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Neue Hymne Ein Lied für Sachsen

von Kathrin Große

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"Frieden Dir, mein Land der Sachsen....", so heißt das Sachsenlied, das der Oschatzer Lehrerchor e.V. als erster Chor überhaupt offiziell eingesungen hat. Seit Juni proben die 30 Männer und Frauen das Lied, das sowohl einen heimatverbundenen als auch modernen Text aufweist und in seiner Melodie überraschende Töne bereithält. So sind Passagen aus der DDR-Hymne und des Deutschlandliedes verarbeitet. Chorleiterin Katja Scholz sagt zu den Ideengebern: "Den Text hat Doris Grieswald aus Limbach-Oberfrohna geschrieben. Der Komponist war Axel Klemm, wobei die Melodie schon seit 1997 bestand und er hat sie mit dem Text zusammengebracht. Leider ist er im vergangenen Jahr gestorben. Axel Klemm kam aus Chemnitz und ist dort sehr bekannt für alle Musikrichtungen."

Jahrelanges Engagement

Oschatzer Lehrerchor
Oschatzer Lehrerchor Bildrechte: Oschatzer Lehrerchor

Dass ausgerechnet der Oschatzer Lehrerchor, der im November sein 30-jähriges Jubiläum feiert, das Sachsenlied einsingen durfte, ist einer Empfehlung des Riesaer Konzertchores zu verdanken. Überhaupt steckt hinter diesem Sachsenlied ein immenses Engagement von der "Interessengemeinschaft Sachsenlieder/Landeshymne" aus Meißen. Seit vielen Jahren wird darum gerungen, dass der Freistaat eine Hymne bekommt. So meint der Sprecher der Interessengemeinschaft Peter Knaucke: "Eine mit Engagement gesungene Landeshymne ist lebendiger Ausdruck der Verbundenheit der Menschen mit ihrem Land, mit ihrer Region." Sachsenlieder gibt es einige, unter anderem historische Werke aus den Jahren 1841 oder 1887. Unvergessen das humorvolle "Sing, mei Sachse, sing" vom Leipziger Kabarettist Jürgen Hart, der es 1979 veröffentlichte. Zu den modernen zählt zum Beispiel "Frieden Dir, mein Land der Sachsen".

Katja Scholz, Leiterin des Oschatzer Chors
Chorleiterin Katja Scholz möchte gerne, dass dieses Sachsenlied bekannter wird. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Im Oschatzer Lehrerchor singen zwar überwiegend Rentner, doch dieses Lied kommt auch bei der jungen Generation gut an. So meint die 13-jährige Anna, die den Chor auf dem Klavier begleitet: "Es ist ein sehr schönes Lied. Auch finde ich gut, dass man keine zwei getrennten Hymnen mehr hat." Leider können die Oschatzer aus organisatorischen Gründen nicht in Löbau dabei sein und deshalb stellen sie ihre Aufnahme online, sagt Chorleiterin Katja Scholz: "Das Wichtigste ist, dass es bekannt wird, dass es durch die Chöre getragen wird und das wir hier in Oschatz einen Anstoß gegeben haben, damit auf dem Tag der Sachsen was passiert für dieses Lied."

Balance zwischen Regionalität und Europa

Löbauer Chor
Löbauer Chor Bildrechte: Löbauer Chor

Und in der Tat. Es wird live beim "Tag der Sachsen" zu hören sein - und zwar am Samstag ab 11.30 Uhr vor der Nikolaikirche in Löbau. Denn parallel zu den Oschatzern hat es auch der Vokalchor "Collegium canorum Lobaviense" aus Löbau eingeübt. Der zuständige Kirchenmusikdirektor des Kirchenbezirks Löbau-Zittau Christian Kühne findet das Lied ansprechend: "Weil der Text aktuell ist und musikalisch wird auf die Wiedervereinigung angespielt, für die wir dankbar sein können." Sein Chor wird auch andere Sachsen- und Heimatlieder vortragen ebenso die Europahymne. Christian Kühne dazu: "Mir ist wichtig, dass wir auf die Balance achten müssen zwischen regionaler Identität und das Eingebundensein in Europa, weil das Eine ohne das Andere nicht geht.".

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN | 31:08.2017 | 07.50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2017, 11:49 Uhr

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