Streik bei Halberg Guss droht Räumung
Unter Polizeischutz und Protest der Streikenden befährt ein Lastwagen das Gelände der Halberg Guss in Leipzig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Streik wegen Schließungsplänen Mitarbeiter lösen Blockade bei Halberg-Guss auf

Die Mitarbeiter beim Automobilzulieferer Neue Halberg-Guss haben ihre Blockade beendet. Wie die Polizei mitteilte, gaben sie die Einfahrt zum Werk frei. Sie kamen damit einer möglichen Räumung durch die Polizei zuvor.

Streik bei Halberg Guss droht Räumung
Unter Polizeischutz und Protest der Streikenden befährt ein Lastwagen das Gelände der Halberg Guss in Leipzig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Streikenden beim Automobilzulieferer Neue Halberg-Guss lassen wieder Lkw durchs Werktor fahren. Wie die Polizei mitteilte, haben die Mitarbeiter die Blockade freiwillig aufgelöst und vereinbarten, dass sie die Ein- und Ausfahrt zum Werksgelände für Lkw gewähren. Sie kamen damit einer möglichen Räumung durch die Polizei zuvor. Die Beschäftigten von Neue Halberg-Guss hatten seit dem Wochenende die Zufahrt blockiert und damit verhindert, dass Lkw bereits fertige Teile für die Autoindustrie abholen.

Oberbürgermeister Jung appelliert an Arbeitgeber

Burkhard Jung
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung stellt sich an die Seite der Metallarbeiter und bezeichnet den Protest als berechtigt: "Wieder soll ein Konflikt der Prevent-Gruppe auf dem Rücken der zuverlässigen Mitarbeiter und ihrer Familien ausgetragen werden. Die beabsichtigte Schließung des Werkes ist unsinnig und schadet den Menschen und dem Industriestandort Deutschland." Die Mitarbeiter haben es verdient, dass man fair mit ihnen umgehe. Jung fordert außerdem ein Konzept, das die Zukunft aller Beschäftigen in Leipzig, aber auch am Partnerstandort Saarbrücken, sichert.

Anhaltender Streik sorgt für Produktionsausfälle bei Opel und VW

Seit Tagen sind die Mitarbeiter am Standort in Leipzig im Ausstand, blockierten die Einfahrt von Lastwagen und bildeten Menschenketten. Am Dienstagmorgen waren Angaben der IG Metall zufolge etwa 250 bis 300 Beschäftigte erneut im Ausstand. Beamte und das Kommunikationsteam der Polizei haben das Gespräch mit den Streikenden gesucht. Auch Polizeipräsident Bernd Merbitz war vor Ort.

Bei dem Konflikt geht es um die geplante Schließung des Leipziger Standortes mit rund 700 Beschäftigten Ende 2019 sowie um einen erwogenen Abbau von etwa 300 der 1500 Arbeitsplätze in Saarbrücken. Das Unternehmen stellt vor allem Motorblöcke und Antriebswellen für Autos und Nutzfahrzeuge her. Durch den Streik gibt es mittlerweile auch Produktionsausfälle in anderen Werken, etwa bei Opel in Eisenach und bei VW.

Quelle: MDR/sm/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 26.06.2018 | 08:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Leipzig

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Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 19:54 Uhr

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4 Kommentare

26.06.2018 17:41 Leider Gewerkschaftler 4

Die IG Metall ist kein Vermittler von Arbeitgebern und Arbeitnehmer sondern nur ein profitorientierter Verein. Ihn gehts nur um ihre Mitglieder die fette Beiträge zahlen. Und die gibts nur in der Automobilindustrie. Die kleinen Buden interessiert die nich.

26.06.2018 15:22 JanoschausLE 3

@26.06.2018, 12:47 | Schmidtchen 2
"...ich finde das Verhalten der IGMETALL unerträglich...auf der einen Seite kungelt die IGMETALL mit Volkswagen und auf der anderen Seite spielt sie sich als Retter der Entrechteten bei NHG auf..."
Mit Verlaub, eine Gewerkschaft ist zur Mittlung zwischen Arbeitgebern und -Nehmern da, ja, sie vertritt da die Interessen der Arbeitnehmer, aber auch die andere Seite berücksichtigend.
"...scheinheilig und verlogen ist das und die Mitarbeiter der NHG lassen sich noch vor den IGMETALL Karren spannen und schaufeln damit ihr eigenes Grab. Unfassbar!"
Lesen Sie doch mal den Artikel: Es geht um die Schließung des Werkes in Leipzig, sprich, man schaufelt gegen den Willen der Belegschaft ihr Grab. Da dann davon zu schwätzen dass die IGM mit den Mitarbeitern ihr eigenes Grab schaufeln würden....das ist voll daneben. Hier ging und geht es nur um Rendite, oder profitieren SIE SELBST davon? Dann ist ihre Einstellung, wenn auch mit Kopfschütteln, verständlic

26.06.2018 12:47 Schmidtchen 2

...ich finde das Verhalten der IGMETALL unerträglich...auf der einen Seite kungelt die IGMETALL mit Volkswagen und auf der anderen Seite spielt sie sich als Retter der Entrechteten bei NHG auf...scheinheilig und verlogen ist das und die Mitarbeiter der NHG lassen sich noch vor den IGMETALL Karren spannen und schaufeln damit ihr eigenes Grab. Unfassbar!

26.06.2018 11:54 Möwe 1

@Rasselbock, ich vermisse deinen Kommentar über unfähige BWL'er.

Tatsächlich sind hier Fehler im strategischen Einkauf gemacht worden. Die Abhängigkeit von einem Lieferanten ist ein Problem, dass sich gerade bei Just-in-time brachial auswirkt auf die restliche Produktion. Leben und leben lassen, dass haben wohl alle Beteiligten hier vergessen.

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