Mitteldeutsche Handwerksmesse in Leipzig Schöne neue Welt - Smart Home

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Bildrechte: MDR / Barbara Brähler

Mit dem Smartphone die Heizung regulieren, die Alarmanlage aktivieren, das Licht bedienen oder die Jalousien öffnen: nicht nur für Bewegungsmuffel ein Traum. Smart Home heißt der Trend beim Wohnen. Wie diese smarte Technologie unseren Alltag in Zukunft bewegen wird, ist seit Sonnabend auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse in Leipzig erlebbar. Doch wie funktionieren diese Systeme und für wen ist diese moderne Technik sinnvoll?

Smart Home - Intelligentes Wohnen

Eine Person hat eine VR-Brille auf
Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Infomationstechnischen Handwerke bietet auf der Messe ein virtuelles Wohnerlebnis. Um einen Vorgeschmack auf die vielfältigen Möglichkeiten von Smart Living zu bekommen, betritt der Besucher mittels Virtual Reality-Brille das digitale Zuhause. Über Gesten kann er dabei zahlreiche Funktionen steuern und so sehen, wie ein Smart Home funktioniert. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler
Eine Person hat eine VR-Brille auf
Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Infomationstechnischen Handwerke bietet auf der Messe ein virtuelles Wohnerlebnis. Um einen Vorgeschmack auf die vielfältigen Möglichkeiten von Smart Living zu bekommen, betritt der Besucher mittels Virtual Reality-Brille das digitale Zuhause. Über Gesten kann er dabei zahlreiche Funktionen steuern und so sehen, wie ein Smart Home funktioniert. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler
Tablet
Mit dem Tablet können Licht, Alarmanlage oder Heizung reguliert werden. Einzige Voraussetzung: Strom und Internetzugang. Wer schon einmal in den Urlaub gefahren ist und sich nicht mehr sicher war, ob die Kaffeemaschine auch wirklich ausgeschaltet ist, hat Dank smarter Technolgie auch von unterwegs immer den Überblick und vor allem Zugriff. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler
Ein Puppenhaus in Smart Home Optik
In Puppenhausgröße aber voll funktionstüchtig - ein kleines Smart Home. Anhand des Modells erfahren Messebesucher, wo der Einbau von intelligenter Technik sinnvoll ist. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler
MP Ramelow wird von einem Roboter begrüsst
Im Gespräch mit einem Robotor ist Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow. Der Landeschef hatte die Mitteldeutsche Handwerksmesse eröffnet. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler
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Was macht das Zuhause "smart"?

Smart Homes sind Haushalte, in denen Mixer, Kühlschrank, Heizung und Multimedia-Geräte miteinander kommunizieren und dazu auch noch zentral ferngesteuert werden können. Für den Bewohner heißt das, er spart sich alltägliche Handgriffe. Ein vernetztes Haus kann zum Beispiel die Rollos der Wohnräume je nach Sonne und Wetter automatisch regulieren. Ähnlich funktioniert es bei der Belüftung der eigenen vier Wände. So schaltet sich Dank Smart Home-Technologie der Heizkörper automatisch ab, wenn das Fenster in dem Raum geöffnet wird. Auch Multimedia-Geräte können durch diese Technik in das Smart Home-Konzept eingebunden werden. Nachrichten auf dem Badezimmerspiegel, Musik aus der HiFi-Anlage, wenn die Rollos nach oben gehen? Alles kein Problem für angeschlossene Geräte. Gesteuert wird von der Couch aus oder auch von unterwegs.

Mit den Geräten wird entweder über Verkabelung, über das Hausstromnetz oder ganz modern via Funktechnologie kommuniziert.

Drei Vorteile von Smart Home Technologie
Komfort Je nach Bedarf automatische Temperatur- und Lichtregulierung. Programmierung von Musikanlagen, Kaffeemaschinen, etc. . Kopplung von Türklingeln mit visuellen Lichtsignalen, etc.
Energieeinsparung Das Fraunhofer-Instituts für Bauphysik geht von einer Energieersparnis von bis zu 40 Prozent aus. Bei Familien können rund 20 Prozent eingespart werden. Möglich wird dies beispielsweise durch angepasste Licht- und Wärmesteuerung. So schaltet sich etwa bei geöffnetem Fenster die Heizung ab.
Sicherheit Miteinander vernetzte Rauchmelder und alarmauslösende Sensoren an Fenstern und Türen erhöhen die Sicherheit vor Feuer und Einbrechern. Mittlerweile gibt es auch auch Glasbruchsensoren, die bei Aktivierung automatisch das Licht einschalten oder die Polizei alarmieren. Kameraüberwachte Bereiche können per Smartphone auch aus der Entfernung eingesehen werden.


Preiswert ist die neue Technologie noch nicht. Je nach Wunsch der Hausbesitzer kostet eine einfache komplette Smart Home-Lösung ab 5.000 Euro. Es gibt aber auch sogenannte Kleinanwendungen, die einzelne Smart Home Funktionen abdecken können. Diese sind günstiger. So kann zum Beispiel die Musikanlage durch eine App via Bluetooth oder W-LAN gesteuert werden.

Smart Home - für alle?

Ein Mann steht vor einem Banner
Burkhard Schulze vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke glaubt an das smarte Haus. Die Vernetzung verschiedener Komponenten in einem Haus schaffe Sicherheit, Komfort und kann auch Geld sparen. Bildrechte: MDR / Barbara Brähler

In den nächsten vier Jahren soll die Zahl der Nutzer von Smart Home-Technik auf 9,3 Millionen Haushalte steigen und sich damit verdoppeln. Genutzt wird die Technik unabhängig vom Alter. Ulrich Goedecke, Projektleiter Kompetenzzentrum Digitales Handwerk - Schaufenster Ost erklärt, der Einsatz von Smart Home werde die Lebensqualität in den kommenden Jahren nachhaltig verändern und erlaube eine selbstbestimmte Haushaltsführung bis ins hohe Alter. Dem kann Burkhard Schulze vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke nur zustimmen. Er geht davon aus, dass diese Technik auch zunehmend im Bereich Gesundheit und Pflege eingesetzt wird. So gibt es zum Beispiel Läufer, die mit Sensoren bestückt sind. Falle der Bewohner aus dem Bett, werde automatisch ein Notruf abgesetzt, so Schulze.

Was bedeutet das fürs Handwerk?

Aus dem Elektriker wird der Elektroniker und aus dem Azubi ein E-Zubi, erklärt Burkhard Schulze. Die Ausbildung sei dadurch viel komplexer, aber für die jungen Auszubildenden auch viel interessanter. Es gehe nicht mehr darum nur Leitungen durch Kabelschächte zu ziehen, sondern der E-Handwerker muss bei der Aufrüstung mit Smart Home-Technologie das komplette Haus und die Wünsche der Kunden im Blick haben.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.02.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.02.2018 | ab 09:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2018, 14:47 Uhr

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