig schon seit vielen Jahren bei Getränken auf Pfandsysteme und Mehrweggeschirr. Die beliebten Weihnachtsmarkttassen, die in jedem Jahr neu gestaltet werden, tragen also auch zur Nachhaltigkeit bei, erklärt Eber: "Ich schätze mal, jede Tasse wird hier mindestens zwischen zehn und zwölf Mal umgeschlagen, wenn nicht sogar 20 Mal – in der Woche."

Wegwerfbecher seien überhaupt nicht mehr vorstellbar. Auch Verpackungen sollen weiter reduziert werden. Trotzdem sind beim Weihnachtsmarkt 2018 laut Stadtreinigung 50 Tonnen Abfall angefallen. Für Marktamtsleiter Ebert ist das aber ein erster Erfolg, denn das sei weniger als in den Jahren zuvor. Hier will das Amt aber dranbleiben, "weil der Aspekt nachweislich so wichtig geworden ist."

Lichtermeer aus LEDs

Damit es bei Glühwein und gebrannten Mandeln auch gemütlich ist, gehören zum Weihnachtsmarkt ganz selbstverständlich ein schön beleuchteter Baum und die stimmungsvollen Lichter an den Buden. Hier lauern allerdings auch große Stromfresser.

Leipziger Marktplatz mit Weihnachtsmarkt, Rathaus und City-Hochhaus
Wenn es draußen dunkel wird, kommen die zahlreichen Lichter zu Geltung. Leipzig setzt hier immer mehr auf energiesparende Lämpchen. Bildrechte: imago/PicturePoint

Dem Leipziger Marktamtsleiter zufolge ist Leipzig in Sachen Stromverbrauch gut aufgestellt. Bereits vor drei Jahren sei beispielsweise die Beleuchtung des Weihnachtsbaumes auf LED-Lichter umgestellt worden. Das mache sich bemerkbar: "Vorher hatten wir fast 30.000 Kilowattstunden Verbrauch, jetzt sind es nur noch 1.800 Kilowattstunden." In ihrer Marktordnung weist die Stadt außerdem darauf hin, dass Händler neben Lichterketten grundsätzlich Energiesparlampen oder LED-Leuchten verwenden sollen.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.11.2019 | ab 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2019, 15:45 Uhr

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