Polizisten bei Anti-Terror-Übung in Leipzig
Eigentlich sollte es nur eine Übung zum Umgang mit Fußballfans werden. Was die Polizisten nicht wussten: Direkt im Anschluss wurde auch ein Anti-Terror-Einsatz geprobt. Bildrechte: TNN

Übungseinsatz Leipziger Polizei probt erneut Terror-Szenario

Schüsse, Verletzte, Explosionen - das gab es erst vor rund zwei Wochen zu Übungszwecken am Hauptbahnhof. Nun ging die Anti-Terror-Übung in die zweite Runde: Am Mittwochvormittag haben Polizisten den Ernstfall geprobt. Einsatzorte dieses Mal: die Red-Bull-Arena und die Arena Leipzig.

Polizisten bei Anti-Terror-Übung in Leipzig
Eigentlich sollte es nur eine Übung zum Umgang mit Fußballfans werden. Was die Polizisten nicht wussten: Direkt im Anschluss wurde auch ein Anti-Terror-Einsatz geprobt. Bildrechte: TNN

Die Leipziger Bereitschaftspolizei hat am Mittwoch zwei Übungseinsätze durchgeführt. Geprobt wurde zunächst das Vorgehen bei einem Fußballspiel. Dafür wurden Fußballfans vom Bahnhof ins Stadion begleitet, die Einlasskontrollen unterstützt und Beweise beim Abbrennen von Pyrotechnik gesichert. Laut Polizei war die Übung wichtig, um Handlungsabläufe zu trainieren und eine Arbeitsroutine herzustellen.

Geiselnahme und bewaffnete Täter an der Arena

Polizisten bei Anti-Terror-Übung in Leipzig
Schwer bewaffnet umzingeln die Polizisten in der Übung die bewaffneten Täter und deren Geiseln. Bildrechte: TNN

Nach der Fußball-Übung dann die Probe des Anti-Terror-Einsatzes - allerdings hatten die eingesetzten Beamten keine Ahnung von ihrem zweiten Manöver. Nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Walther trafen eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei Sachsen und Beamte der Bundespolizei auf bewaffnete Täter. Die wollten nicht nur einen Anschlag auf die Arena Leipzig verüben, sondern hatten auch noch Geiseln genommen, die von Polizisten in Ausbildung gespielt wurden. Die eingesetzten Beamten sollten bei der zweiten Aufgabe das Umschalten zwischen einem geplanten und einem Soforteinsatz üben. Dabei war vor allem Schnelligkeit gefragt.

Nur die Übungsleitung und einige wenige Eingeweihte wussten zum Dienstbeginn um 6.00 Uhr bereits, was sich ab 11.30 Uhr für einen Teil der Einsatzkräfte zuspitzen sollte.

Aus der Pressemitteilung der Bundespolizei

Zweiter Anti-Terror-Übungseinsatz

Ein Polizist liegt mit gezogener Waffe am Boden. Polizisten bei Anti-Terror-Übung in Leipzig
In Alarmbereitschaft: Mit gezogener Waffe sucht dieser Polizist Deckung hinter einem Auto. Bildrechte: TNN

Grund der großangelegten Übung sind die vergangenen Terroranschläge wie in Manchester, Berlin und Nizza. Polizeisprecher Walther: "Aufgrund der zurückliegenden Tatsachen ist es wichtig, dass die Beamten auf Gefahrensituationen vorbereitet sind, damit sie wissen, wie man im Ernstfall zu reagieren hat." Die Einsatzleitung zeigt sich am Ende des Tages zufrieden. Die Täter hätten ihren Plan nicht ausführen können "und das ohne Verluste in den eigenen Reihen". Alle Erfahrungen aus den Übungen werden in den kommenden Wochen noch intensiv ausgewertet.

Eine vergleichbare Übung hatte es erst vor rund zwei Wochen gegeben: Mitte Mai hatten rund 500 Beamte von Bundes- und Landespolizei sowie Rettungskräfte das Zusammenspiel nach einem Selbstmordanschlag trainiert. Übungsort war da der Leipziger Hauptbahnhof.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN | 31.05.2017 | 09:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 31.05.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2017, 19:46 Uhr

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6 Kommentare

01.06.2017 00:52 Frager 6

weiß man inzwischen eigentlich, wo die bei der Leipziger Polizei seinerzeit verlorengegangene Maschinenpistole aufgetaucht ist?

01.06.2017 21:13 hmhmhm 5

Wenn die Überprüfung der Waffenfähigkeit Reichsdeutscher regelmäßig den Einsatz der SEK fordert, in Dresden ein Breivik-Sympathisant lebhafte Zustimmung unter AfD-Mitgliedern und -wählern hat und Berliner Jungalternative Polizisten umzufahren versuchen, muss das Szenario sicher nicht nur wegen der Islamisten geübt werden ...

01.06.2017 13:34 Wissen 4

Das ist doch "Angstmacherei" und "Spaltung der Gesellschaft".

31.05.2017 22:49 Morchelchen 3

Schon wieder? Nachtigall, ick hör dir trapsen...

31.05.2017 21:33 Kolb 2

das gab es vor Merkels Einladung hier im Osten aber nicht... oder sehe ich das falsch?

31.05.2017 16:40 Lyn 1

Gut so!

Beim nächsten Malheur de Kack wissen alle diese Leute, was zu tun ist. Allein das ist schon beruhigend. Ein Stück weit.