Umweltzone
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Umweltzone Leipzig Gesundheitsbelastung durch Feinstaub deutlich gesunken

Umweltzone
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Umweltzone in Leipzig hat die Gesundheitsbelastung durch Feinstaub in der Stadt deutlich gesenkt. Das hat eine wissenschaftliche Untersuchung des Landesamtes für Umwelt und des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) ergeben. Danach wurden die Konzentrationen der krebserregenden Verbrennungspartikel der Dieselfahrzeuge in der Luft seit 2011 um mehr als die Hälfte reduziert. Dagegen sei die Belastung mit Stickoxiden nahezu konstant geblieben - trotz moderner Dieselkraftfahrzeuge. Ein Grund sei, dass die vorgegebenen Grenzwerte für Fahrzeuge nicht den realen Emissionen der Autos entsprächen.

Größter Effekt in der Leipziger Innenstadt

Grafik
Die Grafik zeigt die Veränderungen der Emissionen durch den Verkehr im Zentrum von Leipzig. Bildrechte: Landesamt für Umwelt, Sachsen

An der Messstation-Leipzig Mitte waren die Auswirkungen der Umweltzone laut Untersuchung am größten. Die Masse der krebserregenden Ruß-Partikel sank dort um etwa 60 Prozent; die Anzahl der ultrafeinen Partikel reduzierte sich um etwa 70 Prozent. Professor Alfred Wiedensohler vom TROPOS-Institut erklärte, der gesunkene Anteil mache zwar nur drei bis fünf Prozent des gesamten Feinstaubs in Leipzig aus. Dieser von Motoren verursachte Prozentsatz sei aber besonders toxisch. Der Luftexperte des Landesamtes für Umwelt ist sich deshalb sicher: "Die Umweltzone war damit eine sinnvolle und erfolgreiche Maßnahme der Stadtverwaltung Leipzig für den Schutz der Gesundheit ihrer Bürger".

Die Anstrengungen dürften dennoch nicht nachlassen, die Luftqualität zum Schutz der Bevölkerung weiter zu verbessern, betonten die Wissenschaftler. Das gelte nicht nur für die Grenzwertüberschreitung für Stickstoffdioxid, sondern auch für Feinstaub, bei dem der Grenzwert seit 2015 eingehalten wird. Daran hätten auch die meteorologischen Bedingungen mit milden Wintern einen Anteil.

Stadt Leipzig zufrieden

Ein Schild weist neben dem Leipziger Löwen am 04.03.2013 auf die Umweltzone in Leipzig (Sachsen) hin.
In Leipzig war von Anfang an die strengere grüne Plakette Pflicht. Bildrechte: dpa

Die Stadt Leipzig hatte in der Umweltzone von Beginn an nur Kraftfahrzeuge mit grüner Plakette zugelassen. Das habe die Modernisierung der Fahrzeuge deutlich beschleunigt, sagte Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal. "Dabei ist es gelungen, die Betroffenheit vom Fahrverbot einerseits über Ausnahmeregelungen abzufedern und andererseits das eigentliche Ziel der Umweltzone nicht aus dem Blick zu verlieren." Zudem sei die Leipziger Umweltzone flächenmäßig besonders groß und dadurch wirksam, erläuterte ein Wissenschaftler vom Umweltamt. Insgesamt wurden an 13 Punkten in und um die Stadt Sondermessungen durchgeführt.

Was ist Feinstaub? Als Feinstaub werden Partikel bezeichnet, die kleiner als zehn Mikrogramm sind. Er gefährdet die Gesundheit von Menschen, weil die kleinen Teilchen durch Nase und Luftröhre in den Körper gelangen. Dort können sie zu Entzündungen, im extremen Fall bis zum Herzinfarkt oder Lungenkrebs führen. Als Hauptverursacher von Feinstaub gilt der Straßenverkehr. Er kann aber auch in Fabriken, beim Heizen sowie beim Abbrennen von Feuerwerk entstehen und aus großer Entfernung herangeweht werden.

