Flockenstieliger Hexenröhrling
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Die Folgen der Dürre Pilze in der Region Leipzig Mangelware

Die Dürre macht nicht nur den Land- und Forstwirten zu schaffen. Auch der Pilzsammler hat derzeit nichts zu lachen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind Pfifferlinge & Co im Raum Leipzig nämlich Mangelware.

Flockenstieliger Hexenröhrling
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Für Gert Fischer ist dieses Jahr ein echt mieses. Der Pilzberater der Stadt Leipzig schlägt Alarm. Die aktuelle Pilzsaison sei eine der schlechtesten seit Jahren, sagte er in einem Gespräch mit MDR SACHSEN. Grund dafür ist der fehlende Regen. Und ohne den, wachsen die Pilze einfach nicht. Manchmal gebe es zwar unbedeutende Arten zu finden, aber das seien nicht die Speisepilze, die gesammelt werden wollen, so der Fungi-Fachmann.

Im Moment gibt es gar nichts. So wenig Pilze wie jetzt, das ist kaum noch zu toppen.

Gert Fischer Pilzberater

Wunsch nach Regen

Die Pilzgeflechte, die sich unter der Erde über eine größere Fläche erstrecken, sind durch die anhaltende Trockenheit geschädigt. Jetzt helfe nur viel und ausdauernder Regen, so Fischer. Allerdings würden dadurch die Pilze nicht gleich aus dem Boden schießen. "Das braucht eine Weile, bestimmt einige Woche, um dann wieder so zu wachsen und zu gedeihen, dass Fruchtkörper gebildet werden können." Wie groß die Dürre-Schäden an den Pilzen sind, kann wahrscheinlich erst im nächsten Jahr beziffert werden. Fischer hofft, dass endlich genügend Regen fällt, damit sich die Pilzgeflechte erholen können. Damit könnte der Korb der Pilzsammler vielleicht Ende Oktober ausreichend gefüllt werden.

Normal wäre der Speisezettel voll

Im Lauf des Kalenderjahres wachsen immer wieder verschiedene Pilzarten, erklärt Gert Fischer. Der Juli sei dabei immer ein "dünner" Monat. Im August gehe es normalerweise langsam wieder los. Dann könne man im Wald auf jeden Fall mit Röhrlingen verschiedenster Arten rechnen, wie z.B. Pfifferlingen oder Täublingen.

Der Speisezettel wäre im August, bei ausreichend Regen, gut gefüllt.

Gert Fischer Pilzberater

Wäre dieses Jahr ein normales, so Fischer, hätte er auch in der Pilzberatungsstelle Theodor-Heus-Straße viel zu tun. Allein 2017 gab es 314 Beratungen mit 954 Pilzbestimmungen. Derzeit würden die Leipziger aber nur ab und zu die Beratungsstelle aufsuchen, so Fischer. Dann ginge es in der Regel um Mitbringsel aus dem Urlaub, die bestimmt werden wollen.

Quelle: MDR/bb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.08.2018 | 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 21. August 2018, 11:47 Uhr

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