Ein Wagen der Müllabfuhr steht neben einem Haufen Sperrmüll.
Bildrechte: MDR/Martin Klees

Nach Warnstreik bei Stadtreinigung Müll in Leipzig wird abtransportiert

Ein Wagen der Müllabfuhr steht neben einem Haufen Sperrmüll.
Bildrechte: MDR/Martin Klees

Die Müllberge vor den Wertstoffhöfen in Leipzig werden seit Montagmorgen abtransportiert. Nach einem Warnstreik bei der Leipziger Stadtreinigung hatte sich der Müll an den Abgabestellen meterhoch gestapelt. Nach Informationen von MDR SACHSEN hat die Stadtreinigung ihre Arbeit wieder aufgenommen. Alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, hieß es von der Stadtreinigung Leipzig. Sie bittet die Leipziger, erst ab Dienstag wieder Müll zu den Wertstoffhöfen zu bringen, weil sie am Montag voll mit den Aufräumarbeiten beschäftigt ist. In den kommenden Tagen sollen außerdem die stehengebliebenen Restabfall- und Biotonnen entleert werden.

Anwohner wütend

Gerhard Plaul wohnt in der Nähe des Wertstoffhofs in der Lößniger Straße und hat das Geschehen am Sonnabend beobachtet. Er kann nur den Kopf schütteln: "Vor allem für die Leute, die gegenüber wohnen, ist es eine Zumutung." Auch andere Anwohner schimpfen über die Müllberge, die sich in ihrer Straße gesammelt haben. Es sei so viel gewesen, dass die Mitarbeiter des Wertstoffhofes am Montagmorgen ihr Tor gar nicht öffnen konnten, erzählt Plaul. "Es müsste jemand da sein mit einer Kamera oder so, damit die Autokennzeichen festgehalten werden." So ließen sich die Schuldigen ermitteln und könnten zur Kasse gebeten werden, meint Plaul. Vom Ordnungsamt habe er am Sonnabend niemanden gesehen.

Neun "Müllsünder" erwischt

Das Ordnungsamt teilte MDR SACHSEN auf Nachfrage mit, dass am Sonnabend in der Zeit von 13:30 bis 20:30 Uhr insgesamt 15 Wertstoffplätze in Leipzig kontrolliert wurden. An allen Plätzen waren bereits erhebliche Mengen Sperrmüll vor den Wertstoffplätzen abgelagert worden. Für neun Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden Beweismittel gesichert, die weiteren Ermittlungen dauern an.

Während der Anwesenheit der Inspektoren vor Ort wurden verschiedentlich Bürger und Bürgerinnen angetroffen, deren Absicht unverkennbar war, weitere Ablagerungen zu tätigen. Allerdings erfolgten diese nicht in Gegenwart der Bediensteten der Polizeibehörde.

Ordnungsamt Leipzig

Stadtsprecher Matthias Hasberg ergänzt, was die Beräumung am Ende kosten werde, müsse man sehen: "Wenn es um Schadstoffe geht, die jetzt entsorgt werden müssen, dann zahlt das am Ende natürlich der Gebührenzahler. Der muss dann dafür einspringen, dass einige Wenige hier diese Situation ausgenutzt haben."

Illegales Müllabladen

Nach Angaben des Ordnungsamtes kann die Entsorgung von Abfällen vor einem Wertstoffhof mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden. Bei "geringfügigen Ablagerungen" wird ein Bußgeld von 50 Euro fällig. Wer beobachtet, wie jemand Abfall oder Sperrmüll ablagert, sollte sich ans Ordnungsamt oder an die Polizei wenden und seine Beobachtung mitteilen. Je nach Fundort entscheidet sich, wer für die Beräumung zuständig ist. Wer unsicher ist, an wen er sich wenden soll, kann über die Eingabe des Müll-Fundortes auch online die zuständige Behörde herausfinden. Zusätzlich bietet die Stadt Leipzig eine spezielle Ordnungs-Hotline (Tel.: 0341-123-88 88).

Warten auf die Müllabfuhr

Sollte ein Streik übrigens einmal länger dauern und die Bio- und Restmülltonnen überquellen, bleibt den Leipzigern nichts anderes übrig als zu warten. Nur die Stadtreinigung Leipzig ist befugt, die Tonnen zu leeren. Streiken die Mitarbeiter, fällt das unter höhere Gewalt - die Stadtwerke können nicht belangt werden. Sobald der Streik beendet ist, werden die Tonnen schnellstmöglich abgeholt.

Quelle: MDR/ms/lm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.04.2018 | Ab 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

MDR SACHSENSPIEGEL | 16.04.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 20:17 Uhr

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