Quelle: PM Landesamt für Umwelt/kb

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das SACHSENRADIO| 14.12.2017 | ab 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2018, 16:58 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

11 Kommentare

15.12.2017 10:05 max mueller 11

Ist es zu warm, wird er schmutzig. Ist es zu kalt, wird er schmutzig. Ein Dieselmotor braucht paradiesische Zustände, damit die Abgasreinigung perfekt funktioniert. Der Gesetzgeber hat die Probleme mit heraufbeschworen.
Die die Abgasreinigung der meisten Dieselmodelle funktioniert offenbar nur bei perfekten Bedingungen, heißt es aus Prüferkreisen. „Thermofenster“ nennen die Prüfer den Temperaturbereich, in dem die Stickoxide am besten aus den Abgasen gefiltert werden. Denn je höher die Außentemperatur der angesaugten Luft vom Idealwert abweicht, desto schwerer erreichen die Systeme die perfekte Temperatur - im schlimmsten Fall kann der Motor sogar Schaden nehmen. Daher erlaubt es eine Verordnung der Europäischen Kommission, die Abgasreinigung in einem solchen Fall vorübergehend abzuschalten.

15.12.2017 09:54 Hans Wurst 10

Da die Diesel-Abgasreinigung bei niedrigen Temperaturen von der Motorelektronik abgeschaltet wird, interessieren mich die Abgaswerte in den Wintermonaten ganz besonderes. Wie ist die Luftqualität in der Stadt zum Beispiel m Dezember, wenn der Weihnachtsmarkt und das Shopping-Erlebnis tausende aus dem Umland in die Stadt lockt?
Wir ersticken bald an den Abgasen und dann lese ich Artikel die das alles nicht so schlimm finden. Die Luft soll sogar besser geworden sein.
Also entweder ist mein subjektiven Empfinden gestört, oder die Messinstrumente sollten mal überprüft werden. Hier stimmt was nicht.
Wann kommt das Fahrverbot für die Diesel-Dreckschleudern?

15.12.2017 06:53 Ullrich 9

@Janes
Da ja bekannt war, dass die Umweltzone 2011 eingefügt wird, setzt eine Verbesserung in meinen Augen zwangsläufig spätestens im Jahr davor ein. Es ist ja nicht so, dass alle betroffenen ihre Fahrzeuge mit gelber und dort Plakette genau am Stichtag austauschen sondern vorher.

15.12.2017 06:51 Ullrich 8

@Erna
Sie lesen offensichtlich nur was sie wollen.
"...Wenn man den Text ließt ist von 3 - 5% die Rede..."
Es geht in Text aber weiter:
"...Dieser von Motoren verursachte Prozentsatz sei aber besonders toxisch..."
Es war also richtig, diese Umweltzone einzuführen!

14.12.2017 23:19 Morchelchen 7

Diese Selbstbeweihräucherung wird auch nichts daran ändern, dass wir Deutsche uns noch so abstrampeln können, wenn der weitaus größere Rest der Welt nicht mit zieht, vor allem hinsichtlich der Begrenzung des Bevölkerungswachstums, wird es letztendlich immer so weiter leiern, wie bisher...

14.12.2017 19:53 Erna 6

Die Überschrift ist doch vollkommen irreführend. Wenn man den Text ließt ist von 3 - 5% die Rede. Das ist weniger als die Schwankungsbreite der Stickoxide.


Letztlich hat die Umweltzone absolut nichts gebracht außer das Autos in das Ausland gebracht wurden und jetzt weltweit noch mehr Autos durch die Gegend fahren. Global hat es damit die Luftqualität verschlechtert.

14.12.2017 18:01 Peter 5

@3 Fragender Rentner: Die Belastung mit Stickoxiden ist konstant geblieben. Genau das ist das Problem. Deshalb droht den Dieseln Fahrverbote in Großstädten.

14.12.2017 16:58 Janes 4

Komisch, wenn ich mir die Grafik anschaue, erkenne ich, daß schon 2010 die krebserregenden Ruß-Partikel und die ultrafeinen Partikel um ca. 30% gesunken sind. In einem Jahr! Da gab es noch keine Umweltzone! In den nächsten 6 Jahren nach Einführung insgesamt ca. um 30 %. Wie sahen denn die Werte vor 2010 aus? Liegt der Rückgang tatsächlich an der Umweltzone?

14.12.2017 16:34 Fragender Rentner 3

Zitat von Oben: Dagegen sei die Belastung mit Stickoxiden nahezu konstant geblieben

Na dann auf eine gute Gesundheit.

14.12.2017 15:31 optinator 2

@ Querdenker
Dann wären die Autos doch so teuer geworden, ;-)kaum Einer hätte sich dann dafür entschieden.
Das kann doch nicht sein !
Geld muss fließen - von Unten nach Oben !