Befreiung des KZ Buchenwalds Leipziger radeln gegen das Vergessen

Fahrraddemo Leipzig
Dutzende Leipziger machten sich am Vormittag auf den Weg nach Buchenwald. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

In Leipzig sind am Sonnabend Dutzende Teilnehmer zu einer Fahrraddemonstration anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald vor 73 Jahren aufgebrochen. Dazu aufgerufen hatte der Sportverein Roter Stern Leipzig. Die Teilnehmer sind in zwei Etappen nach Buchenwald gefahren.

Die erste Etappe führte auf Bundesstraßen über Zeitz und Eisenberg nach Jena. Dort ließen die Radler den Tag ausklingen. Am Sonntag ist die Gruppe zu den Feierlichkeiten anlässlich des 73. Jahrestages der Selbstbefreiung des Konzentrationslager Buchenwald nahe Weimar aufgebrochen, so Vereinssprecher Christoph Wittwer. Anschließend kehrten die Teilnehmer mit dem Zug nach Leipzig zurück. Dort soll die Fahrt mit einer Kundgebung am Sonntagabend beendet werden. Schirmherren der besonderen Fahrrademo sind Radlegende Täve Schur und Pfarrer Lothar König aus Jena.

Verantwortung erfahren

Mit der Aktion soll an das Geschehene erinnert und den Überlebenden gezeigt werden, dass ihr erfahrenes Leid nicht vergessen ist, so Wittwer. In der schriftlichen Ankündigung zur Aktion heißt es:

Die Brandanschläge und Überfälle durch Neonazis oder die Mordserie des NSU zeigen, dass die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus noch nicht aus den Köpfen verschwunden ist.

Mitteilung der Sektion Radsport Roter Stern Leipzig
Zaun und Gebäude in der Gedenkstätte Buchenwald
Am 11. April 1945 befreiten amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Konzentrationslager Buchenwald Das KZ war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Zwischen Juli 1937 und April 1945 wurde es auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Etwa 266.000 Menschen waren in dieser Zeit in dem Lager inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt. Als die US-Armee näher rückte, übernahmen die Häftlinge am 11. April 1945 die Leitung des Lagers von der abziehenden SS. Nach Abzug der US-Truppen wurden Teile des Geländes von der sowjetischen Besatzungsmacht als Speziallager Nr. 2 genutzt. Es existierte bis 1950; dort starben 7.000 Menschen. 1958 wurde auf dem Gelände die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald eröffnet, 1991 wurde sie neu gestaltet.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.04.2018 | Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig
MDR SACHSENSPIEGEL | 14.04.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2018, 16:22 Uhr

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4 Kommentare

16.04.2018 12:10 Atze 4

Gut und danke Täve, König und den Veranstaltern.
" Nackt unter Wölfen", der DEFA- Film unvergessen!
Hoffentlich gehört der Film zum Pflichtprogramm in jeder Schule. Nicht nur in deutschen, auf der ganzen Welt sollte der Film gesehen werden. MfG

15.04.2018 08:36 Der Don 3

Tausend

14.04.2018 19:54 Ich bins 2

Und wann wird an das Speziallager 2 gedacht?

14.04.2018 16:35 Sachse43 1

Was wird denn pro Kilometer an Demogeld gezahlt?