Fadenalgen im Karl-Heine-Kanal Schwimmbagger befreit Leipziger Gewässer von unerwünschtem Grün

Der Karl-Heine-Kanal wird derzeit einer Großreinigung unterzogen. Zwischen Saalfelder- und Hafenstraße soll eines der Schmuckstücke der Leipziger Gewässerlandschaft für das bevorstehende Wasserfest aufgehübscht werden. Aber nicht nur das.

Algenentfernung
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Vom beschaulichen Karl-Heine-Kanal zu sprechen, hat in diesen Tagen eine ganz neue Bedeutung. Zu Beschauen gibt es einiges. Denn Gerd Vulpius ist mit seinem Truxor auf dem Kanal unterwegs. Der Schwimmbagger sieht auf den ersten Blick aus, wie der heimischen Heimwerkerwerkstatt entsprungen, auf den zweiten Blick aber leistet er Erstaunliches.

Algenteppich nimmt Fischen Licht und Sauerstoff

Mit einem Greif- und Mäharm holt das Amphibienfahrzeug tonnenweise Fadenalgen und andere abgerissene Pflanzen aus dem Wasser. Es ist die Menge, die dabei überrascht. Angelika Zábojnik vom Leipziger Amt für Stadtgrün und Gewässer nennt sie in diesem Jahr extrem. Schuld daran sei die große Hitze und die starke Sonneneinstrahlung auf die Gewässer, sagt Zábojnik. Die Algen legen sich wie ein Teppich in das Wasser und dunkeln damit die darunterliegenden Wasserschichten ab.

Die Fadenalgen breiten sich besonders in dem neu gestalteten Bereich zwischen der Luisenbrücke und der Hafenstraße aus. Dort fehlt es an schattenspendendem Baumbestand. Nur junge Bäume säumen den Uferbereich.

Grün-braune Algen auf und im Wasser des Karl-Heine-Kanals in Leipzig.
Grün-braune Fadenalgen auf und im Wasser des Karl-Heine-Kanals in Leipzig. Das Grün nimmt den Tieren Licht und Sauerstoff. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Weitaus größer ist das Problem jedoch, wenn die immensen Pfanzenmengen absterben. Dann nimmt der Sauerstoffgehalt des Gewässers rasant ab. Kleinstlebewesen und auch Fische haben in der Folge nicht mehr genug Sauerstoff und verenden. Das Ökosystem kippt.

Angelika Zábojnik Amt für Stadtgrün und Gewässer Leipzig

Maschinenkraft gegen Algenschwabbel

Die Hubgabel des Schwimmbaggers frisst sich Meter um Meter durch den Kanal. Bis zu 250 Kilogramm Last kann sie bewegen. Angelika Zábojnik geht davon aus, dass der Bagger am Ende seines Einsatzes zehn Tonnen Fadenalgen aus dem Wasser geholt haben wird. Das Grünzeug wird vorerst am Ufer zum Trocknen abgeworfen. Hier spielt die Hitze dann doch noch eine rühmliche Rolle. Innerhalb weniger Stunden sind die Pflanzenreste getrocknet und für den Abtransport zum Kompost bereit.

Nach getaner Arbeit zwischen Saalfelder- und Hafenstraße rückt der Schwimmbagger weiter in den Lindenauer Hafen. Dort sei die Sonneneinstrahlung so hoch, dass der Algenteppich inzwischen fast geschlossen ist und bis zur Kaimauer reicht. Gerd Vulpius soll die Befahrbarkeit des Hafens wieder herstellen.

Diese beiden Projekte sind die einzigen in diesem Jahr. Ob und wo der Algenbagger im kommenden Jahr eingesetzt werde, entscheide sich im Juni, so Angelika Zábojnik.

Das Amphibienfahrzeug lädt an Land die gesammelten Algen ab.
Das Amphibienfahrzeug lädt an Land die gesammelten Algen ab. Durch die Hitze trocknen die Pflanzenreste ungewöhlich schnell und können anschließend kompostiert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/gg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.08.2018 | ab 09:30 Uhr in den Regionalnachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 16:45 Uhr

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