Goldkopflangur
Bildrechte: Zoo Leipzig. N. Leonard

Weltartenschutztag Spezielle Safari im Zoo Leipzig zum Tag des Artenschutzes

Der Leipziger Zoo leistet wie viele Zoos in der Welt einen wichtigen Beitrag für den Schutz bedrohter Arten. Die Besucher konnten daher am Weltartenschutztag in Leipzig auf eine besondere Entdeckertour gehen.

Goldkopflangur
Bildrechte: Zoo Leipzig. N. Leonard

Zum Abschluss der Ferien hat der Zoo Leipzig am Wochenende die Entdeckertage Artenschutz veranstaltet. Passend zum Weltartenschutztag drehte sich alles um bedrohte Tierarten. In zwei rund 90-minütigen Safaris gaben die Pfleger einen Einblick in die Artenschutzarbeit des Zoos. Es gab Tierpflegergespräche am Anoagehege zu den bedrohten asiatischen Tierarten und im Pongoland zu den verschiedenen Menschenaffenarten und deren Nachwuchs. Das Hauptzollamt Dresden gewährte außerdem Einblick in den Kampf gegen weltweiten Schmuggel von Tieren.

Auf Artenschutz-Safari durch den Leipziger Zoo

Carolin Kade ist Primatenfoerscherin am Institut in Göttingen und einmal im Jahr als Lotsin im Zoo Leipzig tätig. Sie erklärte den Besuchern ausführlich den Beitrag für den Artenschutz in Leipzig und in den Zucht- und Auswilderungsprogrammen weltweit. Besonders wichtig ist die Zucht bei den Nashörnern. "Das Nashorn ist ein wichtiges und trauriges Beispiel“, erklärt Kade. "Sein Horn ist begehrt in Teilen Asiens. Ein Kilogramm des daraus gewonnenen Keratin-Pulvers ist mehreren tausend Dollar wert. Die beiden verbliebenen Breitmaulnashörner sind weltweit die letzten ihrer Art. Leider sind es zwei Weibchen, der Bulle ist letztes Jahr gestorben." Nun versucht man, mit dem eingefrorenen Sperma des Bullen Nachwuchs zu zeugen.

Schmerzhafte Entscheidungen

Um die verbliebenen Spitzmaulnashörner zu schützen, ist man in einigen Nationalparks dazu übergegangen, das Horn unter Narkose zu ernten. "Es ist nicht lebensnotwendig und dadurch ist das Tier zumindest nicht mehr attraktiv für die Jäger." Artenschutz hieße, so Kade, auch schmerzhafte Entscheidungen zu treffen.

Weltartenschutztag Zoo Leipzig
Spitzmaulnashorn Sudan wurde am 4.12.2017 im Leipziger Zoo geboren. Die Tiere werden über eine Tonne schwer und sind sich ihrer Kraft oft nicht bewusst. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Tierarten erhalten

Die Säbelantilopen, die heute über die Leipziger Savanne streifen, sind eigentlich schon in den 1950ern mit dem Aufkommen der motorisierten Jagd ausgestorben. Durch die Zucht in den Zoos und erfolgreiche Auswilderungen ist die Population heute wieder stabil.

Gewöhnung an den Menschen

Bei den Antilopen sei die Auswilderung vergleichsweise leicht, da die Trophäenjagd abgenommen hat, sagt Kade. Die Amurleoparden, die im Leipziger Zoo aufwachsen, hätten sich jedoch zu sehr an Menschen gewöhnt. Sie müssten erst in eine Auffangstation gebracht werden, wo sie sich an das Leben in freier Wildbahn gewöhnen und vielleicht in der zweiten oder dritten Generation ausgewildert werden könnten, beschreibt Zoolotsin Kade.

Weltartenschutztag Zoo Leipzig
Zoolotsin Carolin Kade erklärt den Besuchern, wie Artenschutz im Zoo Leipzig funktioniert. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Projekte in Vietnam

Zudem hat der Zoo Leipzig zu Beginn des Jahres die Verantwortung für den Schutz der stark vom Aussterben bedrohten Goldkopflanguren auf der Insel Cat Ba in der Halong Bucht übernommen und damit Vietnam zu einem Schwerpunkt seiner Artenschutzarbeit gemacht. Der Vertrag mit den lokalen Behörden wurde für fünf Jahre geschlossen und unterstützt den Schutz des Lebensraumes und die Arbeit der Ranger vor Ort.

Artenschutz-Euro erfolgreich

Anfang 2017 hatte der Leipziger Zoo den Artenschutz-Euro eingeführt, eine freiwillige Spende der Besucher für Projekte wie die Affen-Auffangstation in Vietnam, die ebenfalls unter der Trägerschaft des Zoos arbeitet. 670.000 Euro konnten so im vergangenen Jahr gesammelt werden. "Wir sind selber sehr positiv überrascht, wie gut das angenommen wird", sagte Kade.

Giraffen
Bildrechte: Zoo Leipzig

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR FERNSEHEN | Elefant, Tiger & Co. | 08.03.2019 | 19:50 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 03. März 2019, 17:59 Uhr

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