Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Bildrechte: MDR/Barbara Brähler

Tourismus Ausgemustertes Patrouillenboot im Zwenkauer See versenkt

Auf dem Zwenkauer See ist am Dienstagmorgen ein Motorschiff gesunken. Es war kein Unfall, sondern pure Absicht. "MS Reini" soll in Zukunft Taucher an und vor allem in den Zwenkauer See locken.

Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
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Taucher haben im Raum Leipzig eine neue Attraktion für ihr sportliches Vergnügen. Am Dienstagmorgen wurde ein ehemaliges Patrouillenboot aus den 1960er Jahren im Zwenkauer See versenkt. Knapp neun Monate haben die Vorbereitungen gedauert, um die "MS Reini" für die neue Aufgabe unter Wasser zu präparieren, sagte Robert Lange von der Tauchbasis am Zwenkauer See. Zusammen mit seinen Mitarbeitern wurde mit viel Eigenleistung und in vielen Arbeitsstunden das Projekt "Neuer Tauchspot" realisiert.

Zwenkauer See Schiffeversenken mal anders

Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Das Team der Tauchbasis am Zwenkauer See mit ihrem "Schatz", der "MS Reini". Ganz rechts steht Robert Lange und hofft, dass das Schiffeversenken ohne große Schwierigkeiten klappt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Das Team der Tauchbasis am Zwenkauer See mit ihrem "Schatz", der "MS Reini". Ganz rechts steht Robert Lange und hofft, dass das Schiffeversenken ohne große Schwierigkeiten klappt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Die letzten Vorbereitungen, um die "MS Reini" ins Wasser zu lassen, werden getroffen. Das gut zweieinhalb Tonnen schwere Schiff soll vom Hafen rund 800 Meter in den See geschleppt werden. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein rostiges Schiffswrack hängt an einem Kran
Es hängt am Kran - die Spannung steigt: Sind wirklich alle Löcher im Rumpf gestopft? Denn wenn die "MS Reini" im Hafen sinkt, haben die Taucher keine wirkliche Attraktion und alle anderen Bootskapitäne ein richtiges Problem. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Unterstützt wurde Robert Lange auch von der Feuerwehr Zwenkau und der Wasserwacht. Die Kameraden der Feuerwehr nutzen das Schiffeversenken gleich als Übungsstunde. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Das Feuerwehrboot macht die Vorhut und versucht mit einem 100-PS-Motor das Wrack aus dem Hafen zu ziehen. Um es zu manövrieren, hat sich das Boot der Tauchbasis inklusive Mannschaft als Bremse an das Ende der "Schiffsschlange" gesetzt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Nach mehreren Anläufen hat die Feuerwehr Zwenkau zusammen mit der Wasserwacht die "MS Reini" endlich auf den See geschleppt. Durch die Doppel-T-Träger war der Wasserwiderstand für einen Motor zu groß. Zudem ließ der Wind das Boot immer wieder vom Kurs abkommen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Reinhard Gräfe, der Tauchpionier der Region, wollte das ehemalige Patrouillenboot eigentlich im Kulkwitzer See versenken. Für ihn ist das Tauchen in und an Schiffswracks etwas ganz Besonderes. "Es ist das gewisse Kribbeln", beschreibt er das Gefühl beim Tauchgang. Nach ihm wurde übrigens das Boot benannt, "Reini" ist sein Spitzname. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Rund 800 Meter vom Hafen entfernt hat die "MS Reini" ihren Bestimmungsort erreicht. Am Seegrund wurden im Vorfeld Seile angebracht, die an die Lufttanks festgemacht werden, die seitlich an dem Wrack befestigt sind. Damit kann das Schiff zielgenau ohne abzutriften auf den Grund geschickt werden. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Ein Boot wird in einem See für Taucher versenkt
Am Ziel angekommen, öffnet Taucher Robert Lange die vorbereiteten Flutungslöcher. Trotzdem dauert es gut eineinhalb Stunden, bis sich die "MS Reini" mit Wasser füllt und anschließend sehr langsam sinkt. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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Der letzte Blick auf die "MS Reini", bevor sie für immer in der Tiefe verschwindet. Das Wrack liegt nun auf einer ehemaligen Tagebaustraße - gut 14 Meter tief und fest vertäut. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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Und weg ist es... Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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Ein rostiges Schiffswrack hängt an einem Kran
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Präpariert für die Unterwasserwelt

Am Rumpf des Wracks wurden zwei Doppel-T-Träger angeschweißt. Dadurch ist das Schiff kippsicher und kann sich auch später nicht von seinem angedachten Platz in rund 14 Meter Tiefe fortbewegen. Zudem wurden sämtliche Farbanstriche entfernt und das Schiff wieder mit einem Aufbau versehen. Auch Löcher im Rumpf mussten im Vorfeld geschlossen werden, um die "MS Reini" überhaupt an die Stelle des Sees ziehen zu können, wo es später versenkt wurde. Robert Lange hofft, dass das Schiff nicht nur eine Attraktion für Taucher wird. Das Wrack könne auch die Wasserqualität des Sees und damit die Sicht verbessern. An dem Schiff sollen sich nämlich Muscheln ansiedeln, die das Wasser filtern, so der Initiator.

Bürokratische Hürden

Die größten Hürden waren aber nicht die baulichen Vorbereitungen, um das Schiff zu versenken, sondern die Bürokratie, sagte der Tauchexperte. Er habe zahlreiche Anträge an sehr viele Behörden schicken müssen. Das habe Nerven, Zeit und Geld gekostet, musste aber sein. Denn ohne wasserrechtliche Genehmigung hätte die "MS Reini" nicht auf den Grund des Sees geschickt werden können.

In wenigen Tagen kann das Schiff erstmals per Tauchgang besucht werden. Nicht-Schwimmer haben die Möglichkeit, auf der Homepage der Tauchbasis mittels Webcam einen Blick auf das rund elf Meter lange Wrack zu werfen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEMSPIEGEL | 29.05.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.05.2018 | ab 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2018, 20:00 Uhr

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