Entwurf zum Quartierneubau Eutritzscher Freiladebahnhof
Blick in die Zukunft: Wie der Städtebau der nächsten Jahre aussehen könnte, zeigt der Entwurf für das neue Leipziger Quartier "Eutritzscher Freiladebahnhof". Bildrechte: Octagon AK & Atelier Loidl

Wohnungsbau der Zukunft Leipziger Freiladebahnhof wird Wohnquartier

Leipzig steht wie keine andere Stadt im Osten für Wachstum und Veränderung. Mit dem steten Bevölkerungswachstum verändert sich die Stadt an der Elster andauernd. Quartiere entstehen, Brachflächen schwinden. Der Boom hat nicht nur positive Effekte. Verdrängungsprozesse beschäftigen die Stadtgesellschaft und damit auch die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen und welche Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen.

Entwurf zum Quartierneubau Eutritzscher Freiladebahnhof
Blick in die Zukunft: Wie der Städtebau der nächsten Jahre aussehen könnte, zeigt der Entwurf für das neue Leipziger Quartier "Eutritzscher Freiladebahnhof". Bildrechte: Octagon AK & Atelier Loidl

In Leipzig ist der Begriff Stadtentwicklung in aller Munde. Seit Ende der 90er-Jahre wächst die Stadt und zählt zu den aufstrebenden Großstädten Deutschlands. Ein Besuch im Stadtplanungsamt bestätigt diese Sichtweise.

Stefan Heining erklärt in einem Gespräch mit MDR SACHSEN: "Leipzig ist mit dem Blick auf die letzten 28 Jahre eine der sich am dynamischsten entwickelnden Städte in Ostdeutschland." Der Leiter des Stadtplanungsamtes sieht die Entwicklung der Stadt als großen Erfolg, weiß aber auch, was dadurch für neue Buastellen entstehen. "Aufgrund der Zuwachses ist der Wohnungsmarkt mittlerweile angespannt", gibt Heinig zu. Deswegen stehe die Aufgabe, genügend und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, im Mittelpunkt. Wohnen sei aber nicht das einzige Thema. "Es geht auch um Arbeitsplätze, Freiräume und Wirtschaftlichkeit, nicht nur um Einwohnerentwicklung", fügt er hinzu.

Neues Quartier in Eutritzsch

Ein aktuelles Projekt moderner Stadtentwicklung ist der Eutritzscher Freiladebahnhof. Die Pläne dafür hat das Leipziger Architekturkollektiv Octagon entwickelt. Den Architekten ging es bei der Planung nicht nur um die bauliche Struktur. "Wenn wir Quartiere entwickeln, müssen wir in Zukunft auch die Räume dazwischen beachten. Das Wohnen kommt erst später", erklärt Philip Stapel im Gespräch mit MDR SACHSEN. Durch die Freiräume entstünde so ein Quartier, "das den Bewohner und nicht den Blechlawinen gehört", so der Architekt, denn im neuen Viertel sollen möglichst wenige Autos fahren. "Das Konzept einer autogerechten Stadt ist überholt", beton die Arbeitskollegin Julia Köpper. Auch durch sogenannte Nutzungsüberlagerung soll der Raum so genutzt werden, dasss beispielsweise Schulgelände auch außerhalb der Unterrichtszeiten genutzt werden können.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Geht es nach dem Willen der Planer, sollen im Viertel Bewohner aus allen sozialen Schichten wohnen. "Wir haben auf dem Areal auch Grundstücke ausgewiesen, auf denen experimentelle Wohnformen Platz haben sollen", erklärt Köpper. Sie weiß aber auch, dass der Entwurf trotz aller Innovation finanziell und effektiv sein muss. "Wir planen nur. Was umgesetzt wird ist Sache des Bauherrn." Trotzdem sei der Entwurf ein Schritt in die richtige Richtung, mit dem die Stadt versucht, neue Türen zu öffnen. Es braucht aber Geduld, weiß Stapel. "So schnell sind klassische Strukturen nicht zu ändern. Dafür brauchen wir vor allem politische Voraussetzungen, um das Mögliche auch umsetzen zu können."

Einfluss der Kommunen stärken

Welche Rolle spielt die Stadt Leipzig dabei? Wie kann sie aktiv Einfluss auf die Entwicklungen nehmen? Stadtplaner Heinig weiß, dass der kommunale Handlungsspielraum beschränkt ist. "Wir können Rahmenbedingungen setzten, gemeinsame Strategien mit den Bauherren entwickeln." Dass das nur bedingt möglich ist, weiß Heine, denn mit dem Kaufen und Verkaufen von Grundstücken könne mehr Geld verdient werden, als mit Bauen. Dies verhindere an einigen Stellen die Entwicklung. "Hier haben wir noch wenig Möglichkeiten, einzugreifen", gibt Heinig zu. Um als Kommune handeln zu können, müssten auf Bundesebene die Rahmenbedingungen angepasst werden.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 05.05.2018 | 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2018, 09:11 Uhr

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