Der Journalist Arndt Ginzel und der ORF-Journalisten Armin Wolf
Der freie Journalist Arndt Ginzel und der ORF-Journalist Armin Wolf wurden mit dem Leipziger Medienpreis ausgezeichnet. Bildrechte: MDR, ORF/Thomas Ramstorfer

08.10.2019 | 19:00 Uhr Leipziger Medienpreis für Arndt Ginzel, Gerald Gerber und Armin Wolf

Der Journalist Arndt Ginzel und der ORF-Journalisten Armin Wolf
Der freie Journalist Arndt Ginzel und der ORF-Journalist Armin Wolf wurden mit dem Leipziger Medienpreis ausgezeichnet. Bildrechte: MDR, ORF/Thomas Ramstorfer

Der Leipziger Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien geht in diesem Jahr an Fernsehjournalisten aus Deutschland und Österreich. Am Dienstag wurden zum einen der deutsche Reporter Arndt Ginzel und sein Kameramann Gerald Gerber geehrt. Sie wurden bundesweit bekannt, als sie im vergangenen Jahr in Dresden bei einer Pegida-Demonstration von einem später "Hutbürger" genannten Teilnehmer angegangen und anschließend langwierig von der Polizei kontrolliert wurden, obwohl sie eindeutig und unmissverständlich den Beamten ihre Aufgabe als Journalisten klarmachten. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte seinerzeit das Vorgehen der Polizei verteidigt und dafür Kritik geerntet.

Ginzel stand zu Unrecht selbst vor Gericht in Sachsensumpf-Affäre

Der investigativ arbeitende Journalist Ginzel war auch zuvor in der Öffentlichkeit in Sachsen bekannt. Er stand gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Datt im Zusammenhang mit der Sachsensumpf-Affäre vor Gericht und wurde vom Vorwurf der üblen Nachrede und Verleumdung freigesprochen. Vom "Sachsensumpf" mit Verbindungen ins Rotlichtmillieu war erstmals im Mai 2007 die Rede. Damals tauchten in den Medien Berichte auf, wonach Dokumente des Geheimdienstes Hinweise auf ein kriminelles Netzwerk im Freistaat enthielten. Darin sollten angeblich auch Juristen und Polizisten verstrickt sein. Ginzel und Datt ließen sich von Behörden nicht in ihrer grundgesetzlich garantierten unabhängigen journalistischen Arbeit einschränken.

Nichts ist in Stein gemeißelt. So, wie wir jeden Tag um den Erhalt der Demokratie kämpfen müssen, gehört natürlich auch die Pressefreiheit mit dazu. Das ist ein Grundrecht. Und es wird angegriffen von vielen Seiten - gerade in Zeiten des Rechtspopulismus. Wenn wir nicht wachsam sind, müssen wir damit leben, dass sie (die Pressefreiheit) eingeschränkt und bedroht wird. Aber wir müssen sie auch schützen.

Arndt Ginzel

Ginzel sagte am Dienstag, er sei Journalist mit Leib und Seele und sehe sich verpflichtet, dem Publikum die Welt näher zu bringen.

Wolf wird von der FPÖ wiederholt attackiert

Aus Österreich wird der ORF-Journalist Armin Wolf ausgezeichnet, der im Nachbarland mehrfach von der rechtspopulistischen FPÖ attackiert wurde. Mitunter stellte die Partei den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Österreich infrage. Wie penibel Wolf recherchiert und seine Gesprächspartner vor laufender Kamera mit Fakten konfrontiert, können Fernsehzuschauer in Deutschland auf 3Sat in der Nachrichtensendung "ZIB 2" des ORF sehen. Die allabendiche Sendung lässt jeweils Zeit für einen ausführliches Interview, auf das sich Wolf und seine Kolleginnen und Kollegen zeitaufwendig vorbereiten. Streiten Politiker früher Äußerungen ab, belegen die Nachrichtenjournalisten diese und legen dazu Zitate auch aus anderen Medien vor. Wolf betont, dass Nachrichtensendungen keine Propagandasendungen für oder gegen Parteien seien. Aus diesem Grund würden auch rechtspopulistische Parteien nicht ignoriert, deren Vertreter müssen sich aber auch den Fragen stellen. Der Journalist ist in sozialen Medien aktiv und stellt sich dort direkter Kritik von Zuschauern.

Der Leipzig Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien wird seit 2001 vergeben. Er ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert. Geehrt werden Reporter, Publizisten und Institutionen, die sich für die Pressefreiheit einsetzen.

Ginzel und Wolf erhielten für seine Arbeit bereits mehrere angesehene Medienpreise.

Porträt von Armin Wolf mit einer Collage aus einem Megaphon sowie dem Schriftzug "Im Gespräch mit Armin Wolf" 15 min
Bildrechte: Collage: MEDIEN360G / Foto: Christian Wind

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.10.2019 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Regionalstudio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 19:06 Uhr

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