Spatenstich Lindenauer Hafen
Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Lindenauer Hafen Neuer Wohnraum für Leipzig

Der erste Spatenstich ist getan: Am Montag war offizieller Baubeginn auf dem Gelände des zukünftigen Lindenauer Hafens. Bis 2020 entsteht ein neues Wohnviertel im Leipziger Westen. Ursprünglich sollten die geplanten 500 neuen Wohnungen bereits bezugsfertig sein.

Spatenstich Lindenauer Hafen
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Das Bauprojekt Lindenauer Hafen reicht weit zurück. Bereits 1938 gab es erste Pläne für einen Industriehafen, die kriegsbedingt jedoch nie vollendet wurden. 2001 wurde dann im Zuge der Leipziger Olympia-Bewerbung das Konzept vorgelegt, auf dem Areal das olympische Dorf zu errichten. "Die Olympia-Bewerbung war Anstoß für die Vision 'Wohnen am Wasser'", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Montag dem MDR. Fast zwei Jahrzehnte später wird diese Vision nun Realität: Bis 2020 sollen zehn unterschiedliche Wohnbauvorhaben im Miet- und Eigentumsbereich entstehen.

Sozialer Wohnraum

Ziel sei es, so Jung, die Lücke zwischen Lindenau und Grünau zu schließen. Eine Kindertagesstätte, Restaurants und fußläufig erreichbare Nahversorgungseinrichtungen sollen ebenfalls Teil des Bauvorhabens werden. Zusätzlich zu den Eigentumswohnungen soll es sozialgebundenen Wohn- und Mietraum geben, um dem gesteigerten Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum Rechnung zu tragen.

Langwierige Verhandlungen

Die mehrjährige Entwicklungszeit ist laut Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau auf die langwierigen Verhandlungen mit wechselnden Investoren zurück zu führen. "Hier eine preiswerte 'Platte' hinzustellen, ist nicht das Thema", erklärte Dubrau. "Auch mit dem Wechsel der Investoren ist es gelungen, die Qualität des Entwurfes aus dem Wettbewerb zu halten. Die Gebäude werden für eine hohe Nutzungs- und Lebensqualität stehen und das ganze Quartier beleben", ist sie sich sicher.

Spatenstich Lindenauer Hafen
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Hier soll ein neues urbanes Stück Leipzig entstehen.

Burkhard Jung, Oberbürgermeister Stadt Leipzig

Die Bagger rollen nun schon seit einigen Monaten über das 40 Hektar große Gelände. Erste Selbstnutzerprojekte, die "Pioniere", wie Jung sie bezeichnet, errichten bereits vereinzelte Einfamilienhäuser. Am Ufer wartet der erste Bootssteg auf Paddler und kleine Motorboote, die zwischen Elster-Saale-Kanal und Karl-Heine-Kanal Station machen.  

Wasserwege fertiggestellt

Bereits 2015 waren die Freianlagen und die Gewässerverbindung zwischen Karl-Heine-Kanal und Lindenauer Hafen eröffnet und so die Erschließung des neuen Wohnviertels ermöglicht worden. Im Juni 2016 legten die Investoren gemeinsam mit dem Oberbürgermeister den Grundstein für das neue Stadtquartier und die ersten Selbstnutzerprojekte starteten. Der erste Vermarktungsabschnitt sei äußerst erfolgreich verlaufen. Laut Jung konnten die Ziele in wirtschaftlicher Hinsicht übertroffen werden. "Wir haben mehr Geld eingenommen als wir ursprünglich dachten."

Angst vor Gentrifizierung

Am Montag wurde nun der symbolische Spatenstich für den ersten Wohnkomplex getätigt. Die Tauchaer Baufirma Otto Heil will für 16 Millionen Euro ein Ensemble mit 66 Wohnungen und einer Gewerbefläche errichten. Im L-förmigen Wohnpark "Aqua LindHa" ist außerdem eine Tiefgarage mit 67 Stellplätzen geplant.

In zwei bis drei Jahren sollen in dem Wohnviertel im Westen etwa 1.000 Menschen leben. Gentrifizierungskritiker, die die Scheiben des Informationscontainers einwarfen und in einer der Rohbauten Feuer legten, kann Jung nicht verstehen. Mit neuem Wohnraums könne man die Mietpreisentwicklung steuern.

Über dieses Thema berichtet MDR auch im Radio und Fernsehen: MDR 1 RADIO SACHSEN | 27.02.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | ab 08:30 Uhr

MDR SACHSENSPIEGEL | 27.02.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2017, 17:58 Uhr

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