Preisverleihung Elbufer Sukuma Award
Bildrechte: Sukuma Award

Werbung für Nachhaltigkeit statt Konsum Der etwas andere Filmpreis

Preisverleihung Elbufer Sukuma Award
Bildrechte: Sukuma Award

Normalerweise geht es bei Werbung immer darum, den Konsum voranzutreiben. Doch der Verein "Sukuma Arts" verfolgt seit nunmehr zehn Jahren ein gegensätzliches Ziel. Die Dresdner wollen die Menschen mit Hilfe von Werbespots für Nachhaltigkeit sensibilisieren. Hierzu haben sie 2006 den Sukuma-Award ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen herkömmlichen Filmpreis mit Glanz und Glamour, wie Franziska Pschera von "Sukuma Arts" erklärt: "Bei uns bekommen die Bürger den Filmpreis und der Gewinn ist, dass ihre Idee zu einem richtigen Hochglanzkinospot gemacht wird. So wollen wir Menschen dazu motivieren, das Thema Nachhaltigkeit weiterzudenken."

Teilen, Tauschen, Selbermachen

Was machen die Banken mit unserem Geld? Wer stellt unsere Kleidung wirklich her? Und was wird aus dem Elektroschrott, den wir Jahr für Jahr tonnenweise produzieren? Das sind Fragen, die "Sukuma Arts" in der Vergangenheit anregten. In diesem Jahr ist das Thema "Teilen, Tauschen, Selbermachen". "Ausgangspunkt ist der ökologische Fußabdruck", erklärt  Franziska Pschera.

Wenn alle in der Welt so leben würden wie wir, dann käme der ökologische Wandel noch viel rasanter. Wie wäre es, wenn wir Dinge wieder teilen und tauschen, wie es früher war? Wenn beispielsweise einer im Haus eine Bohrmaschine hat, dann leih ich mir die und gebe im Gegenzug vielleicht mein Waffeleisen, das ich ja auch nicht immer brauche. Dadurch nutzen wir weniger Ressourcen und würden die Erde ein wenig entlasten.

Franziska Pschera Verein "Sukuma Arts"

Promis helfen bei der Umsetzung

Wer eine Idee zum Thema hat, trägt sie einfach in das Formular auf der Internetseite sukuma-award.de ein, oder schickt eine E-Mail oder eine Postkarte an die Initiatoren. Nadja Müller von "Sukuma Arts" erklärt, wie es dann weitergeht: "Wenn die Idee ankommt wird sie professionell produziert, auch mit Beteiligung von Prominenten, etwa mit Musik von Bands wie Revolverheld oder den Toten Hosen."

Mann steht hinter einer Kamera, davor stehen zwei Personen
Die Ideen werden professionell umgesetzt. Bildrechte: Sukuma Award

Thomas Frick, Regisseur aus Potsdam Babelsberg, arbeitet an der Drehbuchentwicklung und setzt den Spot gemeinsam mit der Dresdner Produktionsfirma "Ravir Film" vollkommen ehrenamtlich um. "Am Ende stehen dann drei professionelle, knackige Werbespots für Nachhaltigkeit", erklärt Nadja Müller. "Die Spots bekommen eine Öffentlichkeit, indem sie im Kino laufen, ins Fernsehen kommen und über unsere Partner verbreitet werden." In Leipzig wird der Spot etwa in Programmkinos laufen und bei den Classic Open präsentiert, wo er eine große Leinwand im Herzen der Stadt bekommt.

Sukuma heißt Anstacheln

Sukuma-Award, der etwas andere Filmpreis, ist ein Projekt von "Sukuma Arts", die sich vor elf Jahren in Dresden gründeten. Franziska Pschera erinnert sich: "Wir wollten einfach kreativer, als es sonst üblich war, Bildungsarbeit für Umwelt- und soziale Themen leisten. Darauf aufmerksam machen, dass wir durch unser Konsumverhalten einen globalen Einfluss haben, den wir vielleicht gar nicht beabsichtigen. Wir wollten aber nicht die Sackleinen tragenden Ober-Ökos sein. Wir wollten das Thema rausholen aus dieser Nische. Deshalb haben wir uns das Werbemedium genommen, das oft eine andere Botschaft vermittelt, als die die unsere ist. Eine witzige und kreative Art und Weise, um die Menschen auf unser Anliegen aufmerksam zu machen."

Geistesblitze gesucht

Die Dresdner gründeten eine Initiative und 2007 den Verein "Sukuma Arts". Franziska Pschera erklärt: "Wir vergeben jährlich den Sukuma-Award, realisieren aber auch andere Projekte wie etwa das Umundu Festival, das zehntätige Bildungs- und Netzwerkfestival mit Vorträgen, Filmvorführungen und Ausstellungen zum Thema 'Global nachhaltiger Konsum'. Oder die 'Stories of Change', die von gelebter Nachhaltigkeit im Alltag erzählen und anregen sollen."

Das Wort Sukuma stammt aus dem Suaheli und bedeutet soviel wie Aufstehen, sich erheben, Anstacheln. Bis Ende Dezember sind die Bürger in Dresden, Leipzig und Chemnitz angestachelt, sich mit ihren Ideen am Wettbewerb um den Sukuma-Award zu beteiligen. Franziska Pschera betont: "Das muss kein fertiges Drehbuch sein, es reicht ein Gedankenblitz, eine Idee. Der Sukuma-Award ist ein Bürgerfilmpreis, das heißt man braucht keine Expertise, was das Thema Film anbetrifft."

Zuletzt aktualisiert: 27. Dezember 2016, 15:35 Uhr

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