Vater mit Kind
Symbolfoto Bildrechte: imago/Westend61

Eltern-Kind-Betreuung Generationenhof eröffnet zwei neue Wohnprojekte in Leipzig

Eltern sein ist manchmal schwer. Für Menschen, die mit ihrer Rolle nicht zurechtkommen, gibt es in Leipzig neue Wohnprojekte. Dort sollen sie zusammen mit ihren Kindern lernen, ihren Alltag zu meistern.

Vater mit Kind
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Der Generationenhof Markranstädt hat am Freitag zwei neue Wohnprojekte in Leipzig-Grünau eingeweiht. Die Leipziger Wohungs- und Baugesellschaft (LWB) hat dort auf 570 Quadratmetern Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeiten geschaffen: für Babys und Kleinkinder, deren Eltern sich vorübergehend nicht kümmern können. Aber auch für Vater oder Mutter mit Kind, die der Betreuung und Erziehung nicht gewachsen sind.

Selbstständig und nicht bevormundet

Geschäftsführerin Sina Gado sagt im Gespräch mit MDR SACHSEN, dass "der Bedarf an Unterbringungen dieser Art in Leipzig hoch ist". Häufig kämen die Bewohner aus Familien mit einer Drogenproblematik oder hätten psychische Probleme. "Andere sind schlicht mit der Rolle als Elternteil überfordert", ergänzt Gado. Maximal zwei Jahre sollen die Bewohner in der Einrichtung bleiben. Angestrebt sei jedoch, sie nach einem Jahr wieder in die Eigenständigkeit zu entlassen.

Um dieses Ziel erreichen zu können, sollen die Eltern auch in der Unterkunft möglichst selbstständig leben und nicht bevormudet werden. "Nähe, Lob und Aufmerksamkeit sind sehr wichtig", erklärt Betreuerin Sylvia Haupt. Durch das Wohnprojekt könne eine Trennung von Eltern und Kindern vermieden werden. "Eltern gehören immer zu ihren Kinder. Sie haben immer Stärken und Kompetenzen, die ihnen nicht weggenommen werden dürfen", betont Haupt.

Streit nicht ausgeschlossen

Den Tagesablauf müssen die Eltern selbst planen. Wer macht den Einkauf, wer kocht, wer räumt auf? Alles Fragen, die auch im späteren Alltag eine Rolle spielen, meint Haupt. Dass das nicht immer konfliktfrei abläuft, weiß ein 33-jähriger Bewohner. Er wohnt seit Anfang August mit seinem drei Monate alten Sohn in der Unterbringung. "Wir versuchen uns hier gegenseitig zu helfen. Es gibt auch Streitigkeiten, aber wir arbeiten daran."

30.000 Euro Spenden

Starten konnten die Projekte mit finanzieller Unterstützung der Opernball-Tombola und der Stiftung "Leipzig hilft Kindern". Laut Geschäftsführerin Gado erhielt der Generationenhof 30.000 Euro. Die LWB habe die Räumlichkeiten rund 400.000 Euro saniert. Die Eltern müssen den Aufenthalt nicht selbst bezahlen. Das übernehme das Jugendamt, durch das sie auch an die Einrichtung vermittelt werden, so Gado.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.08.2018 | 6:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 14:42 Uhr

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